Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

15.02.1991 - 

DGB-Wissenschaftler veröffentlichen Studie

Wettbewerb gefährdet auch DV-Arbeitsplätze

DÜSSELDORF (CW) - Risse in der Wachstumsbranche Computer registriert das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut des DGB (WSI), Düsseldorf. Der Markt sei durch einen deutlich verschärften Wettbewerb gekennzeichnet, der sich nachteilig auf Beschäftigung und Arbeitsbedingungen auswirke.

Nicht nur in den Vereinigten Staaten kommt es nach einer WSI-Studie zu Massenentlassungen, auch in Europa und der Bundesrepublik zeigen sich die Folgen ökonomischer Umstrukturierungen. Unternehmen wie die ehemalige Nixdorf AG, Philips, Bull, DEC oder IBM haben laut WSI ihre Belegschaftszahlen durch Entlassungen, Frühpensionierungen, Einstellungsstops und andere personelle Maßnahmen reduziert oder sind gegenwärtig dabei, Arbeitsplätze abzubauen. Die Branche sei durch eine starke Konzentration gekennzeichnet: Konkurse, Aufkäufe und Fusionen prägten das Bild.

Für diese Negativ-Entwicklung nennen die Gewerkschafts-Wissenschaftler verschiedene Gründe. So leiden viele Hersteller unter der weltweiten Dominanz japanischer Chip-Produzenten, die mehr als 50 Prozent des weltweiten Marktvolumens unter sich aufteilen.

Ebenso ungesund erscheint den WSI-Mitarbeitern die Entwicklung im Hardwaremarkt: Etwa ein Drittel sämtlicher Geräte trage das IBM-Logo. Die Wissenschaftler machen aber nicht nur das fehlende Marktgleichgewicht für die branchenweite Krise verantwortlich; virulent wirkt sich auch die Produktpolitik verschiedener Hersteller aus.

Anbieter von Großrechnern für den kommerziellen Einsatz stecken laut WSI schon jetzt in Absatzschwierigkeiten. Hinzu kommt eine extreme Preiskonkurrenz und - als Folge daraus - ein anhaltender Preisverfall. So beklagen viele Unternehmen trotz steigender Umsatzzahlen einen Rückgang der Gewinnmargen.

Den mittel- und kleinbetrieblichen Softwaremarkt in der Bundesrepublik halten die Marktbeobachter für gefährdet, weil immer mehr traditionelle Hardwareunternehmen in den Markt für Software und Services hineindrängen. Auch die Verbreitung von Standardsoftware, begünstigt durch technische Trends, lasse die Kleinanbieter zunehmend um ihre Existenz bangen. Allein 1989 wurde laut ISW schon ein Drittel des gesamten Softwareumsatzes in Deutschland mit Standardsoftware erzielt. Die Tendenz sei weiterhin steigend.

Je 21 Prozent des deutschen Softwaremarktes entfielen auf Individualsoftware, Hardwarewartung und Services. Vielen kleinen Software- und Beratungsunternehmen prognostizieren die Gewerkschaftler "in der nächsten Zukunft" das Aus. Andere können sich in Nischenpositionen halten, wobei allerdings häufig Dienstleistungen zu Dumping-Preisen angeboten werden müßten.