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24.10.1986 - 

Nur aktive Aussteller hatten auf der Bürofachschau in Köln Erfolg:

Westmesse Orgatechnik lockt den Mittelstand

KÖLN(ujf/cmd) - Anbieter, die auf Laufkundschaft Wert legten, waren mit der Orgatechnik wohl schlecht beraten. DV-Spezialisten und sachkundige Mittelständler kamen auf dieser Kölner Fachmesse für Bürotechnik allerdings ebenso auf Ihre Kosten wie diejenigen Aussteller von DV-Anlagen, die ihre Klientel speziell an den Rhein eingeladen hatten.

Einhellige Meinung unter den auf der Orgatechnik vertretenen Hard und Softwarefirmen: Wenn man seine Kunden vorher auf das Messeangebot aufmerksam macht, rentiert sich die Beteiligung. Das Entstehen zufälliger Kontakte zwischen Anbietern und Nachfragern scheiterte aber weitgehend am Durcheinander von DV-Produkten und Büromöbeln beziehungsweise Ausstattungsgegenständen. Wohl hauptsächlich aufgrund intensiver Vorarbeit der Aussteller stieg die Besucherzahl (1984: 140 000) an den ersten fünf Messetagen nach einer. Schätzung der Messegesellschaft um rund 15 Prozent. Da aber in diesem Jahr zum ersten Mal auch die Rheinhallen (Halle 1 bis 4) für die Büromesse genutzt wurden, nahm das Gedränge in den Gängen ab; so entstand bei manchem Teilnehmer der Eindruck, die Orgatechnik sei schwächer besucht gewesen.

Während sich einige Softwarefirmen zwischen Etikettier- oder Frankiermaschinen und Schreibtischen etwas deplaziert vorkamen, erfreuten sich ohnehin im Blickpunkt der Fachöffentlichkeit stehende Hardware-Unternehmen wie etwa Compaq mit dem 80386-PC großer Resonanz beim Publikum. Bei einer Reihe von Anbietern überwogen unter den Interessenten die Großanwender; bei anderen hielten sich Mittelstand und Großindustrie die Waage. Schlecht weg kam in der Kritik der Aussteller das Wochenende. Offenbar hat die klassische Lauf-und-Schau-Kundschaft inzwischen die Messemüdigkeit gepackt.

Nach einer vorläufigen Statistik der Messegesellschaft besuchten zu 28 Prozent Wiederverkäufer und zu 72 Prozent Anwender die Orgatechnik. Mit 67 Prozent überwog eindeutig das Interesse an DV-Produkten. Nur 37 Prozent der Besucher kamen hingegen wegen der Bürosessel oder anderer Einrichtungsgegenstände. Das Publikum setzte sich nach der offiziellen Befragung hauptsächlich aus mittelständischen Kunden zusammen. Zur Herkunft der Messegäste wollte die Köln Messe nichts sagen - Aussteller glauben zu wissen, warum: Die "internationale Büromesse", da machten sie sich nichts vor, sei vor allem eine regionale Veranstaltung. Das schließe ja nicht aus, daß auch einige Großunternehmen, die ohnehin jede Messe abgrasten, auch aus München oder Hamburg Mitarbeiter nach Köln geschickt hätten.

Angesichts der starken Konzentration der meisten Hersteller auf den Mittelstandsmarkt lagen die Organisatoren der Orgatechnik-Kongresse dieses Jahr mit ihren Themen offenbar voll daneben - was sich in den im Vergleich zu den Vorjahren mehr als dürftigen Teilnehmerzahlen niederschlug.

Veranstaltungen über ISDN, Unix oder die Deregulierung der Bundespost gerieten so eher zu Insidertreffen mit Workshop-Atmosphäre, deren Teilnehmer sich vornehmlich aus den Reihen der Industrie und Lobbyisten aus der Großanwenderszene rekrutierte. "Echte" unabhängige User wurden, sofern sie Oberhaupt präsent waren, wie auf einem silbernen Tablett dargereicht.