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08.03.2002 - 

Messe-Rundgang: Pocket PCs 2002

Wettstreit der Windows-Zwerge

MÜNCHEN (CW) - Seit der Einführung von Microsofts Pocket PC dominierte Compaqs Ipaq 36xx den Markt der Windows-CE-PDAs. Nach dem Update auf "Pocket PC 2002" muss sich der Platzhirsch nun attraktiven Konkurrenten von Casio, HP und Toshiba stellen. Wir haben die vier Top-Handhelds getestet.

Die erste Ipaq-Generation hatte es leicht, sich gegen seine technisch unterlegenen Konkurrenten einen herausragenden Marktanteil zu erobern. Seit dem Debüt des überarbeiteten Systems "Pocket PC 2002" im letzten Herbst, das nach wie vor auf Windows CE 3.0 basiert, hat aber eine Reihe von Herstellern neue Geräte vorgestellt. Auffallend ist zunächst, dass sich die PDAs (Persönliche Digitale Assistenten) von Casio, Compaq, HP und Toshiba in ihren technischen Eckdaten und den Abmessungen weitgehend gleichen. Anstelle der bisherigen Prozessorvielfalt im Pocket-PC-Lager verfügen alle über den von Microsoft zum Standard erhobenen ARM-Prozessor, der derzeit als Intel-Variante "Strongarm SA-1110" mit 206 Megahertz läuft.

Compaq Ipaq 3850Compaq ist seinem bisherigen Erfolgskonzept treu geblieben und hat seine Ipaq-Reihe lediglich dezent überarbeitet. Gegenüber den Modellen 36xx und 37xx verfügt der 3850 jetzt über einen Erweiterungssteckplatz für SD-(Secure Digital-)Karten am oberen Ende des Gehäuses. Damit entfällt der klobige Jacket-Aufsatz, den man bisher brauchte, wenn man einen Ipaq um Speicher-, Netzwerk- oder Modemkarten erweitern wollte. Sehr angenehm fällt beim Ipaq die Darstellungsqualität des Displays auf. Mit einer sichtbaren Höhe von 7,6 Zentimetern ist es auch fünf Millimeter größer als das der Konkurrenten.

Etwas unangenehm wirkt dagegen das glatte Gehäuse, außerdem fehlen die von anderen Geräten her bekannten seitlichen Navigationsknöpfe beziehungsweise -räder, die eine reine Einhandbedienung ermöglichen sollen. Beide Punkte hängen offenkundig mit der Aufsteckkonstruktion der Jackets zusammen. Als großes Plus bietet der Compaq-PDA viele Zusatzprogramme. Neben dem praktischen "Itask"-Taskmanager zählt dazu unter anderem ein Backup-Tool, das Kalender- und Adressdaten vom Arbeitsspeicher in den nicht-flüchtigen Flash-Speicher sichert. Damit bleiben selbst bei einem totalen Versagen der Stromversorgung, bei dem die Daten aus dem flüchtigen RAM verloren gehen, die Inhalte im Gerät noch erhalten. Doch fehlt nach wie vor eine zusätzliche Sicherungsbatterie, wie sie in dieser Geräteklasse üblich ist. Lässt man den Akku völlig leer werden, gehen nach ein bis zwei Tagen alle Daten verloren. Als gut bedienbar erweist sich der große Aktionsknopf. Vor allem bei Spielen erlaubt er flüssiges Navigieren in alle vier Richtungen.

HP Jornada 568Hewlett-Packards neuer Jornada bietet als einziger Pocket PC einen serienmäßigen Klappdeckel, der das Display vor Schmutz und Beschädigungen schützt. Das Gerät schluckt die verbreiteten Steckkarten vom Typ Compact Flash I. Typ-II-Karten wie IBMs Microdrive oder Intels LAN-Karten müssen dagegen leider draußen bleiben. Ein großer Vorteil für reisende Anwender ist der austauschbare Akku, den man zudem durch ein dickeres Modell mit doppelter Laufzeit ersetzen kann. Auch gefällt am HP der griffige Gummirand an den Gehäusekanten. Inkonsequent sind aber die beiden Navigationsknöpfe am linken Rand, die sich mangels eines Auslöseknopfs nicht für eine Einhandbedienung verwenden lassen.

Sehr angenehm fällt im Alltagsbetrieb die Dockingstation auf. Sie liegt schwer auf dem Schreibtisch, der PDA flutscht butterweich in die Steckvorrichtung und lässt sich ebenso einfach herausziehen. Als vorteilhaft erweist sich auch das Netzteil - das kleinste im Testfeld - das bei den stromhungrigen Pocket PCs auf Reisen nicht fehlen darf.

Auch die umfangreiche Softwareausstattung des Jornada überzeugt. Neben Backup-Tools hat HP hier auch an einen Task-Switcher/Killer gedacht. Dieses Hilfsprogramm beseitigt ein notorisches Pocket-PC-Manko, dass Anwendungen sich nie wirklich beenden lassen und nach und nach den Arbeitsspeicher zumüllen. Positiv erwähnen sollte man auch beim Jornada den Aktionsknopf auf dem Bedientastenfeld. Die Wippe ist zwar etwas klein ausgefallen, lässt sich aber weich in alle Richtungen bewegen und findet seine Ergänzung durch den darunter liegenden Auslöseknopf.

Toshiba e570Ins Auge fällt Toshibas Handheld "e570" durch sein klares, edles Design und sein etwas zierlicheres Format. Wie der Jornada liegt er dank seitlich angebrachter Gummileisten gut in der Hand. Ein dickes Plus verdient sich der Rechner durch seine zwei übereinander liegenden Einschübe: Einer nimmt Compact-Flash-Karten vom dickeren Typ II sowie SD-Karten auf. Einzig über die Schutzklappe lässt sich streiten. Zwar erscheint sie praktischer als die Slot-Dummies der Konkurrenz, aber sie wirkt billig und dürfte nicht allzu viele Wechselspiele mit Erweiterungskarten mitmachen.

Wenig Freude bereitet das Display des e570. Die Ausleuchtung war beim Testgerät ungleichmäßig, die Darstellungsqualität verschlechterte sich bei leicht schräger Draufsicht deutlich. Ganz düster sieht es beim Toshiba in Sachen Software aus - dem Hersteller würde ein Seitenblick zur Konkurrenz nicht schaden. Man beschränkt sich auf das, was Microsoft in sein Pocket PC 2002 gepackt hat. Eine Sicherung der PIM-Daten (PIM = Personal Information Manager) ist beispielsweise lediglich auf eine externe Speicherkarte möglich. Wenig komfortabel sind auch die Einstellungen der Energiesparoptionen ausgefallen. Angesichts der üppigen Beigaben der Konkurrenz ist das eindeutig zu wenig.

Extrem lästig ist auch die Handhabung der Dockingstation zum Batterieladen und Synchronisieren von Daten: Nur mit zwei Händen lässt sich der e570 aus der billigen Plastikhalterung heraushebeln. Auch der Aktionsknopf des Rechners vermittelt einen eher zwiespältigen Eindruck: Zum Ansteuern von Menüeinträgen kann man ihn kaum verwenden, da er wacklig ist und keinen klaren Druckpunkt bietet. Für Spiele hingegen ist die Wippe gut zu gebrauchen. Wie beim Ipaq fehlt auch hier eine zusätzliche Sicherungsbatterie. Angesichts mangelhafter Datensicherungsoptionen darf man sich somit auf regelmäßigen Ärger gefasst machen.

Casio Cassiopeia E-200G

Auch Casio hat sich von seiner alten Pocket-PC-Serie verabschiedet und ein völlig neues Gerät herausgebracht. Durch seine ungünstigere Formgebung und sein glattes Äußeres liegt der Cassiopeia aber nicht so gut in der Hand wie die anderen Handhelds. Am besten hat Casio jedoch das Thema Erweiterbarkeit gelöst. Wie der e570 verfügt der Cassiopeia über einen CF-II und einen SD-Einschub. Letzterer wird aber mit einer abenteuerlich konstruierten Platiskklappe verschlossen, was ihn für zukünftige SD-I/O-Karten mit größerer Baulänge unbrauchbar macht.

Andererseits lassen sich auch USB-Zusatzgeräte an den Cassiopeia anschließen, sofern CE-Treiber vorhanden sind - entweder über eine Buchse an der Dockingstation oder über einen separat erhältlichen Adapter für den PDA.

Als Einziger im Testfeld erfüllt der Cassiopeia mit seinem seitlichen Navigationsrad mit Auslöseknopf die Voraussetzungen für Einhandbedienung. Als nervig erwies sich hingegen der ebenfalls seitlich angebrachte Einschaltknopf, der wegen seiner versenkten Lage schlecht zu bedienen ist. Der Akku lässt sich wie beim Jornada austauschen, allerdings nicht durch einen größeren ersetzen. Das Display hinterlässt zwar einen sehr guten Eindruck, nachteilig macht sich aber eine etwas einseitige Ausleuchtung bemerkbar.

FazitObwohl sich die mit Pocket PC 2002 ausgestatteten Handhelds nach dem ersten Eindruck sehr ähneln, lohnt sich der Blick auf die Ausstattungsdetails. Wer Wert auf Erweiterbarkeit legt, sollte sich den Cassiopeia näher ansehen, ansonsten dürften der Ipaq und der Jornada die attraktivsten Optionen bieten, wenn auch auf verschiedenen Gebiten. Allerdings bleiben die generellen Probleme der Windows-CE-Plattform auch bei den neuen Geräten virulent. Mit etwa 670 Euro Straßenpreis sind schon die Einstiegspreise sehr saftig. Bei den hohen technischen Anforderungen des Multimedia-Betriebssystems sind Low-Cost-Geräte mit Graustrufen-Display und der Handlichkeit der kleinen Palms in nächster Zeit wohl nicht zu erwarten. (wm)

Vergleichstest: Die neuen PDAs mit Microsoft Pocket PC 2002Hersteller / Casio / Compaq / Hewlett-Packard / Toshiba

Gerät / Cassiopeia E-200 / Ipaq 3850 / Jornada 568 / e570

Prozessor / Intel Strongarm 206 Megahertz / Intel Strongarm 206 Megahertz / Intel Strongarm 206 Megahertz / Intel Strongarm 206 Megahertz

ROM/RAM / 32/64 MB / 32/64 MB / 32/64 MB / 32/64 MB

Display / Reflexiv-TFT, 65.536 Farben / Reflexiv-TFT, 65.536 Farben / Reflexiv-TFT, 65.536 Farben / Reflexiv-TFT, 65.536 Farben

Abmessung in Millimetern / 130 x 82 x 17,5 / 135 x 84 x 16 / 132 x 76,5 x 17,2 / 124 x 76 x 17,5

Gewicht / 190 Gramm / 180 Gramm / 173 Gramm / 180 Gramm

Steckplätze / CF Typ II, SD-Card / SD-Card / CF Typ I / CF Typ II, SD-Card

Preis / 820 Euro / 767 Euro / 766 Euro / 749 Euro

Halle/Stand / Halle 1, Stand 7e12 / Halle 1, Stand 4h2 / Halle 1, Stand 7i2 / Halle 1, Stand 6h2