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14.03.1997 - 

Vier aktuelle Pakete im Überblick

Wettbewerb um kaufmännische Systeme wird immer härter

Mit der Version 5.0 von Office Control Easy nimmt der Münchner Anbieter Magix Software erstmals eine Spezialisierung nach bestimmten Anwendergruppen vor. Das Paket richtet sich vor allem an Benutzer aus den Bereichen Handel, Dienstleistung und Handwerk, alles in allem User, die die doppelte Buchführung anwenden müssen. Benutzern hingegen, die nur die Einnahmeüberschußbuchhaltung benötigen, bietet der Hersteller eine auf Freiberufler spezialisierte Lösung an. Anfängern der Kaufmannslösung von Magix wird der Einstieg über die mitgelieferte Schulungs CD-ROM erleichtert. Zu den Modulen gehören eine Finanzbuchhaltung mit kompletter Bilanzierung, Umsatzsteuervoranmeldung, offene Postenverwaltung mit integriertem Mahnwesen sowie Möglichkeiten für den Scheck- und Überweisungsdruck. Um den Umgang mit dem Steuerberater zu erleichtern, wurde eine komplette Datev-Schnittstelle implementiert.

Office Control Easy 5.0 ist seit der ersten Version für den Netzwerkeinsatz unter Novell, NT oder Windows 95 konzipiert und kostet rund 300 Mark. Für 200 Mark mehr bekommt der Interessent eine Artikelgewichtsverwaltung, automatische Preisberechnung sowie ein komplettes Warenwirtschaftssystem inklusive Bestellwesen geliefert. Fazit: Bei Office Control Easy 5.0 handelt es sich um eine Komplettlösung, die sowohl für Einsteiger als auch für Profis geeignet ist und ein akzeptables Preis-Leistungs-Verhältnis besitzt.

Nachdem die Firma Intuit sich mit Quicken bereits einen Namen bei vielen Privatanwendern machen konnte, versucht sich der Hersteller mit Quickbooks 4.0 nun auch im Markt der kaufmännischen Systeme. Man merkt dem Programm an, daß der Anbieter hier Neuland betritt. Während die Benutzerführung einfach und mit vielen Hilfen konzipiert wurde, weist das Paket in anderen Bereichen gravierende Mängel auf. So fehlen etwa wichtige Anforderungen für Buchhalter. Für Buchungen steht eine tabellarische, wenngleich für Einzelbuchungen sehr unübersichtliche Maske zur Verfügung. Dafür lassen sich sowohl Einnahmeüberschußrechnung als auch doppelte Buchführung mit Bilanzierung erledigen. Auch die Wahl zwischen Soll- und Ist-Versteuerung läßt sich ohne größere Schwierigkeiten treffen. Alle wichtigen Auswertungen wie Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen lassen sich per Mausklick erstellen.

Wohl größtes Manko: Dem Paket fehlt es an einer Funktion für das Mahnwesen. Lediglich Mahngebühren und Mahnrechnungen kann der Anwender erstellen. Ebenso läßt die Funktionalität des Bestellwesens sehr zu wünschen übrig. Negativ fallen auch die Ex- und Import-Features auf: Diese unterstützen lediglich das recht proprietäre IIF-Format, was den Zugriff auf Unternehmensdaten externer Datenbanken sehr erschwert.

Wie vom Hersteller einer Kontoführungssoftware nicht anders zu erwarten, wurden die Aufgaben des Zahlungsverkehrs von Intuits "Quicken" übernommen und ergänzt. Zudem lassen sich Disketten für den beleglosen Datenträgeraustausch mit der Bank automatisch erstellen. Zwar arbeitet Quickbooks bei der Verwendung eines sogenannten Logbuches langsamer und benötigt mehr Festplattenspeicher; dafür wird alles protokolliert, was in der Buchhaltung geschieht. Für den Einsatz im Netz ist Quickbooks nicht vorgesehen, so daß das Paket vor allem für größere Firmen kaum in Frage kommt. Fazit: Quickbooks eignet sich nur für Einzelgewerbetreibende. Eine passende Fakturierung ist nicht im Angebot.

Lexware offeriert mit der Version 2.0 von PC-Buchhalter eine reine Finanzbuchhaltungssoftware. Die Fakturierung muß also durch ein externes Programm oder alternativ durch "PC-Faktura" aus dem gleichen Haus geleistet werden. Dafür kann sich der Käufer entsprechend seinen Bedürfnissen entweder für die Einnahmeüberschußrechnung oder für die doppelte Buchführung entscheiden. Die Assistenten und Hilfefunktionen sind sehr ausführlich und ersetzen zusammen mit dem beigelegten Lehrbuch fast eine kaufmännische Ausbildung des Anwenders. Selbst auf aktuelle Gesetzesangaben und Fundstellen wird eingegangen. Neben der reinen Buchungserfassung wurde auch eine Verwaltung für offene Posten sowie ein dreistufiges Mahnwesen integriert. Über das Modul Zahlungsverkehr lassen sich DAT-Disketten inklusive Begleitbeleg erstellen. Das Ausfüllen von Scheck- und Überweisungsformularen unterstützt der Buchhalter allerdings nicht. Enthalten ist jedoch ein Zahlungskalender mit Fälligkeitsübersicht. Nicht zu verstehen ist, daß bei gewählter Einnahmenüberschußrechnung zwar Umsatzsteuervoranmeldungen für das Finanzamt automatisch erstellt werden können, eine Jahresumsatzsteuererklärung jedoch gänzlich fehlt.

Über den integrierten Abschreibungsrechner lassen sich auf Wunsch Anlagekonten ausdrucken und ein Anlagespiegel für das gesamte Unternehmen erstellen. Für die Zusammenarbeit mit Steuerberatern enthält das Produkt eine Datev-Schnittstelle. Der Kontakt mit anderen Applikationen erfolgt über das ASCII-Export-Interface. Zur Herstellung der Transparenz stehen Standardauswertungen für Bilanz, Stichtagsbilanz, Umsatzsteuervoranmeldung sowie Zahlungswesen zur Verfügung. Fazit: Der Buchhalter ist das geeignete Programm für alle Anwender, die eine Fakturierung oder Warenwirtschaft und zusätzlich eine Buchhaltung benötigen.

Auch die kürzlich übernommene KHK-Software AG aus Frankfurt hat ihren Klassiker PC-Kaufmann als echte 32-Bit-Applikation auf den Markt gebracht. Das Paket wurde um die Bezeichnung "Professional" ergänzt. Dabei handelt es sich um eine Komplettlösung für Kaufleute, Gewerbetreibende und Dienstleister. Neben der Buchhaltung finden sich eine Kunden-, Artikel-, und Lieferantenverwaltung, eine Angebotsschreibung, Bestellwesen sowie eine Lagerverwaltung mit kompletter Inventur.

Neu integriert wurden die Angebotsbuchhaltung, Stücklisten und Mengenstaffel. Die Artikelverwaltung erlaubt nun auch die Nutzung kundenspezifischer Preise. Auch das Kassenbuch ist integraler Bestandteil der Anwendung. Der Benutzer kann seinen gesamten Zahlungsverkehr aus dem Kaufmann heraus erledigen, selbst der Ausdruck auf Überweisungsformulare wurde integriert. Die offenen Posten werden von der Fakturierung automatisch in die Fibu übernommen. Für den Buchhalter stehen Auswertungsmodule wie Umsatzsteuervoranmeldung, betriebswirtschaftliche Auswertungen oder Saldenlisten parat.

Die intensivierte Zusammenarbeit mit Microsoft schlägt sich in Form der MS-Office-Anbindung nieder. Gelungen ist die neu entwickelte Korrespondenzverwaltung, die einen Online-Zugriff auf den gesamten Briefverkehr mit Lieferanten und Kunden erlaubt. Der elektronische Buchhalter ist jedoch leider sehr unausgereift. Im Netzwerkeinsatz leidet das Programm an erheblichen Performance-Problemen. Das Antwortzeitverhalten ist selbst auf schnellen Maschinen beim Durchsuchen nur mangelhaft. Fazit: Für Anwender der Vorversion handelt es sich um ein sinnvolles Update, andere erhalten vergleichbare Leistungsmerkmale für erheblich weniger Geld.