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04.02.1977 - 

Umstellung der Materialwirtschaft auf EDV:

Wichtigste Voraussetzung: Geschäftsleitung steht hinter dem Vorhaben

MÜNCHEN - "Was sind die Hauptschwierigkeiten bei der Umstellung der Materialwirtschaft auf EDV", befragte CW-Redakteurin Nora Hörmann mehrere Anwender für das "Thema der Woche" in CW Nr. 4. Die Aufzählungen der Schwierigkeiten gerieten so lang, daß nur drei Stellungsnahmen auf der Rubrikseite Platz fanden. CW hält nun aber das "übriggebliebene" Statement von Heinz-Dieter Lang (Hauptabteilungsleiter Org./EDV, Filterwerk Mann & Hummel GmbH, Ludwigsburg) für so interessant, daß wir es unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. uk

Die Schwierigkeiten bei der Übernahme der Materialwirtschaft auf EDV habe ich in Obergruppen geteilt. Basis hierfür sind unsere eigenen Fehler, die bei anderen vermieden werden können, wenn man sich an folgende Richtlinien hält:

1. Voraussetzung: Die Geschäftsleitung gibt eine Aktiv-Legitimation und steht dauernd hinter dem Vorhaben. Das ist der wichtigste Punkt überhaupt.

2. Die intensive Zusammenarbeit zwischen Fachabteilung und der EDV-Org.: Das Betrachten als gemeinsame Aufgabe.

3. Klare Aufgabenstellung und Terminierung, wer was bis wann zu tun hat und die Bekanntgabe dieser Tatsache an alle, nicht nur an die Beauftragten.

4. Genügend Zeit und Geduld zum Umgewöhnen - es handelt sich um einen sehr komplexen Vorgang, bei dem Machtstrukturen, die vorhanden sind, zerstört werden. Das bedeutet eine völlige Umwälzung im betrieblichen Organisationsgeschehen.

5. Bereitschaft zur Schulung und Weiterbildung auf allen Ebenen.

6. Vorbereitung durch die leitenden Mitarbeiter des Unternehmens: Die Geschäftsleitung, die Leitung des oder der Fachbereiche und die EDV/Org.-Leitung. Hierbei ist die erste Voraussetzung die Ausbildung eines EDV-Verbindungsmannes für den Fachbereich - mindestens drei Monate lang fulltime".

7. Einberufen einer Instanz, die bei Schwierigkeiten zu entscheiden hat.

8. Aufstellung einer Arbeitsgruppe aus Fachabteilung und EDV, wobei der Verbindungsmann dieser Arbeitsgruppe zur Verfügung stehen muß.

9. Aufgliederung des Vorhabens in Einzelprojekte, und zwar soll jedes dieser Einzelprojekte im Höchstfall 12 Monate Laufzeit haben, damit das Erfolgserlebnis gesichert ist.

10. Die Aufteilung des Betriebes in organisatorische Teilbereiche, da man nicht das Gesamtunternehmen materialmäßig umstellen kann, sondern vorab einen spezifischen Teilbereich sozusagen im Großtest fahren muß. Hierbei muß das System aber tatsächlich echt laufen.

Sind diese Punkte alle vollkommen klar definiert, können die Arbeitsgruppen mit ihrer eigentlichen Aufgabe beginnen.