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04.05.2001 - 

Forum über die Zukunft der deutschen Wirtschaft

Wer IT sagt, muss auch entlassen

HANNOVER (CW) - Der Einsatz von Informationstechnologie dient hauptsächlich der Reduzierung von Kosten. Und dies nicht nur wegen schlankerer, schnellerer Geschäftsprozesse, sondern auch deshalb, weil gerade die Old-Economy-Unternehmen mit dem Einsatz von IT ebenso kräftig Arbeitsplätze abbauen.

Was der Club of Rome schon vor 20 Jahren schrieb, haben deutsche Industriekapitäne auf dem vom "Handelsblatt" ausgerichteten Forum über die "Zukunft der deutschen Wirtschaft in der Netzwirtschaft" noch einmal bestätigt: Der Einsatz von Informationstechnologie ist nicht nur eine Jobmaschine. Vielmehr werden insbesondere in der Old Economy durch Produktivitätssteigerungen im Zuge des intelligenten Einsatzes von IT auch jede Menge Arbeitsplätze wegrationalisiert. Allerdings hatten die Autoren des Club of Rome seinerzeit auch geschrieben, dass völlig neue Arbeitsfelder durch die IT-Evolution entstehen würden.

Interessant war die Feststellung, dass die Industrie trotz einer sich abschwächenden Konjunktur vermehrt in IT investiert: In Westeuropa rechnen Experten, so das "Handelsblatt", für das laufende Jahr mit Investitionen in Höhe von 31 Milliarden Euro. Bis zum Jahr 2003 soll sich dieser Betrag gar verdoppeln. Sollten diese Investitionen zu einem beschleunigten Anstieg der Produktivität führen, dürfte dies mittelfristig auch Arbeitsplätze kosten, sagten führende Vertreter der deutschen Wirtschaft.

Heute könne man feststellen, dass insbesondere die "Kapitäne der dickeren Schiffe in der Industrie" in Internet-Technologien investieren, wie McKinseys Deutschland-Chef Jürgen Kluge es ausdrückte. VW etwa investiert allein dieses Jahr in B-to-B-Aktivitäten rund 300 Millionen Mark. Für den direkten Kundenkontakt via Internet sei noch einmal der gleiche Betrag vorgesehen. Allerdings rentierten sich diese Investitionen laut VW-Vorstand Jens Neumann vor allem wegen der Potenziale bei der Kostenreduzierung, "hier liegt das Gold der IT-Technologie vergraben".

Auch der Vorstandsvorsitzende der Thyssen Krupp AG, Gerhard Cromme, ist überzeugt, dass der verstärkte Einsatz von IT in den Unternehmen der Old Economy Arbeitsplätze kosten wird. Das produzierende Gewerbe in Deutschland habe zudem die "Zeichen der Zeit erkannt und wird die Stunde nutzen, um im Vergleich zu den USA aufzuholen". Bei Thyssen Krupp sei das Thema E-Commerce zur Chefsache erklärt worden. In diesen Bereich investiere man in über 100 verschiedene Projekte "viele hundert Millionen Mark".

Im deutschen Mittelstand besteht allerdings nach Ansicht von McKinsey-Chef Kluge noch erheblicher Nachholbedarf. Insbesondere die Bereitschaft, die teilweise sehr hohen Investitionen in neue IT-Verfahren zu tätigen, sei nicht sehr groß.