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17.03.2015 - 

Die Rolle des Hosters im E-Commerce

Wes' Knecht ich bin, des' Lied ich sing!

Volker Boelsch blickt auf über zwanzig Jahre Erfahrung in Unternehmenssoftwareprojekten zurück - in den Neunzigern für Oracle, heute für die Berliner SWOT Controlling GmbH. "Am Controlling hängt die gesamte Ausrichtung eines Unternehmens - ob Erfolg oder Mißerfolg", so Boelsch. Jede erfolgreiche Sanierung von Unternehmen in Schieflage beginnt seiner Überzeugung nach mit der Ablösung von MS-Excel als Werkzeug für die operative Leitung durch ein ausgewiesenes Werkzeugset zu Planung, Business Intelligence, Analytics und Steuerung. Immer im Zentrum steht ihm dabei der Blick auf das Wesentliche. Die klare Ansage ohne überflüssiges Blabla - das ist seine Handschrift.
Obwohl wir in einer parlamentarischen Demokratie leben, herrschen im Handel andere Gesetze. Dort ist nämlich der Kunde noch König – und der E-Commerce bildet dabei keine Ausnahme. Damit dies so bleibt, ist der Hoster gefragt.

Warum ist der Kunde eigentlich König? Nur aus einem Grund, nämlich dem, dass wir etwas von ihm wollen - üblicherweise sein Geld, mindestens aber seine Aufmerksamkeit. Im Internet, wo dies direkt in Form von Online-Käufen, oder indirekt zum Beispiel durch zugriffszahlenbasierte Werbeeinnahmen geschieht, gibt es zwei Dinge, die wir uns von den Internet-Nutzern wünschen: kommen und konsumieren.

Damit der Webseiten- oder Webshop-Besucher genau dies tut (wodurch er eigentlich erst zum Kunden wird), müssen wir seine Wünsche befriedigen (was ihn zum König macht). Das klingt erst einmal simpel, denn viele Wünsche hat der Kunde gar nicht:

  • Er möchte die Website finden

  • Er möchte auf der Website das finden, was er sucht

  • Er möchte seinen Aufenthalt auf der Website so angenehm wie möglich gestaltet bekommen

  • Er möchte bewahrt werden vor Ausfällen, Fehlern, Abstürzen, Wartezeiten, Nichtverfügbarkeit

Website-Entwickler und -Betreiber haben dazu einige wenige Themen vor Augen, die sie umsetzen müssen, denn dann erfüllen sie die Wünsche der Kunden ganz von selbst: SEO, Qualität, Performance, Design, Verfügbarkeit, Sicherheit, Funktionen.

Die Wünsche und Anforderungen des Kunden sind oft sehr zahlreich zahreich, sie zu erfüllen, bleibt eine hoch komplexe Aufgabe.
Die Wünsche und Anforderungen des Kunden sind oft sehr zahlreich zahreich, sie zu erfüllen, bleibt eine hoch komplexe Aufgabe.
Foto: Navigate IT Services GmbH

Im Fokus dieser Dienstleistung sollte aber immer das Backend stehen- denn immer, wenn eine Website, ein Portal oder ein Shop gut gelungen sind und mit einem Preis ausgezeichnet werden, strahlen die Gesichter der Projektleiter mit denen der ausführenden Agentur um die Wette. Nie stehen diejenigen, die Server und Backend-Software am Laufen halten müssen, im Rampenlicht, ganz gleich ob interne IT oder Hosting-Dienstleister.

All die Dinge jedoch, die der Entwickler gerne für seine Besucher umsetzen möchte, sind nur denkbar und möglich, wenn der Hoster seinen Teil leistet - und der ist beträchtlich:

  • Security: die Webseite muss dauerhaft vor Viren, Trojanern, Würmern und sonstiger Malware geschützt sein

  • Datenbank-Tuning: die Hauptlast moderner Webanwendungen wird von den Datenbanken getragen, und nicht immer nützt schnellere Hardware der Performance; vielmehr müssen Datenbank-Requests so gering wie möglich gehalten, Suchanfragen intelligent aufgefangen und der Datenverkehr optimal sortiert werden

  • Backup und Recovery: keine Anwendung darf heute noch ohne Backup-Strategie laufen, denn wirklich 'tausendprozentige' Sicherheit gibt es nicht

  • Lastverteilung: gerade in komplexen Systemen kommen mehrere Server - real oder virtualisiert - parallel zum Einsatz und müssen dazu intelligent gesteuert werden

  • Storage: Online-Shops verlangen häufig die Lagerung großer Datenmengen - oft in vielen kleinen Dateien - die jedoch schnell verfügbar sein müssen

  • Indexierung: um die Suche in großen Datenbeständen zu beschleunigen, werden Indexdateien erstellt; hierzu gibt es keinen 'Königsweg' - allein die Kompetenz des Betreibers ist entscheidend

  • Redundanz: um ein Gesamtsystem sicher am Laufen zu halten, müssen Teile davon mehrfach vorhanden sein, um physikalische Ausfälle kompensieren zu können

  • Firewall: was darf rein, was darf raus, und was muß bleiben, wo es ist - und das Ganze, ohne dass das eine das andere stört

  • Caching: der geheime Trick immer dann, wenn Tuning, Indexierung, Hardware und Lastverteilung ausgereizt sind - verlangt aber die größte Kompetenz, um effektiv zu sein

  • Zugriffsicherung: ein oft vernachlässigtes Thema, den Datenserver auch vor physikalischen Zugriffen durch echte Menschen zu schützen

  • Single-Point-of-Failure: im Idealfall gibt es sie gar nicht - eine einzige Stelle, die im Versagensfall das komplette System lahmlegen würde

  • Bandbreite: hier zählt, wie dick die Datenleitung zu wie vielen Tier-1-Providern und der DE-CIX ist - gerade bei On-Site-Hosting gibt es hier öfter Engpässe

  • Katastrophenschutz: in den achtziger Jahren hätte man den Atomkrieg genannt, aber Überschwemmungen, Brände und Stromausfälle sind real vorkommende Gefahren, auch im Jahr 2015

Auf die Leistungen des Webhosters sollte man schon vertrauen.
Auf die Leistungen des Webhosters sollte man schon vertrauen.
Foto: envia TEL

Man sieht schon an der Länge der Liste, wie eng der Erfolg einer Webpräsenz mit der fachlichen Expertise des Hosters verknüpft ist.

Wohl dem also, der diese Themen bei der Wahl seines Dienstleisters berücksichtigt! (rw)

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