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07.10.1979

Wie kamen Sie zur EDV?

Jürgen Schoop EDV-Leiter Clark Maschinenfabrik GmbH, Mülheim/Ruhr

Bereits während seiner Großhandelslehre wurde der 1938 in Essen geborene Jürgen Schoop von den Urformen der Datenverarbeitung tangiert. Allein zwei Drittel der Lehrzeit verbrachte er in der Maschinenbuchhaltung, wo sein schlummerndes Interesse an der Technik geweckt wurde.

Den Kaufmanns-Gehilfenbrief gerade in der Tasche, rief 1959 auch schon die Bundeswehr. Während eines Manövers in der Lüneburger Heide erhielt Jürgen Schoop durch Initiative seines früheren Lehrherrn einen Bewerbungsbogen der IBM. Als die Kameraden vor dem Zelt des Kompaniechefs beim Kommando "Sprung auf, marsch, marsch!" den Heideboden küßten, unterschrieb Rekrut Schoop im Zeltinneren das Formular als würdevollen Auftakt seiner EDV-Karriere.

Nach der Wehrdienstzeit erfolgte ein Vorstellungsgespräch mit dem zuständigen IBM-Mann. Von zwei angebotenen Unternehmen wählte der damals 22jährige die Clark Maschinenfabrik GmbH in Mülheim.

Seinen ersten Arbeitstag bei Clark schildert Jürgen Schoop wie folgt: "Am 7. Oktober 1960, einem Freitag, begann dann mein DV-Abenteuer. Ich werde diesen Tag nicht vergessen, weil er gleich mit fünf Überstunden begann."

Innerhalb der ersten vier Wochen stand der "Neue" voller Hochachtung vor all der Technik, die damals in der EDV verfügbar war: IBM-Rechner "Ramac 305, Tabelliermaschine 407 und Lochschriftübersetzer 557". Als Operator arbeitete Jürgen Shoop dann zwischen 1960 und 1963 am Ramac-Rechner, der seinerzeit bei Clark auch scherzhaft "riesiger Aufwand mit anschließendem Chaos" genannt wurde.

1963 wurde neben der Einführung der Ramac 1401 (mit Bandperipherie) Jürgen Schoops Beförderung zum Maschinensaal-Leiter gefeiert. Nach zwei Jahren betrat er schon die nächste Sprosse auf der Karriereleiter und durfte sich fortan Programmierer nennen. Das erste selbst geschriebene Programm erfüllte ihn mit Stolz, als sich ein Arm des 1407-Plattenturms in Bewegung setzte. Das Programm landete jedoch im Papierkorb. Grund: Es wurde nicht berücksichtigt, daß der Plattenturm noch einen weiteren Arm hatte.

Mit einer IBM 360/30 hielt 1967 die dritte Computergeneration im Hause Clark Einzug. Im gleichen Jahr verließ der damalige EDV-Leiter das Unternehmen. Es folgte daraufhin für Jürgen Schoop eine turbulente Zeit: Gewöhnungsprozeß an der neuen Anlage, Auffrischung der Englischkenntnisse aus der Realschule und Vorbereitung auf den künftigen DV-Chef-Sessel.

Als Jürgen Schoop am 11. August 1969 gebräunt und gut erholt aus seinem Jahresurlaub zurückkehrte, wurde er als mittlerweile fungierender Chefprogrammierer zu seinem General Manager gebeten. Von diesem Tag an bestimmt er als EDV-Leiter die Geschicke der Datenverarbeitung im Hause Clark.

"Wer mich heute fragt, ob ich diesen Beruf noch einmal wählen würde," so Jürgen Schoop, "dem kann ich mit Überzeugung ein klares 'Ja' entgegnen." ha