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11.09.1987

Widerlegt?

Sind wir nun widerlegt - oder sind wir es (leider noch) nicht? Ganz fair, gegenüber Tandem, war es nicht, daß wir die "Ohnmachts-Kolumne" (CW vom 21. August 1987) mit der Spekulation auf eine Leserbrief-Reaktion (siehe Meinungen: "Vernetzen mit Tandem") geschrieben haben. An der Aussage halfen wir fest: Nehmt alles in allem (Host, Abteilungsrechner, PC, 3270, 370-Architektur, SNA, SAA - alles Defacto-Standards), dann hat sich der Großanwender in die aus Einkäufersicht äußerst unangenehme Lage hineinmanövriert, als Netz-Generallieferanten nur noch die IBM wählen zu können. Allenfalls bei Subkontrakten über Spezialnetze kommen Drittanbieter ins Spiel. Ausschreibungen für globale Netzwerke in multinationalen Unternehmen sind dagegen eine Farce. Die Topmanager machen unter sich aus, welche Nicht-IBM-Anbieter unter dem SNA-Schirm von Mother Blue als Alibi-Hersteller auf Widerruf fungieren.

Der Teufel steckt im SNA-Detail: Der DV-Multi definiert die Schnittstellen - alle anderen Hersteller müssen sich, wollen sie ihre Produkte in SNA-Netzwerke einbinden, wohl oder übel anpassen, ohne daß der Kunde diese Zusatzleistungen honoriert. Wettbewerbsverzerrung nennt man das - und die EG-Kommission hatte vor drei Jahren ihren Vorwurf an die Adresse der IBM genau auf diesen Punkt abgestellt. Die IBM muß heute - das immerhin wurde durch die EG-Klage erreicht - ihre SNA-Spezifikationen vier Monate vor der Ankündigung von SNA-Produkten offenlegen.

Ist die IBM nun berechenbarer geworden? Dazu hätte man von Tandem & Co. gerne eine Antwort erhalten. Und auch die EG-Wettbewerbshüter dürfte interessieren, ob sich Big Blue an die vereinbarten SNA-Spielregeln halt - ob insbesondere auch die Maßnahmen greifen, nämlich monopolistische Geschäftspraktiken der IBM zu unterbinden. Die Anschrift der EG-Kommission in Brüssel kann bei der CW-Redaktion angefordert werden.