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12.08.1994

Werkzeuge von Legent, HP, Open Vision, Interchip und BMC System-Management ist die Achillesferse der offenen DV

MUENCHEN (gfh) - Die groesste Huerde fuer den Umstieg auf offene Architekturen liegt fuer die Anwender im Mangel an System- Management-Loesungen. Nachdem Computer Associates (CA) mit Unicenter einen ersten Vorstoss in diese Marktluecke unternommen hat, folgen nun Mitbewerber wie BMC, HP, Open Vision und das Team aus Interchip und Tivoli Systems.

Die Markteinfuehrung umfassender Management-Systeme vorgenommen haben sich die Muenchner Interchip GmbH und die kalifornische Open Vision Inc., die hierzulande von Wiesbaden aus operiert. Sie wollen diesen erst entstehenden Markt nicht gaenzlich in die Haende der grossen System- oder Software-Anbieter vom Schlage IBMs, HPs oder CAs fallen lassen.

Open Vision geht dabei jedoch aehnlich wie Computer Associates vor. Mit einer Starthilfe von 50 Millionen Dollar Venture-Kapital hat das Unternehmen inzwischen neun Firmen mit System-Management- Produkten fuer die Client-Server-Welt gekauft. Das derzeitige Portfolio umfasst Werkzeuge fuer das Anwendungs-, Speicher-, Sicherheits- und Performance-Management. Zu haben sind die Tools einzeln oder als Paket fuer die Unix-Plattformen von Sun, HP und IBM sowie fuer DECs VMS-Welt. An der Einbindung von Grossrechnerumgebungen und der Integration der Tools in ein Rahmenwerk wird derzeit noch gefeilt. Die Arbeit beim Kunden sollen Systemintegratoren leisten. Hier kommen die Hardware- Anbieter wieder ins Spiel. So verhandelt Open Vision derzeit mit Sun, HP, IBM und Siemens-Nixdorf.

Als direkter Konkurrent gilt die Tivoli Systems Inc. aus Austin, Texas, seit sich das Unternehmen nach einer eingehenden Pruefung gegen die Werkzeuge von Open Vision entschieden hat. Zwar verfuegen die Texaner mit dem "Tivoli Management Environment" (TME) ueber ein Rahmenwerk fuer das System-Management heterogener Umgebungen, es fehlt ihnen aber noch an Tools und weltweiten Vertriebskanaelen. Beide Luecken soll hierzulande die Interchip GmbH stopfen, die ihren Umsatz bisher mit Management-Tools fuer Mainframer gemacht hat.

Projekterfahrung mit Grosskunden gekauft

Aus diesem Geschaeft verfuegen die Muenchner auch ueber Erfahrungen und Dienstleistungs-ressourcen im Projektgeschaeft mit Grosskunden, die Tivoli beim bisherigen Distributor IQ-Products, Muenchen, vermisste. Bei der Bayerischen Vereinsbank Info GmbH konnten Tivoli und Interchip inzwischen zeigen, ob es ihnen gelingt, eine Mainframe-Company in die Open-Systems-Welt zu bringen.

Sowohl Interchip/Tivoli als auch Open Vision haben nach Ansicht von US-Analysten gute Chancen, sich am Markt durchzusetzen. Bedingung ist aber,so die CW-Schwesterpublikation

"Computerworld", dass sie ihren technischen Vorsprung gegenueber Mitbewerbern wie CA, Legent, Candle und BMC wahren koennen. Doch die Konkurrenz schlaeft nicht. So hat Legent erst kuerzlich weitere Komponenten des geplanten Cross Platform Environment (XPE) zum Management verteilter Systeme freigegeben.

Aktiv ist auch die texanische BMC Software Inc. aus Austin, die inzwischen die Version 2 des Unix-basierten "Patrol" auf den Markt gebracht hat. Hierbei handelt es sich um eine Monitoring-Umgebung, die es ermoeglicht, von einem grafischen Bildschirm aus saemtliche Ereignisse in heterogenen Netzen zu ueberwachen. Den bei herkoemmlichen Systemen gefuerchteten Overhead verhindern sogenannte Smart Agents, die als kleine, im Netz installierte Programmobjekte immer nur dann Meldungen an die Konsole schicken, wenn tatsaechlich Fehler aufgetreten sind. Allerdings muss das Produkt noch zum umfassenden System-Management-Instrument ausgebaut werden. In der vorliegenden Version 2 eignet sich das Tool fast ausschliesslich fuer das netzweite Management von Datenbanksystemen (vgl. CW Nr.29 vom 22. Juli 1994, Seite 14: "Mainframe-Spezialist wacht ueber Client-Server-Umgebungen").

Smart Agents stehen neben Openview auch bei Hewlett-Packards "Operations Center" im Vordergrund. Mit dem eben fuer die USA angekuendigten Toolset lassen sich, wie die CW-Schwesterpublikation "Network World" berichtet, von einem Unix-System aus die Systemleistung ueberwachen, Software im Netz verteilen und bestimmte Aufgaben wie das Backup automatisieren. Neu an Version 1.1 der Monitoring-Software ist, dass sie auch Meldungen von Agents versteht, die nicht auf der eigenen Intelligent-Agents-Technik beruhen. Zudem lassen sich Konfigurationsaenderungen vom zentralen System aus an die Agents im Netz weiterreichen.

Derzeit unterstuetzt Operations Center neben den Unix-Umgebungen von AT&T auch die von Sun, Bull und natuerlich die eigenen Systemplattformen. Ausserdem soll das rund 32 000 Dollar teure Werkzeug Meldungen aus Subnetzen wie IBMs SNA, Novell Netware und Decnet verstehen koennen. Voraussetzung ist allerdings, dass die grafische Openview-Umgebung von HP eingesetzt wird, weil die zentrale Konsole damit arbeitet. Ist diese Bedingung erfuellt, dann lassen sich die Netze per Knopfdruck grafisch darstellen.

Eingeschraenkt in der Funktion ist das Performance-Management- System "Perfview" von HP, das in der kuerzlich vorgestellten Ausgabe ebenfalls mit Smart Agents ausgestattet wurde. Mit diesem Werkzeug lassen sich Betriebssysteme, Datenbanken und Anwendungen ueberwachen. Die Kommunikation zwischen den Agents und der zentralen Konsole erfolgt ueber einen RPC. Ein aehnliches Tool entsteht nach Berichten der "Network World" in einer Kooperation zwischen Legent und IBM.