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16.06.1989

Wer zuletzt weint

"Namentlich gekennzeichnete Fremdbeiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder." So steht es im Impressum der COMPUTERWOCHE - und so liest man es in den Erscheinungsvermerken der meisten Publikationen. Absicht ist, zur Information der Leser Roß und Reiter zu nennen.

"Die IBM ist kein Wohltätigkeitsverein. Im Interesse der Markt- und Kundenkontrolle, die die IBM zweifelsohne anstrebt, soll eine Bereinigung erfolgen, mit dem Ziel, diejenigen Marktteilnehmer auszuschalten, die zur Zeit noch für Konkurrenz im IBM-eigenen Produktbereich sorgen." Resignative Kritik eines Gastkommentators (Seite 8), der in erster Linie als Leasinganbieter und IBM-Wettbewerber argumentiert, der sich aber bei seinen bewußt polemischen Aussagen auch auf Anwendererfahrungen stützt: Hubert Wetzels, Mitglied der Geschäftsführung der CSC Leasing und Finanzierung GmbH, sieht zwar in dem ungleichen Kampf zwischen der IBM und den Leasingfirmen den IBM-Kunden derzeit als "lachenden Dritten", stellt aber die Frage, "wem diese Situation langfristig nutzt".

Wetzels Analyse muß notgedrungen unvollständig bleiben, es fehlt, wie er selbst bedauernd feststellt, der letzte Beweis gegen IBM. Der CW-Kolumnist kennt das Problem - überflüssig zu schreiben, daß der Impressumsvermerk (siehe oben) in diesem Falle geradezu lächerlich erscheint. Was der CSC-Manager anreißt, und was die CW in dieser Ausgabe druckt, sollte in Anwenderkreisen diskutiert werden. Es geht um die Kernfrage, ob IBM die totale Kontrolle über den Markt und die Kunden gewinnt.

Als Denkanstoß eignet sich auch der Beitrag von Klaus Gertoberens (Seite 7 : "Wiedergeburt der Dinosaurier"), den wir der "Süddeutschen Zeitung" entnommen haben. Zitat: "Industriegiganten sind fett. Von ihnen gehen kaum Impulse für den technischen Fortschritt aus." Und: "Die Riesen bedrohen die Marktwirtschaft." Das sind Worte, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen.

Aber warum äußern sich die X/Open-, OSF-oder Unix-International-Mitglieder nicht zu diesem brisanten Thema? Wären nicht die IBM-Konkurrenten am ehesten in der Lage, Beweise zu liefern? Und was ist mit den IBM-Kunden? Die CW berichtet in dieser Ausgabe über Versäumnisse der Bundespost beim DV-Prestigeprojekt "Epos" (Seite 1). Skandalös genug, daß bei der Auswahl des IBM-Systems 8100 vor vier Jahren erkennbar aufs falsche Pferd gesetzt wurde - man ist auch jetzt noch nicht bereit, Fehler einzugestehen. Und die IBM empfiehlt, welch ein Hohn, 9370 unter DPPX einzusetzen.

Daß ein Bull-Renommierkunde wie Kugelfischer auf Anraten des Softwarehauses SAP nunmehr die Pferde wechselt (Seite 1), ist dagegen beinahe normal, Business as usual - International-Business-Machines-Business eben. Eben. Apropos Beweise: Als IBM-Angehöriger kann SAP natürlich die Aussage verweigern.