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15.05.1987 - 

Thinking Machines beansprucht Titelrolle für sich:

Wettstreit um schnellsten Rechner der Welt

TALLAHASSEE/CAMBRIDGE (CWN) - "Schnellster Computer der Welt" - diesen Titel nehmen momentan die US-Unternehmen ETA Systems Inc. sowie Thinking Machines Corp. für einen ihrer Rechner in Anspruch. Die CDC-Tochter ETA Systems stellte jetzt anläßlich einer Kundeninstallation die ETA 10 vor, die maximal 8,32 Gigaflops pro Sekunde verarbeiten kann. Thinking Machines dagegen brüstet sich mit dem Supercomputer Modell CM-2 für spezielle Anwendungen, der über 65000 Prozessoren verfügt und 2,5 Milliarden Instruktionen in der Sekunde schafft.

Als einer der ersten Anwender hat das Supercomputer-Forschungslabor der Florida State University eine ETA 10 in Betrieb genommen. Im späteren Ausbau soll der Rechner maximal acht CPUs beherbergen. Frühere ETA-Versionen haben es lediglich auf eine Verarbeitungsleistung von 1,2 Gigaflops gebracht. Auf der ETA 10 könnten unter Verwendung eines Fortran-Compilers Programme ablaufen, die für die Cyber 205 oder andere Mitglieder der CDC-Rechnerfamilien geschrieben wurden, hieß es. Eine voll ausgebaute Version mit acht Prozessoren ist dem Hersteller zufolge mit einer Zykluszeit von 7 Nanosekunden dreißigmal schneller als die Cyber 205. Die Preise für den Supercomputer rangieren zwischen 15 und 22 Millionen Dollar.

Noch ist die ETA 10 jedoch nicht in der endgültigen Ausbaustufe lieferbar. Es müssen noch Softwarefehler ausgebügelt werden, bevor die Universität die formelle Zustimmung erteilt. Gegenwärtig läuft der Rechner mit einer Zykluszeit von 12,5 Nanosekunden, ab dem zweiten Halbjahr soll eine Version mit 10,5 Nanosekunden und ab dem 3. Quartal 1988 die Variante mit 7 Nanosekunden erhältlich sein. Der Speicher umfaßt momentan 64 Millionen Worte, für Sommer ist der Ausbau auf 120 Millionen Worte geplant.

Der konkurrierende Supercomputer CM-2 von Thinking Machines ist nach Auskunft der Entwickler für schnelle wissenschaftliche Anwendungen mit großen Datenvolumen geeignet. Bei der Verarbeitung steht für jedes Datenelement ein Prozessor zur Verfügung. Die Preise für diesen Rechner reichen von einer bis fünf Millionen Dollar, wobei wahlweise eine VAX von DEC oder ein Lisp-Rechner von Symbolics als Front-end-Prozessor enthalten ist.

Verglichen mit der CM-1 arbeitet der Nachfolger zweieinhalbmal schneller, hat einen 16mal größeren Speicher und soll mit einer Fließkomma-Option ausgeliefert werden. Des weiteren hat Thinking Machines einen Fortran-Compiler sowie eine Massenspeichereinheit mit 10 GB Kapazität in Aussicht gestellt. Letztere soll Selbstdiagnose- und sogenannte "Selbstheilungs-Fähigkeiten" besitzen.

Der Rechner ist unter anderem ausgelegt für Anwendungen wie Hubschrauber-Simulationen, Objekterkennung, seismische Datenverarbeitung sowie die Simulation von VLSI-Design. Eine weitere potentielle Applikation liege in Star-wars-ähnlicher Verteidigung, erklärte der Hersteller. Perkin-Elmer hat dem Vernehmen nach zwei solcher Anlagen installiert und erwägt damit militärische Anwendungen wie die automatische Zielerkennung.