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10.01.1997 - 

Kolumne

"What´s Next bei Apple"

Nicht jeder kann aus der Not eine Tugend machen. Apple-Chef Gilbert Amelio versucht es zumindest und holt mit der Übernahme der Next Software Inc. Apple-Mitbegründer und Berufsvisionär Steve Jobs zurück.

Als Teilzeitberater ohne feste Management-Aufgabe soll er Apple und seiner schrumpfenden Anwendergemeinde wieder Identität und Ideen vermitteln.

Mit letzteren hat sich Jobs selten schwer getan. Seit der Einführung des Macintosh hapert es allerdings mit dem Umsetzen der Entwürfe in erfolgreiche Produkte. Das nach seinem Rausschmiß bei Apple zunächst als Next Computer gegründete, später in Next Software umfirmierte Unternehmen, pro- duzierte einen technologisch wertvollen Mißerfolg nach dem anderen: Mit dem als Multimedia-Maschine angekündigten "Next-cube" konnte Jobs nicht an den Macintosh-Erfolg anknüpfen. Auch das von Technikern hochgelobte erste objektorientierte Betriebssystem "Nextstep" reüssierte genausowenig wie die Entwicklungsumgebung "Openstep". Genau aus diesen bereits am Markt durchgefallenen Produkten, ergänzt um die ebenfalls von Next stammende Internet-Entwicklungsumgebung "Webobjects", will Apple nun eine zukunftsträchtige, sprich plattformunabhängige Softwarestrategie zimmern.

Sicher, sowohl Nextstep als auch Openstep sind aufgrund ihrer Microkernel-Struktur und ihrer Objektorientiertheit prinzipiell einfach auf verschiedene Plattformen portierbar. Ebenfalls profitieren dürfte Apple von der Multitasking- sowie der Netzwerkfähigkeit des fast zehn Jahre alten Betriebssystems. Daß die Verschmelzung von Mac-OS und Nextstep zunächst für den Power-PC-Chip dennoch technische Probleme aufwerfen dürfte, zeigt sich deutlich an dem Ankündigungstermin, der unternehmensnahen Kreisen zufolge für frühestens Ende 1997 anvisiert ist. Bis auch bisherige Mac-Applikationen unter dem neuen Betriebssystem laufen, könnte sogar noch ein weiteres Jahr vergehen.

Die Frage ist, wie lange die ohnehin schon absprungbereiten Apple-Anwender - vor allem die lange vernachlässigten Nutzer in den Unternehmen - auf neue Produkte warten werden. Wahrscheinlich nicht lange genug, um Apple ohne einen gewaltigen Substanzverlust wieder Tritt fassen zu lassen.