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10.11.2000 - 

Echtzeitzugriff auf die Daten gewünscht, aber kaum realisiert

Weshalb die Supply Chain zumeist noch im Nebel liegt

FRAMINGHAM (IDG) - Misstrauen, komplexe Beschaffungsprozesse, wenig skalierbare Technik, so gut wie keine Standards und widerspenstige Zulieferer - das sind einige der Gründe dafür, warum viele Unternehmen mit der elektronischen Handhabung ihrer Zulieferkette noch nicht so recht vorankommen.

Drei Viertel aller Unternehmen würden ihre Supply Chain gern via Web und in Echtzeit überblicken. Aber 85 Prozent zweifeln daran, dass ihnen die Implementierung eines solchen Systems gelingt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des in New York ansässigen Marktforschungsunternehmens Deloitte Consulting LLC, das die Angaben von 400 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens einer Milliarde Dollar auswertet. Die Hürden bestehen, so Deloitte-Consulting-Partner Jim Kilpatrick, vor allem im mangelnden Vertrauen der Lieferketten-Teilnehmer, in der hohen Komplexität der Beschaffungsprozesse und im Fehlen hochgradig skalierbarer Systeme.

Die Realität hinkt weiter hinter den Anbieterversprechen her, weiß Karen Peterson, Analystin bei der Gartner Group Inc. in Stamford, Connecticut. Sie sieht von den Pionierunternehmen "noch niemanden am Ziel". Am weitesten fortgeschritten seien die beiden Hightech-Produzenten Dell Computer Corp., Round Rock, Texas, und Cisco Systems Inc., San Jose, Kalifornien.

Immerhin gibt es zumindest in den USA mehr und mehr Unternehmen, die eine umfassende Supply-Chain-Strategie angekündigt haben. Unter ihnen befindet sich auch der Haushalts- und Gesundheitsspezialist Procter & Gamble Co., Cincinnati, Ohio. "Um die Vision einer voll integrierten und effizienten Lieferkette in die Tat umzusetzen, brauchen wir Datentransparenz über alle Partner hinweg", konstatiert Chief Information Officer Steve David. Wenn ein Kunde eine Rolle Papiertücher kaufe, müsse der Anbieter von Forstprodukten unmittelbar wissen, dass er einen Baum fällen und an den Holzbrei-Hersteller schicken solle, der Procter & Gamble beliefert, damit der Endfertiger eine neue Tücherrolle an den Einzelhändler ausliefern könne.

Aber das ist leichter gesagt als getan. Die Deloitte-Studie, die voraussichtlich in den nächsten Monaten auf den Markt kommt, weist aus, dass fast alle Befragten Unbehagen empfinden, wenn sie über die Teilnahme an einem solchen Prozess nachdenken.

Ein weiteres Hindernis für die Verwirklichung des lückenlosen Überblicks ist der Mangel an Standards, klagt beispielsweise Procter-&-Gamble-CIO David. Kilpatrick stimmt ihm zu. Die Extensible Markup Language (XML) helfe zwar ein wenig, aber Standard-Schnittstellen zwischen den Handelspartnern müssten erst noch entwickelt werden.

Auch an der Skalierbarkeit der Technik fehlt es nach Angaben des Marktforschers. Unternehmen wie Procter & Gamble oder Frito-Lay hätten Hunderte von unterschiedlichen Produkten im Angebot und Tausende von Einzelhändlern zu beliefern. "Ein solches Datenvolumen zu bewältigen ist beinahe unmöglich."

Auch die Zulieferer sind wohl nicht so einfach von den Vorzügen dieses Systems zu überzeugen. Das befürchtet jedenfalls Steve Foy, Vice President für Operations und Technology bei Bell & Howell Mail und Messaging Technologies. Das in Durham, North Carolina, ansässige Unternehmen will eine "synchronisierte Supply Chain" aufbauen, die über jeden Link Echtzeitinformationen zur Verfügung stellt. Foy erwartet dabei nicht nur erhebliche Investitionen" in Zeit und Geld, sondern auch andere Schwierigkeiten: "Wir sind nicht Ford oder Dell, die aufgrund ihrer Beschaffungsmacht die Lieferanten relativ leicht dazu bringen, ihre Geschäftsabläufe zu ändern."