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28.06.1985 - 

Halbleiterbranche will nach Japan:

Wettbewerb statt Sonderzoll

WASHINGTON (CW) - Die amerikanische Halbleiterindustrie will sich den bisher kaum zugänglichen japanischen Markt jetzt auf dem Klageweg erschließen. Eine entsprechende Beschwerde beim US-Handelsbeauftragten wurde in der vergangenen Woche von der Semiconductor Industrie Association eingereicht, die damit im Konflikt mit den japanischen Produzenten gleich zwei Fronten auf einmal eröffnet hat.

Wegen unfairer Handelspraktiken der japanischen Anbieter am US-Markt hat der Verband in jüngster Zeit mehrfach die Einleitung von Untersuchungen über die japanische Preispolitik bei Halbleitern angedroht.

Nach dem jetzt angestrengten Verfahren, das im Rahmen des Trade Act von 1974 abgewickelt wird, hat die amerikanische Regierung und hier insbesondere der Handelsbeauftragte, 45 Tage Zeit, um die Berechtigung der Beschwerde zu prüfen und wenn dies festgestellt wird, ein formales Verfahren einzuleiten. Der Verband beklagt, daß die US-Hersteller seit nunmehr zehn Jahren vergeblich versuchen, am japanischen Markt Fuß zu fassen. Der Marktanteil amerikanischer Unternehmen habe in Japan niemals über zehn Prozent gelegen. Die Regierung Reagan solle, so die Forderung der SIA, unverzüglich in Verhandlungen mit der japanischen Regierung eintreten, um eine "sofortige und deutliche Verbesserung der US-Umsätze in Japan" zu erreichen. Gleichzeitig werden Maßnahmen gefordert, die gegenwärtiges und potentielles Dumping japanischer Anbieter am amerikanischen Markt unterbinden.

Nach Angaben der SIA hielten US-Hersteller 1984 einen Weltmarktanteil von 54 Prozent, was einem Umsatz von rund 14 Milliarden Dollar entsprochen habe. In Japan habe der Marktanteil der Amerikaner bei lediglich elf Prozent, der Umsatz bei 900 Millionen Dollar gelegen. Der Rest des insgesamt acht Milliarden Dollar großen japanischen Marktes sei fest in der Hand inländischer Anbieter gewesen. Weltweit erzielten die Japaner mit einem Umsatz von 9,9 Milliarden Dollar einen Marktanteil von 39 Prozent.

Die Politik der japanischen Regierung habe, so die SIA, zu den Problemen der US-Hersteller beigetragen, indem sie den Schutz der eigenen Industrie betrieb. Die japanischen Hersteller hätten gleichzeitig systematisch Überkapazitäten auf gebaut, die zu einem Dumping ihrer Halbleiter auf dem amerikanischen Markt führen könnten. Ein Gegengewicht zu dieser Expansion könnte aufgebaut werden, wenn sich US-Firmen am japanischen Markt etablieren und dort in Wettbewerb mit nationalen Anbietern treten könnten.