11.12.2013 - 

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Wie ein guter Chef sein muss

Heinz Fritz
In der heutigen Wirtschaftspraxis sind es vor allem vier Qualitäten, die eine wahre Führungspersönlichkeit aufweisen sollte. Managementtrainer Heinz Fritz erklärt, welche Eigenschaften die Siegertypen tatsächlich auszeichnen.
Auf dem Chefsessel sitzen: Nicht jeder, der dort Platz nimmt, hat automatisch Führungsqualitäten.
Auf dem Chefsessel sitzen: Nicht jeder, der dort Platz nimmt, hat automatisch Führungsqualitäten.

Über kaum ein Thema wird in der Geschäftswelt so heftig diskutiert wie über die Qualitäten, die eine wahre Führungspersönlichkeit auszeichnen muss. Kaum ein anderer Bereich des menschlichen Lebens – von der Liebe einmal abgesehen – wurde von Geschichtsschreibern so leidenschaftlich dargestellt wie dieser.

Doch was genau sind die Charakteristika, die eine echte Führungspersönlichkeit auszeichnen? Woraus setzt sich Führungsqualität wirklich zusammen? Und welche Eigenschaften scheinen nur ein Teil davon zu sein?

Führungsqualität in der Geschichte

In der Geschichtsschreibung finden wir das Thema Führungsqualität vor allem im Zusammenhang mit Krieg wieder. "Führungspersönlichkeiten" wie Alexander der Große, Julius Cäsar und Napoleon sind strahlende Beispiele für schnelle Expansion und Ausdehnung des eigenen Machtbereichs. Für viele gelten sie daher gleichsam als ruhmreiche Beispiele wahrer Führungspersönlichkeiten. Bei Umfragen werden sie oft zuerst genannt, während Persönlichkeiten aus dem Bereich der Wirtschaft, wie Siemens, Krupp, Thyssen, Grundig, Iacocca oder Ford, nur selten erwähnt werden.

Doch verdienen diese kriegerischen Persönlichkeiten wirklich den Status "Führungspersönlichkeit"? Sollten uns ihre Charaktereigenschaften als Beispiele guter Führungsqualität dienen?

Es scheint Teil unserer kriegerischen Ader als Menschen zu sein, dass wir große Krieger und Eroberer bewundern. Interessanterweise wird den Königen, Kaisern, Präsidenten und anderen Persönlichkeiten, die ihren Völkern Wohlstand und ein friedliches Zusammenleben ermöglichten, relativ wenig Beachtung zuteil. Vom Hollywood-Gesichtspunkt aus könnte man sagen, dass ihr Leben nicht genug Story enthält.

Müssen Führungskräfte ihre Mannschaft mit solcher Härte behandeln, wie es Kapitän Bligh von der Bounty getan hat? Sollten sie in ihrer Redegewandtheit Cicero übertreffen? Benötigen sie so viel Charisma wie John F. Kennedy? Ist so viel Gewalt nötig, wie sie Karl der Große gegen die Sachsen einsetzte? Oder sollte man als Führungskraft besser ein zweiter Ghandi sein?

Anti-Führungsqualitäten

Analysiert man die großen "Führer" der Vergangenheit, treten einige Qualitäten zu Tage, die definitiv nicht zu den wirklichen Führungsqualitäten zählen. Eine davon ist Volksverhetzung, bei der man eine Gruppe von Menschen gegen eine andere aufwiegelt und so destruktive Handlungen auslöst. Manipulation und Betrug sind ebenfalls keine Führungsqualitäten, genauso wenig wie destruktive Gewalt.

Man kann das Fehlen von Führungsqualität bei einer Person in leitender Stellung auf lange Sicht immer daran erkennen, dass ihre Aktionen mehr Chaos als Ordnung schaffen und die Mehrheit darunter zu leiden hat.

Wahre Führungsqualitäten

In der heutigen Wirtschaftspraxis sind es vor allem vier Qualitäten, die eine wahre Führungspersönlichkeit auszeichnen. Zunächst einmal muss eine Führungspersönlichkeit große Ziele oder Visionen haben, etwas, was sie antreibt und was auch für ihre Mitstreiter ein Ausgangspunkt von Motivation ist.

Dann muss sie in der Lage sein, Verantwortung für einen Bereich zu übernehmen. Dies schließt alle Vorgänge, Maschinen, Werkstoffe und natürlich auch die Mitarbeiter innerhalb dieses Bereichs ein. Eine "Organisation" kann niemals für etwas verantwortlich sein, nur die Individuen in ihr können das. Und der größte Teil dieser Verantwortung lastet auf den Schultern der zuständigen Führungskraft.

Darüber hinaus muss eine Führungspersönlichkeit über gute Kommunikationsfähigkeiten verfügen. Sie muss in der Lage sein, ihren Mitarbeitern zuzuhören, um Situationen zu erfassen, und darüber hinaus auch in der Lage sein, ihre Ideen und Anweisungen auf verständliche Weise mitzuteilen. Nur so kann sie Übereinstimmung und Koordination hervorbringen, was dazu führt, dass das gesamte Team in die gleiche Richtung arbeitet.

Last but not least gehört zu den besonderen Qualitäten einer Führungspersönlichkeit eine gewisse Zuneigung zu den Mitarbeitern, die sie führt. Eine menschenverachtende Einstellung ist nicht sehr förderlich dabei, mit anderen zu arbeiten, geschweige denn, sie zu motivieren.

Auf der nächsten Seite werden diese vier Qualitäten einer Führungspersönlichkeit im Detail betrachtet.

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