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20.03.2007

Wie lässt sich SOA rechnen?

Der wirtschaftliche Nutzen von Service-orientierten Architekturen ist messbar, obwohl viele Unternehmen sich damit noch schwertun.

Mehr Flexibilität und agilere Geschäftsprozesse versprechen vor allem die IT-Hersteller, wenn es um das Thema SOA geht. Doch die meisten Unternehmen wollen oder müssen mit einschlägigen Projekten auch Kosten sparen. Ob die Hoffnungen realistisch sind und wie sich der wirtschaftliche Nutzen einer SOA überhaupt messen lässt, darüber gingen die Meinungen einer Expertenrunde auf dem CeBIT-Forum SOA World auseinander.

Der unabhängige Analyst Wolfgang Martin vertrat die These, der Return on Investment (RoI) einer Infrastruktur wie SOA lasse sich grundsätzlich nicht ausrechnen. "Das Geld steckt in den Prozessen", sagte Martin auf der CeBIT. Ein Vorteil von SOA sei es, dass Unternehmen klein anfangen und die Architektur sukzessive ausbauen könnten: "Man sollte sich einen Geschäftsprozess aussuchen, der für ein Unternehmen richtig viel Geld wert ist, und damit beginnen." Als Beispiel nannte er die Schadensabwicklung von Versicherungen, die in der Regel zu den kostenträchtigsten Abläufen gehört. Auch Martin Eldracher, Leiter IT-Beratung beim Münchner Softwarehaus sd&m, empfahl, die Vorteile einer SOA von der Business-Seite her zu betrachten.

Daniel Liebhart vom Schweizer IT-Dienstleister Trivadis hielt dagegen: "Selbstverständlich lässt sich der wirtschaftliche Nutzen einer IT-Infrastruktur rechnen." Er sei sogar überzeugt, dass dies der einfachere Teil sei, da Infrastruktur-Komponenten direkt zählbar seien und den üblichen Abschreibungszeiträumen unterlägen. Die zum Teil atemberaubenden Prognosen von Analysten, die Einsparungen in Milliardenhöhe durch SOA versprechen, hält er für realistisch. "Alleine die Kosten für die Schnittstellen, die durchschnittlich 40 Prozent der Entstehungskosten ausmachen, werden durch eine SOA radikal fallen."

Zurückhaltend äußerte sich Markward Märtens, Chef des Solution Center Enterprise Integration bei T-Mobile Deutschland. Einen RoI für die diversen SOA-Vorhaben habe sein Unternehmen noch nicht errechnet. Finanzielle Vorteile ergäben sich aber beispielsweise dadurch, dass T-Mobile mehrere SOA-Projekte europaweit konsolidiere. Das Problem mangelnder Unterstützung durch das Topmanagement haben die Bonner jedenfalls nicht. Märtens: "Das Business fängt an, die Flexibilität zu schätzen, die sich durch SOA ergibt." Der CIO stehe hinter den SOA-Bemühungen.

Welchen Wert hat die IT?

Ob eine Prozesskostenrechnung dabei hilft, den Nutzen einer SOA zu messen, verneinten die Diskutanten unisono. Dies scheitere schon daran, dass kaum ein Unternehmen eine derartige Kalkulationsbasis eingeführt habe. Ein Problem ergebe sich auch daraus, dass die wenigsten Unternehmen den Wert ihrer IT beziffern können.

Dennoch sei es gar nicht so schwierig, den wirtschaftlichen Nutzen einer SOA zu bewerten, erklärte Liebhart. Als Beispiel nannte er eine Konsolidierung von drei ähnlichen Anwendungen, die über einen längeren Zeitraum in einem Unternehmen gewachsen sind. Die besten Grundfunktionen dieser Applikationen ließen sich im Zuge einer SOA als Dienste kapseln, die Programme entsprechend verschlanken. Liebhart: "Damit verringert sich der Betriebsaufwand und auch die Lizenzkosten. Bei einer durchschnittlichen Lebensdauer einer Anwendung von 13 bis 15 Jahren rechnet sich das." (wh)