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20.01.2015 - 

1995 ging ChannelPartner an den Start

Wie alles begann

Ronald Wiltscheck widmet sich bei ChannelPartner schwerpunktmäßig den Themen Software, Security und E-Commerce. Außerdem ist er im Event-Geschäft tätig.
In der 20-jährigen Geschichte bewies ChannelPartner eine bemerkenswerte Konstanz – nur drei Chefredakteure lenkten die Geschicke der CP: Damian Sicking von 1995 bis 2007, Christan Meyer bis 2013 und seit zwei Jahren der Autor dieses Beitrags.

Am 20. Januar 2015 feiert ChannelPartner einen runden Geburtstag. An diesem Tag vor genau 20 Jahren erschien nämlich die erste CP-Ausgabe. Dies war der Anlass, sich noch Ende 2014 mit den beiden Ex-Chefredakteuren zu einem längeren Gespräch zu treffen. Wie ging es damals los mit unserem Magazin?

Am 20. Januar 2015 feiert ChannelPartner den 20ten Geburtstag.
Am 20. Januar 2015 feiert ChannelPartner den 20ten Geburtstag.
Foto: Zerbor - fotolia.com

Die Geburt

Im Herbst 1994 arbeitete Damian Sicking noch beim Infomarkt in Düsseldorf und wollte sich beruflich verändern. Da las er zufällig die Stellenanzeige einer Personalberatung: Gesucht wurde ein Chefredakteur für ein neues Channel-Magazin eines Münchner Verlags. Später stellte sich heraus, dass es die damalige Computerwoche GmbH war (heute: IDG Business Media, Anm. d. Red.), und als Ansprechpartner für die Bewerber galt der damalige Herausgeber der Computerwoche, Dieter Eckbauer (2014 verstorben).

"Herrn Eckbauer kannte ich bereits von diversen Presseterminen, wir lagen da schnell auf einer Linie", erinnert sich Sicking. "Es folgten Gespräche mit dem damaligen Computerwoche-GmbH-Geschäftsführer Ralph-Peter Rauchfuss, und der sagte mir recht rasch: ‚Du bist unser Mann!‘" Und so fing Damian Sicking am 1. März als Chefredakteur bei der von Dieter Eckbauer gegründeten IT-Fachhandelszeitschrift des Computerwoche-Verlags an. Damals hieß die Publikation noch "Computer Seller Business", zehn Monate später folgte die Umbenennung in "ComputerPartner" (die Umfirmierung in "ChannelPartner" fand erst 2006 statt). Kurz nach Sicking kam Christian Meyer an Bord, insgesamt umfasste das damalige Redaktionsteam gerade mal drei feste Mitarbeiter plus diverse freie Autoren.

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Die Anfänge von ChannelPartner 1995 waren alles andere als leicht, erinnern sich Sicking und Meyer gemeinsam. Die freien Autoren sind erstmal alle in Streit getreten, weil man ihnen plötzlich einen Chef samt Stellvertreter (Meyer) vorgesetzt hatte. "Unsere Redaktion hat auch nicht in das Verlagsgebäude der Computerwoche GmbH gepasst, wir mussten auf ein Nachbarhaus ausweichen, ins sechste Stockwerk ohne Aufzug", so Sicking weiter. "Das war natürlich eine sportliche Herausforderung - nicht nur für uns, sondern auch für unsere Besucher."

"Die Heftproduktion hat aber im Hauptgebäude stattgefunden - ohne Netzanbindung zu uns. Das heißt, wir liefen oft mit Disketten hin und her", so Meyer weiter. "Da blieben wir fit!" Und auch ansonsten war die vorhandene Infrastruktur nicht wirklich passend: "Wir arbeiteten in einer großen Wohnung", erinnern sich Sicking und Meyer.

Die Bild-Zeitung der Fachhandelsbranche

"Wir galten damals als die 'Bild-Zeitung' der Fachhandelsbranche: Riesen-Lettern auf dem Titelblatt, reißerische Überschriften, viele Balken", so Sicking. Es folgte die obligatorische Reise zur CeBIT, damals noch eine sehr wichtige IT-Messe. Zwischenzeitlich gelang es den beiden Blattmachern, die freien Autoren zu besänftigen, sodass anschließend die Produktion von "ComputerPartner" in geregelten Bahnen verlief.

Damian Sicking: "1995 galten wir als die Bild-Zeitung der Fachhandelsbranche."
Damian Sicking: "1995 galten wir als die Bild-Zeitung der Fachhandelsbranche."
Foto: Damian Sicking

Noch 1995 wurden zwei weitere Redakteure eingestellt. "Das war auch dringend notwendig, denn auf Geheiß der Geschäftsleitung stellten wir die Erscheinungsweise von zwei- auf einwöchentlich um, eigentlich ein Wahnsinn", so Meyer und Sicking übereinstimmend.

Während Christian Meyer sich von einem Head-Hunter gerne von Augsburg nach München lotsen ließ - er hatte früher in der bayerischen Landeshauptstadt studiert und war ledig -, gestaltete sich der Umzug für Damian Sicking schwieriger. Seine damalige Familie blieb noch anderthalb Jahre in Ahaus: "So lange bin ich auch gependelt, in München hatte ich eine kleine möblierte Wohnung - gleich bei der Pferderennbahn in Daglfing."

Christian Meyer: "Die CP war unser Baby, wir haben es großgezogen."
Christian Meyer: "Die CP war unser Baby, wir haben es großgezogen."

"Die CP war unser Baby, wir haben es großgezogen", so Meyer. "Es war nicht immer einfach, aber wir haben alle Kinderkrankheiten gut überstanden", ergänzt Sicking. "Wir konnten quasi aus dem Nichts ein neues Heft erschaffen, und wir konnten dabei so vorgehen, wie wir es für richtig hielten. Wir durften jede Woche ein neues Produkt auf den Markt bringen. Dafür bekamen wir stets gutes Feedback von den Händlern und teilweise auch von den Herstellern. Das fanden wir alle super!"

1995 befand sich der Markt für Channel-Publikationen erst im Entstehungs- und Findungsprozess, viele Hersteller begannen erst mit dem indirekten Vertrieb von IT-Equipment. Dedizierte Partnerprogramme waren noch die Ausnahme. "Es gab auch noch keine speziellen Anzeigenformate für den Channel", blickt Sicking zurück. "Das alles musste erst von Grund auf neu entwickelt werden, aber der Hunger der Industrie nach entsprechenden Informationsportalen für Reseller war geweckt! Wir bei der CP haben da für die Industrie massiv Hilfestellung geleistet."

"Die Distribution steckte damals noch in den Kinderschuhen, Partnerprogramme der Hersteller waren unausgereift, die Zustände am Markt zum Teil chaotisch", erinnert sich Meyer. "Der Preis war damals der alles beherrschende Faktor, dem sämtliche Einkaufsprozesse untergeordnet wurden. Grau- und Re-Importe waren an der Tagesordnung."

Das war die erste Ausgabe der CP, damals noch unter dem Brand Computer Seller Business, vom 20. Januar 1995.
Das war die erste Ausgabe der CP, damals noch unter dem Brand Computer Seller Business, vom 20. Januar 1995.

Sicking ergänzt: "Ja, damals waren noch sehr viele Glücksritter unterwegs, die sich mit ihren begrenzten Möglichkeiten glänzend verkaufen und relativ einfach viel Geld verdienen konnten. Doch diese Glücksritter haben dem Markt auch geschadet, indem sie die Preisspirale noch schneller nach unten zogen."

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