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09.08.1991 - 

IBM und Dell docken PCs an Hitachi-Host

Wettbüro rüstet 2000 Filialen als Client-Server-Umgebung aus

LONDON (CW) - Der Welt größtes Wettbüro, Landbrokes mit Sitz in Harrow, Middlesex, läßt auf Pferde setzen und erzielt damit - O-Ton - "hübsche Gewinne". Um die Arbeit ihrer auf dem britischen Inselreich verstreuten 11 000 Mitarbeiter in 2000 Büros effizienter zu gestalten, bedienen sich die Wetter nicht einer üblichen Host Terminal-Topologie, sondern nutzen die Vorteile einer Client-Server-Architektur.

Ein wesentliches Problem der Ladbrokes-Manager stellt die Personalfluktuation in den einzelnen Dependancen dar, deren Effizienz unter diesen Personalwechseln leidet. Bislang konnten die Oberen in Harrow kaum Aussagen über An- und Abwesenheit oder den Kranken- und Urlaubsstand ihrer Mitarbeiter machen. Zudem war es dem Ladbrokes-Management bislang nicht möglich, den Anteil zu messen, den jede einzelne Wettannahmestelle zum Gesamtgewinn beiträgt.

An der selbstverschuldeten Unwissenheit hat sich mit der Installation eines PC-Netzwerks, in dem sowohl eine Personalverwaltungssoftware als auch eine Oracle-Datenbank unter Dell- und IBM-Rechnern laufen, nach Meinung der Ladbrokes-Verantwortlichen einiges geändert.

Alle Außenstellen "berichten" mittlerweile an die regionalen Zentralen und diese wiederum an das Harrow-Zentrum des Unternehmens. Dort analysiert ein Hitachi-Mainframe die Daten aus dem gesamten Inselreich - ein klassischer Mainframe-PC-Rechnerverbund also.

Die Entscheidung, anstelle einer herkömmlichen Host-Terminal-Topologie auf PC-LANs zu vertrauen, wurde übrigens nicht aus dem Nichts geboren, vielmehr ist sie Teil einer umfassenden IT-Unternehmensstrategie. Im Headquarter etwa versorgt ein IBM-Server PS/2, Modell 95, zirka 200 PCs in verschiedenen Geschäftsbereichen wie Handel, Personalwesen oder Finanzen über Novells Betriebssystem Netware, Version 3.1, mit Daten.

Auch die für Wettkunden einzig interessante Abteilung, der Kontrollraum der Rennabteilung, ist an dieses Netzwerk angedockt. Im Nervenzentrum von Ladbrokes betätigen sich Spezialisten mit der Berechnung der Totalisatorquoten, die sie über Satellit in ganz Großbritannien vermelden.

Für den Information-Manager bei Ladbrokes, Hugo Smith, hat sich das neue System schon ausgezahlt. Anwendungen wie Wordperfect, Lotus 1-2-3 oder das Grafikprogramm Freelance liegen auf PC-Servern, auf die die angeschlossenen PCs zugreifen. Ganz im Sinne einer Client-Server-Lösung entlastete Ladbrokes seinen Großrechner von der Aufgabe als Applikations-Host und nutzt ihn lediglich als Analysemaschine. Diese Dezentralisation spart Ladbrokes auch insofern Geld, als allgemein verbreitete Software-Anwendungen lediglich einmal gekauft und abrufbereit auf dem Server installiert werden muß. Ganz nebenbei entlastet es auch die Festplattenkapazitäten der einzelnen PC-Arbeitsplätze.

Client-Server-Konzept entlastet Großrechner

Dank benutzerfreundlichen Betriebssystem-Oberflächen wie etwa Windows steigt nach Meinung der Engländer auch die Anwenderqualifizierung und damit die effiziente Ausnutzung des Computersystems. Ausdruck der Nutzung neuartiger Netztopologien in historisch gewachsenen DV-Strukturen ist auch, daß die Headquarter-Mitarbeiter mit dem MVS-kompatiblen Großrechner über die 3270-Emulationssoftware "Attachmate Extra" von ihren PCs aus kommunizieren können.

Befürchtungen, den in den verschiedenen Geschäftsbereichen eingesetzten PC-LANs könne unter der Last der Daten die Luft ausgehen, haben sich bislang nicht bestätigt. Ganz im Gegenteil liegen noch einige ihrer Potentiale brach: So beginnen die Mitarbeiter langsam, die diversen Werkzeuge wie Laserdrucker, Scanner oder Diaproduziersysteme beispielsweise für DTP-Aktivitäten zu nutzen. Auch die PCs in den Außenstellen verwendet man bislang lediglich zum Sammeln und Übertragen von Daten, wobei die landesübergreifende Kommunikation via Modem abgewickelt wird. Smith stapelt bei der Kosten-Nutzen-Rechnung für das neue PC-basierte System eher tief: "Wir erwarten überhaupt nicht, daß sich unsere Investitionen sofort hundertprozentig bezahlt machen. Auf lange Sicht aber erhoffen wir uns, all unsere Wettbüros in den Griff zu bekommen und so nicht nur das gesamte Personalwesen, sondern auch unser eigentliches Geschäft, nämlich Wettannahmen und -analysen, analytisch besser zu bewältigen".

Der einzige Flaschenhals sind die Telefonleitungen, über die die gesamte Kommunikation von den PCs zum Großrechner abgewickelt wird: Hier behalf man sich, indem man die Oracle-Dateien kleiner hielt, bevor sie übermittelt wurden.

Dieser Nachteil werde aber ausgeglichen durch die Schnelligkeit des neues Rechnerverbundes. Rechnet Smith auf: "Im Vergleich zum alten System ist das neue viel schneller und auch zuverlässiger."