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12.09.2006

Wie man Datenmengen clever jongliert

Die Probleme sind die alten, aber die Technik bietet noch Spielraum, wie einige junge Unternehmen mit ihren pfiffigen Lösungen eindrucksvoll auf der Storage Networking World in Frankfurt am Main bewiesen.

Die Storage Networking World (SNW) glich im vergangenen Jahr einem gemütlichen Familientreffen, in diesem Jahr ist wirklich etwas los", fasst Helmut Beck, Vice President Storage Solutions bei Fujitsu-Siemens Computers (FSC), seine Eindrücke der drei Tage in Frankfurt zusammen. Zwar blieb die Anzahl der Aussteller mit 53 etwa konstant, aber sie lockten mit 1425 Besuchern fast 50 Prozent mehr an als im Vorjahr.

Messe-Highlights

• Viele bekannte Themen beherrschen die Messe: Compliance, Virtualisierung, ILM, Backup und Restore.

• Ablösung der parallelen Festplattenschnittstellen durch serielle: SATA und SAS statt ATA und SCSI.

• Neue NAS-Lösungen von Onstor, 3Par und Exanet weisen den Weg zu vermaschten Cluster-Strukturen auch bei Speichersystemen.

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/

580789: Compliance-Veranstaltungshinweis;

576631: ILM-Definitionen und Einordnung;

550582: Speicher-Grids

Drehte sich 2005 viel um Continous Data Protection (CDP), standen diesmal wieder die bekannten Themen Information-Lifecycle-Management (ILM), Virtualisierung und Sicherheit im Vordergrund. "Die Branche hat eingesehen, dass sich CDP nicht verwirklichen lässt", erklärt Beck die Rückbesinnung auf Bekanntes. Außerdem kämpften insbesondere die Mittelständler damit, Basisaufgaben wie Backup- und Restore-Funktionen zu organisieren. Breite Unsicherheit herrsche auch bei IT-Verantwortlichen in Großfirmen, wenn es um Themen wie Compliance und Security geht. "Das Thema Risiko-Management wird Industrie und Anwender noch eine Weile beschäftigen", erwartet Beck.

Die schleichende Revolution

Nach jahrelanger Konstanz bei den Festplattenschnittstellen tritt derzeit die Wachablösung ein: Die seriellen Schnittstellen lösen die parallelen ab. So hat Serial ATA (SATA) im unteren Leistungsbereich bereits das parallele ATA ersetzt, und jetzt ist das serielle SCSI dabei, dem parallelen Bruder den Rang streitig zu machen. Serial Attached SCSI (SAS) liefert derzeit eine Geschwindigkeit von 3 Gbit/s, was einer Transferrate von 384 MB/s entspricht. Die weiteren Ausbaustufen sind schon geplant und warten jeweils mit einer Verdoppelung von Geschwindigkeit und Durchsatz auf.

SAS wird sich nach Meinung der Industrie schnell durchsetzen und zwischen den kostengünstigen SATA- und den teuren Fibre-Channel-Festplatten etablieren. Xyratex, bekannt für besonders dicht gepackte Speichersubsysteme, verkauft nach eigenen Angaben im mittleren Leistungsbereich keine SCSI-Laufwerke mehr, sondern nur noch SAS-Drives. Die Company zeigte mit "E5402E" ein Raid-Array, das erstmals den gemischten Betrieb von SAS- und SATA-Platten erlaubt und im 2U hohen Chassis eine maximale Kapazität von 6 TB liefert. Die Kombination wird als zukunftsträchtig angesehen, weil sich SATA-Laufwerke an SAS-Controllern betreiben lassen - umgekehrt funktioniert das allerdings nicht.

Wie sich kostengünstige SATA-Festplatten auch für die Speicherung von unternehmenskritischen Daten einsetzen lassen zeigt Pillar Data Systems aus dem kalifornischen San Jose. Die Company hat mit ihren "Axiom"-Systemen universelle Arrays konzipiert: Sie taugen für File- und Blockdaten, beherbergen sämtliche Speicherklassen auf einer Plattform, kommen mit einer Verwaltungsschnittstelle aus und lassen sich mit nur einer Softwarelizenz betreiben. Die angebotenen drei Speicherklassen (Tier 1 bis 3) erzeugen die Axiom-Systeme dadurch, dass sie die SATA-Festplatten auf unterschiedlichen Stellen beschreiben: Tier-1-Daten kommen auf die äußeren Spuren der Plattenoberfläche, Tier-2-Daten in den mittleren Bereich, und weniger wichtige Tier-3-Informationen werden auf den inneren Spuren abgelegt.

Die Axiom-Speicher bestehen aus drei verschiedenen Hardwarebausteinen: Der "Pilot Policy Controller" übernimmt die Verwaltung der Systeme. Der zweite Baustein ist der "Slammer Storage Controller", der für die Virtualisierung des Speicherpools zuständig ist. Er kann einen SAN- oder einen NAS-Controller enthalten und kommt mit einem Cache-Speicher, der bis zu 24 GB groß sein kann. Die "Brick Storage Enclosures" stellen die Speicherkapazität bereit. Sie können SATA und FC-Festplatten enthalten. Das im Jahr 2001 gegründete Unternehmen Pillar Data Systems hat seine deutsche Niederlassung in München.

Grids aus NAS-Speichern

Auf dem Frankfurter Speicher-Event präsentierten sich drei in Deutschland relativ neue Player für NAS-Lösungen: Onstor, 3Par und die israelische Exanet. "Pantera" nennt sich Onstors NAS-Cluster, das sich gut zur Server-Konsolidierung eignen soll. Das kalifornische Unternehmen hat das hauseigene NAS-Gateway "Bobcat" jetzt um Speichermodule erweitert und liefert somit eine NAS-Gesamtlösung. Jon Toor, Vice President of Marketing von Onstor, ist besonders stolz auf die einfache Skalierbarkeit von Pantera: "Sowohl Speicherkapazität als auch Leistung lassen sich durch Hinzufügen von Disk-Erweiterungen und Filer-Knoten steigern." Eine Einstiegskonfiguration mit 6 TB Kapazität soll unter 38000 Euro kosten.

3Par aus dem kalifornischen Fremont bezeichnet das eigene NAS-Design als vernetzte Mesh-Architektur. Der Begriff stammt aus dem High-Performance-Computing, und tatsächlich wurde 3Par 1999 von Ingenieuren aus Suns Server-Gruppe gegründet. Ab sofort ist 3Par auch in Deutschland mit einer eigenen Niederlassung vertreten, die von Michael Speck geleitet wird. Speck, zuvor deutscher Geschäftsführer von Hitachi Data Systems, hat sein Office in Stuttgart eröffnet.

Kosten sparen

3Par bedient mit den Speicher-Servern "E200", "E400" und "E800" Anforderungen für das Highend, etwa Betreiber von Datenzentren oder Storage-Service-Provider. Speck nennt das "Thin Provisioning" als einen der Hauptvorteile von 3Par. Dabei wird der Speicherplatz mittels Virtualisierungstechniken genau an die geschriebene Datenmenge angepasst, muss somit nicht "auf Vorrat" gekauft und bereitgestellt werden. Die Speicherauslastung soll sich so gegenüber herkömmlichen NAS-Architekturen mehr als verdreifachen. Kosten sparen kann der Anwender laut Speck auch deshalb, weil die 3Par-Software so einfach zu bedienen ist, dass keine Services notwendig sind: "Nach einer kurzen Einweisung kann der Administrator das System meist selbständig steuern", wirbt der deutsche Geschäftsführer. Das auf der Speichermesse vorgestellte Mittelklassesystem E200 mit 5 TB Kapazität und Unterstützung von FC- und iSCSI ist ab 55000 Euro zu haben.

Als "skalierbare Grid-Speichersysteme" bezeichnet Exanet das hauseigene "Exastore"-System. Die NAS-Geräte sorgen derzeit für Furore, da sie in den Benchmark-Tests der Standard Performance Evaluation Corporation (Spec) für Server File Systems (Specsfs) alle Mitbewerber abgehängt haben. Hinzu kommt, dass die Lösung softwaregestützt ist und auf Standard-Servern abläuft. "Wir liefern unser System auf einer CD aus", beschreibt CEO Rami Schwartz die Entwicklung. Die Software läuft auf handelsüblichen PC-Servern unter Linux und Microsoft-Betriebssystemen. Für die Speicherkapazität kann nahezu jedes Raid-System verwendet werden.

Die Software macht das NAS

Auch Exanet nutzt für die Skalierbarkeit die aus der Rechnerwelt bekannt Grid-Architektur, die bei Exanet "Exa-Mesh" heißt. Deshalb lassen sich auch bei Exanet Leistung und Speicherkapazität separat ausbauen. "Das Herzstück der Lösung ist unsere multiprotokollfähige Software, die neben NFS und CIFS auch das Apple File Protocol unterstützt", schildert Exanet-CEO Schwartz. Unterhalb der Protokollebene beherbergt die Software Programm-Layer für Security, Clustering, Cache-Management, Distributed File System, Hardware-Management und die Applikationen Continous Data Protection und Replikation. Die Exastore-Systeme speichern alle Informationen unter einem Global File System, was die Systemverwaltung und die gemeinsame Nutzung der Daten vereinfacht. Die Company aus dem israelischen Herzeliya hat ihre deutsche Niederlassung in Dortmund. (kk)