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09.05.2003 - 

Umstrittene Entscheidung des Regulierers

Wettbewerb im Ortsnetz stockt

MÜNCHEN (pg) - Für den Wettbewerb im Ortsnetz gelten neue Parameter. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) hat die Mietgebühr für die letzte Meile gesenkt, gleichzeitig aber einen Interconnection-Aufschlag von 0,4 Cent festgesetzt. Das Echo im Markt fällt negativ aus.

Matthias Kurth, Chef der Reg TP, hat ein Machtwort gesprochen. Seine Behörde legte jetzt nach über zwei Jahren den Mietpreis für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) neu fest. Statt bisher 12,48 Euro müssen die Konkurrenten der Deutschen Telekom ab sofort nur noch 11,80 Euro pro Monat für die Anmietung des Kupferkabels zum Endkunden bezahlen. Die Reg TP verfügte aber gleichzeitig eine Erhöhung des Zusammenschaltungsentgelts im Ortsnetz ab 1. Juli 2003 um 0,4 Cent.

Die Reaktionen der Protagonisten auf die Entscheidung der Reg TP fallen durchweg verhalten aus. Die Telekom gab zwar keine offizielle Stellungnahme ab, dürfte aber wenig erfreut sein. Die Bonner hatten im Vorfeld eine Erhöhung der TAL-Miete auf 17,40 Euro sowie einen Interconnection-Aufschlag von 0,6 Cent mit dem Argument gefordert, das Unternehmen arbeite im Anschlussbereich nicht kostendeckend.

Kein Hehl aus seiner Enttäuschung über die Preisbestimmungen der Behörde machte der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM). Der VATM sieht seine Mitglieder weiterhin mit unangemessen hohen Kosten für die Nutzung der TAL belastet. Die Telekom, so der Vorwurf, könne den Wettbewerb auch künftig behindern, weil ihre Konkurrenten trotz der leichten Absenkung des TAL-Preises für die Anmietung des blanken Kabels zum Endkunden nur geringfügig weniger bezahlen als die Kunden der Telekom für den kompletten analogen Anschluss. Im Klartext heißt das: Die alternativen Anbieter müssen die nackte Leitung erst noch veredeln, während die Telekom ihren Kunden für nahezu denselben Preis bereits einen Komplettservice anbietet.

Als "krasse Fehlentscheidung" bezeichnet auch der Breko, ein Zusammenschluss von City-Carriern, den neuen TAL-Tarif. Die Stadtnetzbetreiber hatten vor der Entscheidung der Reg TP argumentiert, dass eine TAL-Miete in Höhe von sieben Euro selbst auf eine Neuverkabelung gerechnet noch rentabel wäre.

"Der neue TAL-Preis ist als ein sachgerechter und kostenorientierter Preis Garant für einen langfristig angelegten Wettbewerb im deutschen TK-Markt", verteidigt indes Reg-TP-Chef Kurth die Festsetzung der TAL auf 11,80 Euro. Mit der getroffenen Entscheidung liege man, so der Wettbewerbshüter, im europäischen Vergleich im guten Durchschnitt.

Scharfe Kritik erntete Kurth auch wegen der Erhöhung der Zusammenschaltungskosten im Ortsnetz: "Mit einem Aufschlag von 0,4 Cent wird der Wettbewerb in einem neuen Segment behindert, bevor er sich wirklich entfalten konnte", moniert Harald Stöber, Chef des größten Telekom-Konkurrenten Arcor. Damit spricht er die Option der Kunden an, seit 25. April bei Telefonaten im Ortsnetz durch die Vorwahl einer spezifischen Betreibernummer den günstigsten Carrier selbst auszuwählen (Call-by-Call). Ab 9. Juli wird dann auch die Preselection, also die feste Voreinstellung auf einen alternativen Netzbetreiber, möglich sein.

Ebenso wie Arcor laufen auch andere Anbieter wie Tele 2 oder 01051 Telecom, die bundesweit Ortsnetztelefonate vermarkten wollen, gegen die Erhöhung der Interconnection-Gebühren um 0,4 Cent Sturm. Sie müssen ab 1. Juli in der Hauptzeit 1,7 Cent und in der Nebenzeit 1,28 Cent pro Minute an die Telekom überweisen. Damit, so ihre Kritik, werde ihnen jeglicher Spielraum für Margen im Wettbewerb gegenüber der Telekom genommen.