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19.03.2004 - 

EU-Kommision äußert Bedenken gegen Kauf von Peoplesoft

Widerstand gegen Oracles Übernahmepläne wächst

MÜNCHEN (CW) - Oracles Chancen auf eine feindliche Übernahme von Peoplesoft schrumpfen. Nach dem US-amerikanischen Justizministerium hat nun auch die EU-Kommission ihre Bedenken geäußert. Die Peoplesoft-Verantwortlichen sehen dadurch ihre Verteidigungsfront gestärkt.

Die EU-Kommission hat Oracle schriftlich über ihre Einwände gegen die geplante Peoplesoft-Übernahme informiert. Zwar wurden bislang von beiden Seiten keine Details bekannt gegeben. Im Vorfeld verlautete jedoch aus Kreisen um den Wettbewerbskommissar Mario Monti, die europäische Behörde habe ähnliche Vorbehalte wie das US-amerikanische Justizministerium.

Die US-Behörde hat zusammen mit Staatsanwälten aus sieben verschiedenen Bundesstaaten Klage gegen Oracle eingereicht. Sie fürchten, ein Zusammenschluss beider Unternehmen würde den Wettbewerb im Geschäft mit Business-Applikationen einschränken. Danach würde es neben Marktführer SAP statt zwei nur noch einen Konkurrenten geben. Infolge des nachlassenden Wettbewerbs müssten die Kunden mit einer langsameren Produktentwicklung und steigenden Preisen rechnen. Das Verfahren soll am 7. Juni dieses Jahres beginnen.

Der Argumentation ihrer US-amerikanischen Kollegen schließen sich die Vertreter der Europäischen Kommission offenbar weitgehend an. Die Wettbewerbsprobleme in den USA und Europa würden sich kaum unterscheiden, verlautete aus Brüssel. Monti will die Entscheidung der EU-Kommission in Sachen Oracle am 11. Mai dieses Jahres bekannt geben.

Bis dahin hoffen die Oracle-Verantwortlichen weiter auf eine positive Resonanz der Behörden. Das Vorgehen der europäischen Wettbewerbshüter wollte das im US-amerikanischen Redwood Shores beheimatete Unternehmen vorerst nicht kommentieren. Man werde sich zu gegebener Zeit in schriftlicher und mündlicher Form zu den Vorwürfen äußern, kündigte Oracle-Sprecher Jim Finn an. "Wir sind jedoch froh, endlich Klarheit über die Bedenken der EU-Kommission zu haben." Allerdings zeigte sich der Oracle-Vertreter zuversichtlich, die Argumente der EU-Behörde dahingehend entkräften zu können, dass es auch nach einer Übernahme von Peoplesoft genug Wettbewerb im Markt gebe.

Diese Position teilt das Peoplesoft-Management jedoch nicht. Die Entscheidung der EU-Kommission bestätige die Meinung der Unternehmensführung rund um CEO Craig Conway. Eine Übernahme durch Oracle sei aus kartellrechtlichen Gesichtspunkten nicht durchzusetzen, heißt es in einer offiziellen Verlautbarung. So würden die beiden wichtigsten Wettbewerbsbehörden der Welt der Übernahme skeptisch gegenüberstehen. Die Peoplesoft-Verantwortlichen wehren sich nunmehr seit rund neun Monaten erfolgreich gegen den feindlichen Übernahmeversuch. (ba)