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Datev mit sieben Laser-Druckern:


05.08.1977 - 

Wer soll das nacharbeiten ?

NÜRNBERG- Dieser Tage ist es so weit: In Deutschlands größter "Datenmühle", dem Datev-RZ in Nürnberg, wird der erste von insgesamt sieben georderten Laser-Holleistungs-Druckern installiert - eine IBM-"Druckfabrik" 3800. Anfang 1978 folgen zwei weitere Modelle des gleichen Typs. Dann werden auch die vier Konkurrenzsysteme Siemens 3352 geliefert sein, die bekanntlich von der Datev auf der diesjährigen Hannover-Messe beinahe spontan bestellt wurden. Der "Wettkampf" kann beginnen - innerhalb eines Jahres muß die Praxis zeigen, wer bleibt und wer gehen muß. Denn sowohl die weißen IBM-Riesen als auch die Siemens-Pendants können nach dieser Frist zurückgegeben werden.

Über Einsparungen wird man allerdings auch dann nicht berichten können. "Der Einsatz der Laser-Drucktechnik in diesem Umfang kommt uns ganz sicher teurer als die konventionelle Methode", hat der für die Produktion zuständige Datev-Bereichsleiter Stefan von Ungern-Sternberg ausgerechnet: "Was zählt, ist der bessere Service für unsere Kunden."

Sieben Laser-Drucker für zwei Listen

Das mit herkömmlichen Druckern nicht erreichbare Schriftbild sichere die Lesbarkeit auf allen Kopien und die enorme Geschwindigkeit solle helfen, den "Engpaß Drucken" zu überwinden. Trotzdem bleiben auch weiterhin zwölf, "normale" Zeilendrucker im Einsatz, die das ausgeben, was die Laserdrucker aus Kostengründen nicht übernehmen können.

Vorerst profitieren die Datev-Kunden nur bei zwei Listen von dem neuartigen Service der Nürnberger: Die IBM-Laserdrucker sollen die Summen- und Saldenlisten produzieren, die Siemens-Maschinen die Buchhaltungskonten: "Das liegt einfach daran, daß IBM Seiten-Benutzungsgebühren verlangt die jenseits von Gut und Böse liegen" beklagt sich von Ungern-Sternberg und fügt hinzu: "Die Summen- und Saldenliste ist ein von oben bis unten eng beschriebenes Blatt, da rentiert sich der Einsatz eines Laser-Seitendruckers."

Bedruckte Papierberge- und was dann?

Gedanken macht man sich in Nürnberg derzeit allerdings nicht so sehr um den "Konkurrenzkampf", sondern vielmehr darüber, wie die Nachbearbeitung der Papierflut aussehen soll, wenn alle sieben Drucker produzieren. Denn wie in jeder anderen Fabrik gibt es bei der Datev für das "Produkt Papier" eine Fertigungssteuerung, in die diese Nachbearbeitung möglichst nahtlos einfließen soll. "Da wir wahrscheinlich das einzige Unternehmen in Deutschland sein dürften, das Bedarf an von automatischer Verpackung von EDV-Listen hat, gibt es auch nicht entsprechendes auf dem Markt" (von Ungern-Sternberg). Hier helfe nur Eigeninitiative und ein guter Partner auf der Herstellerseite. Mit der Firma Böwe glaubt er, diesen Partner gefunden zu haben, der - sicherlich nicht uneigennützig - hier eine Musterinstallation anstrebt. Mit dem Output eines Siemens-Druckers, der ja noch schneller arbeitet als die IBM-Maschine, ist die oberste Kapazitätsgrenze der Böwe-Nachbearbeitungssysteme bereits erreicht. Dennoch ist der Output-Organisator optimistisch: "In der ersten Ausbaustufe wollen wir versuchen, auf Online umzustellen. " Allerdings bietet hierzu nur Siemens eine entsprechende Schnittstelle an - die 3800-Drucker sind nicht onlinefähig. "IBM hat zwar einen Spitzenklasse-Hochleistungsdrucker entwickelt, aber das, Danach offensichtlich verschlafen."