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03.08.1979 - 

Die COMPUTERWOCHE fragte Walter Hermanns, EDV-Leiter bei der Stuttgarter Straßenbahn AG:

"Wie kamen Sie zur EDV?"

Das Licht der Welt erblickte Walter Hermanns 1933 in Ikenhausen, einem Dörfchen mit 200 Einwohnern, im abgelegenen Weserbergland. Nach dem Abitur begann er eine Ausbildung bei der Deutschen Bundesbahn, "weil die Auswahl passender Betätigungsfelder in der Gegend sehr gering war". Bereits im Alter von 26 Jahren erreichte er das Berufsziel seiner damaligen Kollegen: Bahnhofsvorsteher in Baumholder.

Dort besann er sich auf seine mathematischen Neigungen und sattelte auf das damals noch "mit einem schweren Kaltblüter zu vergleichende Pferd Datenverarbeitung" um. Als "zweiter Vertreter" des Leiters der Lochkartenstelle der Bundesbahndirektion Saarbrücken begann er mit der Programmierung des Bull-Rechners "Gamma 3b". "Der Maschinenpark bestand aus sechs Tabelliermaschinen, drei Mischern, einem Kartendoppler und einigen Sortiermaschinen", entsinnt sich Walter Hermanns.

Nach diesen ersten praktischen EDV-Erfahrungen "legte er eine vierjährige Pause" für Theorie ein. Er studierte Betriebswirtschaft und absolvierte zahlreiche Programmierlehrgänge.

Den Sprung von der konventionellen DV-Ära in die dritte Generation hat er noch gut in Erinnerung: Innerhalb eines Monats wurden die /360-20 und /360-30 bei der Deutschen Bundesbahn installiert.

1970 kam "die Besinnung auf einige markante Theorien aus dem Studium und die Einsicht, daß die Entfernung zur Entscheidungsvorbereitung und zur Unternehmensleitung zu groß ist". Walter Hermanns gab sich den zweiten großen Ruck in seinem Leben und wechselte - für viele schockierend, "als Kronprinz für den Chefsessel kündigt man doch nicht" - von der Bundesbahn zur Stuttgarter Straßenbahn AG, mit der Aufgabe, "die Datenverarbeitung einzuführen ".

Heute sitzt Walter Hermanns fest im Sattel. Der Aufbau eines integrierten Rechnungswesens ist in seinem Unternehmen weitgehend abgeschlossen - die Fäden laufen zusammen. 17 Jahre Datenverarbeitung: "Das bedeutet", so Walter Hermanns, "Freude - das Erfolgserlebnis nach einem besonders gut gelungenen Programm - und Leid - nächtelange Suche nach einem, oft nur winzigen, Fehler. "

"Vieles hat sich geändert", so Walter Hermanns rückblickend, "die Hardware gewiß zum Vorteil, die zwischenmenschlichen Beziehungen zum Nachteil." Trotzdem hat er das Umsatteln auf den inzwischen feurig gewordenen "Elias" Datenverarbeitung (fast) nie bereut. ha