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22.10.1999 - 

Erwartungen für das dritte Quartal verfehlt

Wer kauft Storagetek?

MÜNCHEN (CW) - Welch große Bedeutung in den Vereinigten Staaten dem Shareholder Value beigemessen wird, muß jetzt die Storage Technology Corp. (Storagetek) erfahren.

Storageteks größter Aktionär, die Iridian Asset Management LLC, forderte bereits im vergangenen Monat die Führungstruppe des Speicherlieferanten dazu auf, das Unternehmen zu verkaufen. Als Grund für ihre Forderung nannten die Anteilseigner (6,5 Prozent der Aktien) das Versagen des Führungspersonals um CEO David Weiss: "Das Management hat es nicht geschafft, für die Aktionäre einen Mehrwert zu schaffen, während die Konkurrenten florieren."

Tatsache ist, daß Storagetek die Gewinnerwartungen für das dritte Quartal (Ende Oktober) drastisch zurücknehmen mußte. Statt der erhofften 30 bis 33 Cent je Aktie werden nur zwischen acht und zehn Cent ausgeschüttet werden. Als Gründe für den Einbruch nannte Weiss die Umsätze und Gewinnmargen in Nordamerika. Dort seien wegen der Jahr-2000-Umstellung viele Beschaffungsmaßnahmen auf Eis gelegt worden.

Der Umsatz im dritten Quartal dürfte etwa den der Vorjahresperiode erreichen. Zuwächse bei Speicherservices und -Management-Software würden von den schwachen Hardware-Umsätzen bei Festplatten und Bandlaufwerken für Mainframes zunichte gemacht. Wie Michael Väth, Geschäftsführer der deutschen Niederlassung, erklärte, laufen die Geschäfte hier "sehr gut".

Mittlerweile ist die Konzernzentrale in Louisville, Colorado, aktiv geworden und hat Goldman, Sachs & Co. sowie die McKinsey-Berater ins Haus geholt, um die verschiedensten Alternativen durchzuspielen: "Finanzielle Restrukturierung, Zukäufe, Ausgliederungen, Joint-ventures oder sonstige Geschäftsaktivitäten, die in einen Verkauf, einen Zusammenschluß oder eine Partnerschaft münden können."

Das "Wall Street Journal" handelt inzwischen bereits die möglichen Käufer: IBM, Sun oder Hewlett-Packard (HP). Potentielle Interessenten dürfte die Tatsache abschrecken, daß Storagetek rund 65 Prozent des Marktes für Mainframe-Bandspeicher hält und ein Kauf eventuell mit Kartellrechtsbestimmungen kollidieren würde. Andererseits ist das Geschäft mit Festplattensystemen für Großrechner fest in der Hand von IBM und EMC, so daß Storagetek schlechte Karten hat.

So bleiben Sun und HP als die wahrscheinlichsten Kandidaten. HP hat allem Anschein nach bereits im vergangenen Jahr eine Übernahme geprüft, konnte sich aber zu keinem Angebot durchringen. Mit Sun Microsystems hingegen schloß Storagetek erst im August ein Entwicklungs- und Vertriebsabkommen.