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27.05.1988 - 

Fraunhofer-Institut bietet strategisches Instrument als Unterstützung an, Teil 2:

Wettbewerbsorientierung ist Leitstern für Technikplanung

Informatik-Systeme spielen für unternehmerische Erfolgsfaktoren eine entscheidende Rolle - wenn eine fundierte Planung den Weg dazu ebnet, meinen Experten des Fraunhofer-lnstituts für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart*. Sie wollen deshalb Orientierungshilfe zur strategischen Planung der Informationsverarbeitung geben: Im Blick steht dabei die Analyse der Wettbewerbsumwelt des Unternehmens.

Technologieplanung wird zunehmend als strategische Aufgabe erkannt. Die Forderung lautet, daß alle Investitionen, sei es in Forschung und Entwicklung, im Vertrieb oder in der Organisation, auf die Erfolgsfaktoren im zukünftigen Wettbewerb ausgerichtet werden müssen. Um die Anforderungen der Wettbewerbsumwelt einer Unternehmung bestimmen zu können, sind die strategisch wichtigen Elemente herauszufiltern, die für Erfolg oder Mißerfolg unternehmerischen Handelns verantwortlich sind.

Modul 1: Analyse der Wettbewerbsumwelt

Die Ausprägung relevanter Größen der Wettbewerbsumwelt werden mit standardisierten Erhebungsinstrumenten bei den betrieblichen Entscheidungsträgern abgefragt, von einem Planungsteam aufbereitet und mit den Entscheidungsträgern diskutiert. Empirisch konnte nachgewiesen werden, daß vor allem die Dynamik und die Heterogenität der Umwelt bestimmende Faktoren für die Wettbewerbssituation, in der sich eine Unternehmung befindet, darstellen (Abbildung 1).

In einer Erhebung schätzen die Entscheidungsträger die aktuelle und zukünftige Wettbewerbsumwelt ein Als Ergebnis der Umweltanalyse lassen sich mögliche Entwicklungstrends der Unternehmensumwelt abschätzen, die je nach Bedarf für die Umwelt der Gesamtunternehmung als auch für unterschiedliche Organisationseinheiten vorgenommen werden kann. Mit unterschiedlichen Umwelttrends verbinden sich strategische Aktionsmöglichkeiten. Sie werden in Abstimmung mit den Entscheidungsträgern mit dem Ziel einer komprimierten Beschreibung der Unternehmensstrategie verifiziert.

Modul 2: luK-Technologie und Wettbewerb

Die Herausforderungen an die Unternehmung lassen sich an drei Kriterien und potentiellen Einsatzfeldern von IuK-Technologien ermitteln wie im "Erfolgsfaktor Bürokommunikation", Berlin, München Siemens AG (Hrsg.) 1986, beschrieben:

- Struktur, Branche und damit die Regeln des Wettbewerbs lassen sich mit Wirkung auf das Verhältnis zwischen Unternehmen, Lieferanten, Vertriebskanälen und Märkten verändern (zum Beispiel Vergrößerung des Marktes, Bindung der Kunden und richtige Einschätzung der aktuellen Marktsituation, Veränderung der Wettbewerbsbreite durch Abstimmung von Installationsplanen, Online-Diagnose, rechnerunterstützte Programmierarbeitsplätze, Verringerung der Markteintrittsbarrieren durch Nutzung von Methodenbanken und Patentrecherchen, Erhöhung der Markteintrittsbarrieren für Konkurrenten durch einen Kooperationsverbund mit anderen Unternehmen im Bereich verketteter Systeme).

- Neue Möglichkeiten zum Erzielen von Wettbewerbsvorteilen lassen sich mit Wirkung in der Fertigung auf die Beziehungen zwischen Losgrößen, Automatisierung und Flexibilität schaffen (zum Beispiel rasches und flexibles Reagieren auf Kundenbedürfnisse, individuelle Beratung und hoher Service, Veränderung von Inhalt und Abwicklung der Aufgaben im Sinne eines Werkzeuges für effektive Büroarbeit und effiziente innerbetriebliche Abwicklung, Übernahme von Optimierungs- und Steuerungsaufgaben, Unterstützung von Führungsfunktionen, Erheben bisher nicht verfügbarer Daten, Sicherung der Liefer- und Leistungsfähigkeit und Auswirkung auf Produktgestaltung und Vermarktungskonzepte).

- Potentiale für Innovationen und neue Tätigkeitsfelder, etwa neue Wertschöpfungen und für ein Verändern der Art und Weise, in der Wertschöpfungsaktivitäten abgewickelt und miteinander verknüpft werden, was sich auf die Lieferzeiten auswirken kann, abgeleitete Nachfrage nach neuen Produkten und Dienstleistungen wie zum Beispiel Einrichtung von Dienstleistungszentren für Schulung und Einführung, Substitution von Produkten und Dienstleistungen auf der Grundlage von Informations- und Kommunikationstechniken.

Die Rolle der Informationssysteme im Unternehmen hängt davon ab, wie diese die Position des Unternehmens beeinflussen und wie sie sich auf die einzelnen Erfolgsfaktoren auswirken. Zunehmend kristallisiert sich dabei heraus, daß ihnen eine Schlüsselrolle zukommt.

Eine Befragung von Experten in der Unternehmung ergibt vor dem Hintergrund der zukünftigen strategischen Ausrichtung Ansatzpunkte für Einsatzmöglichkeiten von organisatorisch/technischen Konzepten zur Strategieumsetzung.

Modul 3: Interne Potentialanalyse

Die Implementation eines zukunftsorientierten Konzeptes wird erfahrungsgemäß immer dann auf Ablehnung stoßen, wenn im aktuellen Ablauf drängende Probleme vorliegen. Diese müssen in der Regel kurzfristig beseitigt werden, da sonst eine proaktive Vorgehensweise häufig zu spät kommt. Zum Teil liegen auch in den Bereichen bereits konkrete Anforderungen vor, welche in die Planung integriert werden können. Dabei kann in Kauf genommen werden, daß vorübergehend eine Insellösung installiert wird. Weiterhin muß die Planung auch die bestehende technische Infrastrukturplanung einbeziehen. Dies ist beispielsweise immer dann von Bedeutung, wenn in der Unternehmung eigenentwickelte Softwarepakete eingesetzt werden, die nicht auf das neue Konzept portabel sind, und die bestehende Hardware noch nicht abgeschrieben ist und so das Problem des Investitionsschutzes auftaucht.

Diese Faktoren werden anhand einer strukturierten Liste erfaßt (Abbildung 2).

In der nächsten Folge verdeutlichen die Autoren an den Fallbeispielen "Dienstleistungsunternehmen" sowie "Software-Engineering" ihr Konzept zur strategischen Planung der Informationsverarbeitung.

* Hans-Peter Fröschle, Dr. Joachim Niemeier, Martina Schäfer

Papiertiger

Strategische Planung der Informationsverarbeitung im Unternehmen will gelernt sein. Der Orientierungsrahmen der Experten des Fraunhofer-lnstituts für Arbeitswirtschaft und Organisation trägt 80 auch das Motto: Statt wie üblich nur zu reagieren, sind Veränderungen vorausdenkend in den Griff zu bekommen.

Bisher bewähren sich allerdings marktfeile Ratschläge vielfach nur auf dem Papier, zudem verschreckt das Fachchinesisch in Strategiediskussionen den Anwender, kritisieren die IAO-Experten. In einer dreiteiligen Folge erarbeiteten die Stuttgarter deshalb zunächst die Problemstellung, beschäftigen sich in dieser Folge mit der Analyse von Erfolgsfaktoren und verdeutlichen schließlich im dritten und letzten Beitrag ihre Überlegungen zur strategischen Planung der Informationsverarbeitung an zwei Fallbeispielen.