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11.07.2003 - 

Zwei Berater - drei Meinungen

Wie installiert man ein Wireless LAN?

MÜNCHEN (CW) - Die Erwartungen an ein Wireless LAN und seine Vorzüge im Praxisbetrieb sind im Pflichtenheft schnell formuliert. Schwieriger gestaltet sich dagegen die Frage nach der richtigen Installation eines Funknetzes.

Mit dem richtigen Pflichtenheft in der Hand billigt eine Controlling-Abteilung selbst in Zeiten knapper Budgets die Investitionen für ein WLAN - zumal die lokalen Funknetze keine Unsummen mehr verschlingen und immer mehr Notebooks dieses Connectivity-Feature serienmäßig besitzen. Schwieriger gestaltet sich dagegen die Frage nach der richtigen Vorgehensweise bei der anschließenden Installation. Vor allem wer auf der Suche nach einem Patentrezept ist, wird enttäuscht: Überspitzt ausgedrückt erhält er, wenn er zwei Berater um Rat fragt, drei Meinungen.

Unterschiedliche Antworten bekommt der IT-Verantwortliche bereits auf die Frage, wie er die Installationsorte der Access Points aussuchen sollte. So empfehlen die einen ausgefeilte Detailanalysen im Vorfeld, während andere - salopp ausgedrückt - ein Versuch-und-Irrtum-Verfahren bevorzugen.

Zum ersten Lager zählt der Berater James Geier von Wireless Nets. Er rät den IT-Verantwortlichen, zunächst die Bauzeichnungen eines Gebäudes zu studieren, um etwa versteckte Metallkonstruktionen, Wasserleitungen etc. aufzuspüren. Ähnlich einem faradayschen Käfig im Auto schirmen sie nämlich Funkwellen ab und verschlechtern damit den W-LAN-Empfang.

In öffentlichen Gebäuden wie Flughäfen oder Messehallen, so Geier, gibt es ein weiteres Problem: Schon wenn eine größere Gruppe von Menschen dicht beieinander steht, beeinflusse das die Leistung eines Funknetzes negativ.

Raumbelegung beachten

Darüber hinaus sollten sich IT-Verantwortliche anhand der Raumbelegungspläne Gedanken darüber machen, wo wie viele Mitarbeiter einen Zugang benötigen. Das ist deshalb erforderlich, weil es sich bei WLANs um ein Shared Medium handelt, bei dem sich alle Benutzer in einer Funkzelle die verfügbare Bandbreite teilen - diese kann also auch zu knapp ausfallen. Zu den weiteren Vorarbeiten gehört für Geier ein Blick in die Stromlaufpläne eines Gebäudes, denn der beste Installationsort für ein Access Point ist nutzlos, wenn dort kein Stromanschluss vorhanden ist. Eine Alternative wäre dann die Energieversorgung der Access Points mit Power over Ethernet. Allerdings verteuern sich damit die Projektkosten, da entweder die Anschaffung neuer Switches erforderlich ist oder aber Modulatoren notwendig sind, um die Netzkabel mit Strom zu versorgen.

Ein weiteres Problem, das bei der Planung häufig unterschätzt wird, sind mögliche Interferenzen mit anderen Funkquellen wie schnurlosen Telefonen, Bluetooth etc. In größeren Bürogebäuden, die sich mehrere Unternehmen teilen, droht zudem die Gefahr, dass sich die WLANs der einzelnen Firmen gegenseitig überlagern und stören.

Eine Schwierigkeit, die jedoch auch bei eigenen umfangreichen WLAN-Installationen auftritt: Werden zwei Access Points mit der gleichen Kanalnummer nebeneinander installiert, so stören sie sich gegenseitig. Weil die einzelnen Funkkanäle teilweise auch benachbarte Frequenzen überstrahlen, empfehlen Experten bei der Einrichtung von eng benachbarten Funkzellen einen größeren Abstand zwischen den Kanälen. In der Praxis könnte dies dann so aussehen, dass Access Point A auf Kanal 1 sendet, während der direkt benachbarte Zugangsknoten B den Kanal 6 verwendet und Knoten C auf Kanal 11 eingestellt wird, um Störungen zu vermeiden. Ist ein größeres, über mehrere Etagen konzipiertes WLAN zu realisieren, erfordert dies einen ausgeklügelten Kanalplan. Ein anderer Lösungsansatz, um diese Klippe zu umschiffen, ist der Betrieb der Access Points im Bridging Mode.

Störquellen berücksichtigen

Aufgrund dieser möglichen Fehlerquellen im Funkbereich empfehlen viele Berater, im Zuge der WLAN-Planung ein Gebäude mit einem Frequenzscanner abzugehen und auf mögliche Störungen zu untersuchen. Sind diese Hürden genommen, ist im nächsten Schritt ein Sicherheitskonzept zu entwerfen. Dabei warnt etwa Craig Mathias, Mobile and Wireless Analyst und Berater bei Ashland, davor, auf die Sicherheitsverfahren zu vertrauen, die standardmäßig mit den 802.11-Geräten ausgeliefert werden. In seinen Augen taugen diese nichts. Für ihn kann ein umfassendes Sicherheitskonzept nur darin bestehen, alle Daten im Netz, egal ob per Funk oder Kabel übertragen, von Endgerät zu Endgerät zu verschlüsseln. Dieser anspruchsvolle Ansatz geht weit über das hinaus, was die gängige Lehrmeinung vorsieht.

Unkonventioneller Ansatz

Unkonventionelle Ansichten vertritt Mathias auch in anderen Punkten. So ist für ihn die Überprüfung potenzieller Installationsorte für Access Points anhand von Gebäudeplänen etc. reine Geldverschwendung. Angesichts stark gefallener Preise für Access Points favorisiert der Consultant einen Versuch-und-Irrtum-Ansatz, denn einige zu viel installierte Zugangsknoten seien immer noch billiger als die Ausgaben für Experten, die anhand von Gebäudeplänen die optimale Verteilung der Access Points errechnen.

Ebenso skeptisch steht Mathias den Ratschlägen gegenüber, Gebäude vor der WLAN-Einrichtung mit Scannern zu überprüfen, um die optimale Leistung aus einem Funknetz herauszukitzeln. Angesichts von Investitionssummen zwischen 2000 und 24000 Dollar für das Testequipment seien einige zusätzliche Access Points deutlich billiger.

Apropos Leistung: Mathias empfiehlt, von der Access Point Performance, die die Hersteller versprechen, 50 bis 60 Prozent abzuziehen, da die Angaben meist übertrieben seien. Berücksichtige ein IT-Verantwortlicher dies bei der Netzauslegung, so stehe er auf der sicheren Seite.

Lediglich in einem Punkt stimmt der WLAN-Rebell mit der gängigen Lehre überein: dem Störpotenzial, das vom Faktor Mensch ausgeht. (hi)

WLAN als Standard

Nach Berechnungen des Marktforschungsinstituts IDC werden bereits in diesem Jahr 42 Prozent aller Notebooks mit WLAN-Funktionalität ausgeliefert. In zwei Jahren sei es mehr als die Hälfte. 2007 stehen Anwender, die einen tragbaren Computer ohne WLAN suchen, vor einem Problem: Nach der Prognose haben dann nämlich 98 Prozent der Notebooks von Haus aus WLAN an Bord.

Eher verhalten schätzt IDC dagegen die Ausbreitung der WLAN-Technik zusammen mit anderen Endgeräten ein. So dürfte sie künftig nur in wenigen Mobiltelefonen zu finden sein - Stromverbrauch und Platzbedarf sprechen dagegen. Selbst in konvergenten Endgeräten, also Telefonen mit PDA-Funktionalität und umgekehrt, rechnet IDC im Jahr 2007 nur mit einer Marktdurchdringung von fünf Prozent.