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21.12.2001 - 

Strategien der Unternehmensberatung Cell Consulting

Wie die IT-Branche die Krise überstehen kann

MÜNCHEN (CW) - Da der Abschwung in der IT-Industrie früher als in anderen Branchen eingesetzt hat, leiden Hersteller hier besonders unter der Rezession und angeblich auch unter den Folgen des 11. September.

Angesichts der fortschreitenden Marktsättigung ist vor allem die Hardwarebranche von der Krise betroffen. In ihrem Bericht "Überlebensstrategien für Unternehmen der Hightech-Industrie" sagt die Frankfurter Unternehmensberatung Cell Consulting eine Marktkonsolidierung voraus, die zu einer Reduzierung auf eine Handvoll großer, wenig spezialisierter Unternehmen führen werde. Wie Hewlett-Packard und Compaq planen immer mehr Hardwarehersteller zu fusionieren, um Synergien zu nutzen, Kosten zu senken und sich als Global Player zu positionieren.

Nach Akquisitionen bleibt allerdings oft wenig freies Kapital für die Entwicklung innovativer Produkte übrig. Zudem hätten die fusionierten Firmen nicht viel Zeit, um eine einheitliche Firmenkultur zu schaffen. Für Hardwareunternehmen ist es den Experten zufolge daher wichtig, sich über das Produktangebot von der Konkurrenz zu differenzieren. Auch eine Expansion in den Servicesektor könne durch den direkten Kontakt zum Kunden und höhere Margen Wettbewerbsvorteile bringen.

In der Softwareindustrie zeichnen sich nach Einschätzung der Berater keine bahnbrechenden Veränderungen ab. Allerdings tendierten die Hersteller mehr und mehr dazu, Partnerschaften mit IT-Serviceunternehmen einzugehen oder selbst in diesen Bereich einzusteigen. Lockere Allianzen böten die nötige Flexibilität, um auf neue Anforderungen des Marktes schnell reagieren zu können. Die Expansion in den Servicesektor sei dagegen riskant, da sie aus Partnern Wettbewerber mache. Grundsätzlich empfehlen die Cell-Berater den großen Softwareherstellern, alle Funktionen entlang der Wertschöpfungskette in einer speziellen Industrie anzubieten. Kleinere Anbieter sollten versuchen, eine kritische Größe zu erreichen, um die zunehmende Marktkonsolidierung zu überleben.

Die IT-Services-Branche ist laut Cell Consulting von dem wirtschaftlichen Abschwung weniger stark betroffen als Hard- und Softwareanbieter. Die zunehmende Präsenz vor allem der Softwarehersteller in diesem Bereich werde jedoch auch hier zu höherem Wettbewerbsdruck und letztlich zu einem Preisverfall führen, der sich durch die Öffnung des europäischen Marktes und die wachsende Verfügbarkeit von Arbeitnehmern aus Billiglohnländern noch verstärken werde. Full-Service-Provider sollten sich nach Empfehlung von Cell Consulting daher möglichst weltweit engagieren. Den übrigen Playern legen die Experten ans Herz, Nischen zu suchen und ihre Kundenbeziehungen zu intensivieren. (sp)

Abb: Entwicklung der IT-Ausgaben und der US-Konjunktur

Noch lässt sich nicht absehen, ob es sich bei der Krise des IT-Markts um einen "V-Effekt" wie den Einbruch der Investitionen im Golfkriegsjahr 1991 handelt, oder ob der Abschwung länger dauern wird. Quelle: IDC