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15.01.1999 - 

Werkzeuge zum Erstellen von Internet-Sites

Werkzeuge zum Erstellen von Internet-SitesWeb-Design setzt kaum noch HTML-Wissen voraus

MÜNCHEN (fn) - Web-Design-Werkzeuge lassen sich in zwei Kategorien einordnen: HTML-Editoren für Profis, die den Code vorwiegend selbst verfassen, und Programme für weniger Technik- versierte, die eher an Desktop-Publishing erinnern. Letztere liegen im Trend.

Noch immer erstellen manche Web-Profis Internet-Seiten, indem sie von Hand in der Hypertext Markup Language (HTML) codieren. Theoretisch benötigt ein Anwender lediglich einen Texteditor, wie beispielsweise den in Windows 95 mitgelieferten Wordpad, um HTML- Seiten zu erzeugen. Dies mag für Puristen seinen Reiz haben, doch wenn es darum geht, schnell eine Web-Präsenz auf die Beine zu stellen, wird ein Unternehmen nicht umhin kommen, Web-Design- Werkzeuge anzuschaffen.

HTML-Texteditoren sind die einfachsten Produkte, um Web-Seiten zu erstellen. Ihr Aufbau ähnelt dem von Textverarbeitungssystemen, sie bieten jedoch zusätzlich Funktionen zum automatischen Erstellen von HTML-Standardelementen, wie Rahmen oder Tabellen. Im wesentlichen schreibt der Anwender den HTML-Code selbst.

"Homesite 4.0" von Allaire http://www.allaire.com zählt zur Kategorie der HTML-Texteditoren. Über Menüs und Werkzeugleisten wählt der Anwender vorgefertigte Auszeichner (Tags) und erspart sich so die Arbeit, alles von Hand einzutippen. Ein "Code Validator" markiert fehlerhafte HTML-Anweisungen. Außerdem überprüft das Tool, ob alle Hyperlinks zum Ziel führen und nicht etwa ins Leere zeigen. Der Benutzer wählt zwischen den Ansichten "Edit", "Design" und "Browse". Im Edit-Modus schreibt er direkt HTML-Code in den Editor. Dagegen kann er mit der Design-Anzeige arbeiten wie mit einem Textverarbeitungsprogramm. Statt HTML- Anweisungen einzugeben, trägt er den Textinhalt der Web-Seite ein und formatiert ihn über die Optionen in den Pop-up-Menüs. Mit der Browse-Funktion sieht er, wie die Seite im Browser dargestellt wird - ein Feature, das jedes Web-Design-Tool bietet. Allaire hat zwar die Bedienung seines Editors einfach gehalten, doch Homesite wendet sich klar an den professionellen Web-Designer.

Das Marktforschungsunternehmen Forrester Research schätzt die Zahl der Web-Autoren für das Jahr 1999 auf rund zehn Millionen. Nur 40 Prozent davon sind entweder Programmierer oder Web-Master. Die Mehrheit der weniger versierten Web-Designer dürfte geringes Interesse daran haben, Internet-Präsenzen mit HTML-Editoren zu gestalten. Sie wünscht sich benutzerfreundliche Tools.

Wysiwyg-Editoren befreien den Web-Designer weitgehend vom Codieren per Hand und setzen nur geringe Kenntnisse der Web-Sprache voraus.

Per Drag and drop zieht der Benutzer Elemente wie etwa Grafiken, Hyperlinks und Java-Applets auf eine Web-Seite. Den erforderlichen HTML-Code erzeugen diese Werkzeuge automatisch im Hintergrund. Macromedias "Dreamweaver", "Microsoft Frontpage", "Drumbeat" des amerikanischen Herstellers Elemental Software, "Fusion" von Netobjects sowie "Adobe Pagemill" zählen zu den Vertretern dieser Sparte. Adobe hat außerdem in diesem Monat mit der Übernahme von Golive Systems Inc. Schlagzeilen gemacht. Golive entwickelte das "Web Publishing System", eine Softwarelösung bestehend aus dem "Golive Cyberserver" für das Verwalten von Web-Inhalten sowie den Browser-basierten Client "Cyberwriter". Darüber hinaus vertreibt das Unternehmen mit "Cyberstudio" ein mit Pagemill vergleichbares Web-Design-Tool.

Die Werkzeuge dieser Firmen bieten Features zur grafischen Gestaltung von Internet-Seiten. So erlaubt die gerade vorgestellte Software Fusion 4.0 beispielsweise, ein Excel-Spreadsheet aus der Tabellenkalkulation direkt in eine HTML-Seite zu ziehen. Dabei konvertiert das Tool das Spread- sheet automatisch in die Web- Sprache. Auf die gleiche Weise läßt sich eine Grafikdatei im Tagged Immage File Format (TIFF) in die Seitengestaltungsoberfläche von Dreamweaver 2 einbinden.

Kritiker bemängeln, Wysiwyg-Tools würden kaum noch lesbaren HTML- Code erzeugen - ein Nachteil für Web-Experten, die oft gezwungen sind, manuelle Änderungen an den Web-Seiten vorzunehmen. Macromedia löste dieses Problem mit der "Roundtrip HTML". Nach Angaben des Anbieters bleibt damit der Code auch dann gut lesbar, wenn der User abwechselnd mit Dreamweaver und einem HTML- Texteditor arbeitet.

Die Stärken der Macromedia-Software liegen wie bei Adobes Pagemill im Design von Web- Sites mit multimedialen Inhalten. Frontpage, Fusion und Drumbeat bieten dagegen Vorteile durch Funktionen zur Integration von Datenbankdaten.

Solange es nur darum geht, Texte, Tabellen und Grafiken zu publizieren, kommen Anwender noch mit einfachen HTML-Texteditoren zurecht. Soll aber eine Site Informationen aus Datenbanken oder Business-Anwendungen präsentieren, reichen diese Programme nicht mehr aus. Hier kommen dann Produkte wie "Cold Fusion4.0" von Allaire sowie Fusion 4.0 und Drumbeat zum Zuge. Mit Cold Fusion erzeugt der Programmierer Web-Sites, die Informationen direkt aus einer Datenbank auslesen. Allerdings muß sich der Anwender mit der proprietären "Cold Fusion Markup Language" anfreunden. Bei Drumbeat werden Datenbankinhalte über die Funktion "Dataform Wizard" in Web- Pages eingebettet. Zudem kann der Anwender mit dem "SQL Wizard" neue Datenbankabfragen in seine Internet-Seiten aufnehmen. Beide Module greifen über die ODBC-Schnittstelle auf die Daten-Server zu.

Da Web-Sites in der Regel Unternehmensdaten darstellen sollen, liefern die Anbieter verstärkt Werkzeuge, die Informationen aus bestehenden Applikationen integrieren. Mit der Komplexität der Internet-Präsenzen nimmt auch der Funktionsumfang der Designwerkzeuge zu. So können Entwickler Java-Applets, Active X Controls sowie Javabeans beim Entwerfen von Web-Anwendungen heranziehen. Fusion von Netobjects beispielsweise ist mit einer Java-API ausgestattet. Einige Software-Anbieter gehen zudem dazu über, Produkte von Konkurrenten einzubinden. Über "Connectors" lassen sich beispielsweise Microsofts "Active Server Pages", "Lotus Domino" sowie der Application Server "Cold Fusion Server" in Netobjects Fusion 4.0 einklinken. Neuerdings bauen die Hersteller zusätzlich E-Commerce-Features in ihre Tools ein, mit denen der Anwender einen einfachen Internet-Shop erstellen kann. So integrierte Macromedia Teile der Web-Shop-Technik des Anbieters Icat in Dreamweaver 2.

Abb: Auf rund 1,2 Milliarden Dollar beziffert Forrester Research das diesjährige Marktvolumen für Transactive Content Tools, darunter fallen auch Web-Design-Werkzeuge. Quelle: Forrester Research