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03.03.2005

Wie die Lufthansa Mobilrechner einbindet

Katrin Möhlmann
Endgeräte für unterwegs integriert die Fluggesellschaft über die Middleware "Pylon Anywhere" von iAnywhere.

Auch Lufthansa-Manager möchten unterwegs mailen und Termine abgleichen können. Für dieses Personal Information Management (PIM) müssen Sie via Notebook, PDA oder Smartphone an das Kommunikationssystem des Unternehmens angebunden sein. Dazu bedarf es spezieller Middleware.

Bei der Deutschen Lufthansa ist der IT-Dienstleister Lufthansa Systems für die Integration der mobilen Geräte sowie die Auswahl der geeigneten Lösung zuständig. "Der Kunde Lufthansa hat weit reichende Anforderungen hinsichtlich der verwendeten mobilen Endgeräte, der Betriebssysteme und Anwendungen. Ziel war, bei der Auswahl der Middleware zur Synchronisation mobiler Endgeräte eine maximale Flexibilität zu erreichen", erklärt Jörg Liebe, Leiter Voice Integration Products bei Lufthansa Systems.

Analysten der Berlecon Research GmbH haben in der Studie "Mobile E-Mail: Blackberry und Alternativen" das Potenzial verschiedener Lösungen untersucht und die Konzepte unter die Lupe genommen. So präsentiert der kanadische Hersteller Research in Motion (RIM) mit Blackberry eine proprietäre Hardware-Software-Lösung. Middleware-basierende Systeme hingegen unterstützen zahlreiche mobile Endgeräte mit den Betriebssystemen Palm OS, Pocket PC und Symbian. Sie bieten daher laut Berlecon eine größere Flexibilität, da die Nutzer unter mehr Geräten wählen können. Bei der Deutschen Lufthansa sind als Ergänzung zu Notebooks das Smartphone "Treo 600" von PalmOne sowie die Pocket PC-Phones "HTC Himalaya" (Windows Mobile 2003 Phone Edition, baugleich mit dem "MDA II" oder "O2 XDA II") und "HTC Wallaby" (Pocket PC 2002 Phone Edition, baugleich mit dem MDA oder dem O2 XDA) im Einsatz. Um dieser Vielfalt gerecht zu werden, entschied sich der IT-Dienstleister Lufthansa Systems für eine Middleware-basierende Lösung.

Die Aufgabe von Lufthansa Systems bestand darin, die Lufthansa-Standardapplikation "U.COM", die Groupware auf Basis von "Microsoft Exchange 2000", für den Einsatz auf mobilen Geräten zu rüsten, damit die Benutzer jederzeit, an jedem Ort auf E-Mail sowie PIM-Daten zugreifen können. Bei U.COM handelt es sich um eines der größten deutschen Exchange-Server-Cluster mit mehreren 10000 Postfächern.

Die bestehende IT-Infrastruktur der Lufthansa ließ die Anbindung von mobilen Geräten nicht ohne weiteres zu. "Microsoft Exchange bietet zwar die Möglichkeit zur Synchronisation per Funk, die Software ist aber hinsichtlich der Verwendung von Endgeräten, deren Betriebssystem nicht von Microsoft stammt, stark eingeschränkt", schildert Liebe von Lufthansa Systems das Problem. "Nach ausgiebiger Marktforschung sowie dem Studium von Analystenmeinungen haben wir ein Anforderungsprofil aufgestellt und nach einer Vorauswahl mit zwei Partnern, darunter iAnywhere, Tests vereinbart."

Endgeräte unabhängig

Letztlich sprachen laut Liebe drei Gründe für Pylon Anywhere von iAnywhere: Erstens war die Offenheit hinsichtlich der unterstützten Endgeräte und Betriebssysteme gegeben, zweitens zeigte sich iAnywhere während der Testphase sehr kooperativ und stand der IT-Mannschaft mit Rat und Tat zur Seite. "Drittens ist die Perspektive hinsichtlich der Integration weiterer Anwendungen interessant", lässt IT-Manager Liebe den Entscheidungsprozess Revue passieren. Schließlich ist die Einführung von mobiler E-Mail und PIM bei der Deutschen Lufthansa nur die erste Stufe, "im nächsten Schritt geht es um die mobile Anbindung von CRM-Applikationen", so Liebe.

Sicherheit geht vor

Der Berlecon-Studie zufolge bieten Middleware-Lösungen zudem aufgrund ihres dreischichtigen Architekturmodells das bessere Sicherheitskonzept. E-Mails und PIM-Daten gelangen vom Mail-Server über eine zentrale Middleware an die Endgeräte. Die Middleware bildet dabei die Basis für die Authentifizierung der Benutzer, Verschlüsselung der Daten, zentrale Administration und die Erweiterung der E-Mail-Lösung auf weitere Aufgaben.

Auch die von der Lufthansa eingesetzte Lösung beruht auf dieser Struktur. Der Mail-Server befindet sich dabei im vollständig geschützten Bereich hinter der Firewall, das mobile Gateway in der demilitarisierten Zone (DMZ). Die DMZ ist der teilweise geschützte Bereich zwischen dem Internet und dem durch die Firewall abgesicherten Intranet. Ein Angriff auf die Middleware gefährdet daher nicht die E-Mail- oder PIM-Daten. Der Versand der E-Mails und Daten erfolgt zudem nicht über den Routing-Server eines Fremdanbieters, die Kontrolle verbleibt innerhalb des Unternehmens.

Dieser Ansatz sorgt bei der Lufthansa auch dafür, dass die drei Hauptaspekte der Datensicherheit - neben dem Virenschutz - gewahrt bleiben: Authentifizierung, Datenintegrität und Verschlüsselung. Authentifizierung stellt die Identität von Benutzern sicher und gewährleistet nur berechtigten Personen Zugriff auf Programme oder Daten. Bei der Datenintegrität wird geprüft, ob die Daten während und nach der Übertragung noch in ihrer ursprünglichen Form vorliegen. Die Verschlüsselung über kryptografische Methoden verhindert, dass unberechtigte Personen Einblick in den Dateninhalt erlangen.

Nicht nur beim Datentransfer, sondern auch auf dem PDA oder Smartphone muss Sicherheitsstufe eins herrschen. Für den Fall der Fälle bietet Pylon Anywhere hierfür einen automatisierten "Kill" des Geräts, das heißt, die Middleware zerstört alle Daten auf dem Gerät, wenn ein Nichtberechtigter versucht, sich ins Unternehmensnetz einzuloggen.

Mit Push immer informiert

Einer der Garanten für die schnelle Erreichbarkeit per E-Mail ist das Push-Verfahren bei der Auslieferung. Die Lufthansa-Führungskräfte erhalten ihre Mails automatisch auf ihr mobiles Endgerät "gepusht". Hierzu prüft die Middleware die Postfächer der Benutzer der Lufthansa-Groupware auf eingehende Mails. Trifft eine neue Mail ein, sendet der Server diese im Push-Verfahren an das mobile Gerät. Die Clients müssen sich also nicht in bestimmten Zeitabständen am Mail-Server anmelden, sondern die Zustellung erfolgt aktiv vom Server.

In einer Voransicht werden dabei E-Mail-Header, -Größe sowie -Anhang angezeigt. Der Benutzer kann unwichtige Mails oder Spam aussortieren, ohne sie zu öffnen. Durch Datenkompression, Anhangfilterung und die Option zum Abbruch von Nachrichten lässt sich das Datenvolumen reduzieren, was gerade in Mobilfunknetzen interessant ist. Kommunikation, Entscheidungen und Kundenansprache werden durch den mobilen Zugriff auf E-Mail und PIM-Daten deutlich beschleunigt. "Die Führungskräfte der Lufthansa sind jetzt jederzeit mit aktuellen Mitteilungen versorgt und können ihre E-Mails schneller beantworten, ihre Kontaktdaten oder ihre Termine ändern sowie die Daten von unterwegs mit dem Unternehmens-Server synchronisieren", zieht Liebe eine positive Bilanz. (hi)