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15.10.2014 - 

Schöne neue mobile Welt

Wie Mobile Enterprise die IT - und den Markt für Systemhäuser ändert

Michael C. Reiserer gründet, berät und beteiligt sich an innovationsstarken Technologieunternehmen – so 2001 an der Prometheus GmbH, 2010 an der DeskCenter Solutions AG und seit 2014 begleitet er die Leipziger Apinauten GmbH. Themen wie Managed Services, Mobile Enterprise, Cloud und SAM sind seine Kernthemen.

Anzeige  Heute werden Mobile Lösungen oft an der IT-Abteilung und deren IT-Dienstleister vorbei umgesetzt - weil deren Entscheidungs- und Handlungszyklen nicht der Dynamik mobiler Lösungen entsprechen. Das ruft neue Dienstleister auf den Plan, die sich auf das Thema Mobilität konzentriert haben - und die nötige Infrastruktur gleich mitbringen.

Vorneweg geschickt: Enterprise Mobility hat nichts mit den klassischen Privatanwender-Apps zu tun, sondern ist die strategische Mobilisierung von Geschäftsprozessen mittels spezialisierter und mit den bestehenden IT-Systemen verbundenen Apps.

Unternehmen ändern sich - radikal

Der Arbeitsplatz der Zukunft ist geprägt von mobile Collaboration und extrem hohem Tempo. Systemhäuser müssen sich dafür wappnen.
Der Arbeitsplatz der Zukunft ist geprägt von mobile Collaboration und extrem hohem Tempo. Systemhäuser müssen sich dafür wappnen.
Foto: goodluz - Fotolia.com

Beeindruckend ist, wie Unternehmen mit dem Thema Mobilität umgehen. Während es in größeren Konzernen längst Verantwortliche für das Mobile Business gibt und zum Teil vom Management Mobile als die wichtigste Schlagrichtung vorgegeben wird, ist in kleineren Unternehmen das Thema Mobile häufig in der IT angesiedelt und endet mit Mobile Device Management.

Dabei sind die Änderungen tiefgreifend und vollumfassend, es handelt sich nicht um eine Technologie, sondern um einen Kulturwandel- z.B. in Bezug auf Transparenz, Geschwindigkeit und Kommunikation. Unternehmen sind nicht nur von ihren Kunden getrieben, sondern sie müssen auch die Art und Weise ändern, wie sie intern Prozesse abarbeiten - die Zeiten, in denen Mitarbeiter ineffiziente und komplexe Papierformulare akzeptiert haben, sind lange vorbei.

IT und Systemhäuser als Verhinderer

Relativ oft werden Mobile Lösungen ohne IT und deren Dienstleister, die Systemhäuser umgesetzt - aus einem einfachen Grund: deren Entscheidungs- und Handlungszyklen passen nicht zur Dynamik und Agilität mobiler Lösungen. Plötzlich gibt es neue Dienstleister, die sich auf das Thema Mobilität konzentriert haben- und die Infrastruktur bringen diese neuen Dienstleister gleich mit. Das Thema Schatten-IT blüht. Auch in der Praxis erleben wir das, während die Fachabteilung dringend Businessprozesse mobil abbilden möchte, sagt die IT-Abteilung ab mangels Bedarf - oder verschiebt das Thema erstmal auf zwei Quartale später.

Dabei sind die Differenzen zwischen IT- und Fachabteilung gar nicht so groß - meist führt nur ein nicht Verstehen der jeweils anderen Belange zu Problemen. Während für die agilen Dynamiker der Mobile Fraktion die Komplexität und Compliance-Relevanz der IT-Verantwortlichen unverständlich ist, verstehen viele IT-Abteilungen die Geschwindigkeit und die neuen agilen Vorgehensweisen der Fachabteilungen nicht. Es bedarf quasi eines Übersetzers oder Verknüpfers.

Business-Enabler statt Geschäftsblockierer - neue Chancen

Ungewohnt für klassische IT-Dienstleister ist auch die Entscheidungsschnelle und die völlig anderen Entscheidungsparameter. Plötzlich ist eine Technologie nicht mehr auf sich selbst ausgerichtet, sondern sie bringt konkreten, messbaren Nutzen für das Geschäft. Anstatt zu hinterfragen, wieviel die Wandlung zum Mobile Enterprise kostet, ist plötzlich die Frage relevant, wie schnell dies realisiert werden kann.

Den Nutzen verstehen die Entscheider von selbst und auch die enormen wirtschaftlichen Vorteile haben sie schon kalkuliert. War IT bislang eher kontrollierend und einschränkend (was sowieso nie funktioniert hat - siehe DropBox) wird sie nun zum Business Enabler - und der positive Unterstützer für das Geschäft.

Wandel für Systemhäuser

Diese Veränderung wird auch Systemhäuser ereilen. Waren bzw. sind heute viele Systemhäuser noch vom Hersteller bezahlte Produktvertriebsunternehmen mit Servicebereich, so müssen sie sich in Zukunft am Nutzen ihrer Technologien für das Geschäft ihrer Kunden messen lassen. Dieser Weg ist hart - denn plötzlich muss man das Geschäft seiner Kunden verstehen - und auch spezifische Herstellerabhängigkeit macht wenig Sinn.

Doch es dürfte sich lohnen: Tagessätze werden plötzlich nicht mehr derart intensiv verglichen und elende "Wer-machts-billiger"-Diskussionen gehören der Vergangenheit an, wenn der Nutzen klar ist.

Systemhäuser der neuen Generation profitieren von langfristiger Kundenbindung, schnelleren und verbindlicheren Entscheidungszyklen und verlassen die Abhängigkeit der klassischen IT Budgets - sie sind "trusted Advisor" - und begleiten die Strategie des Unternehmens.

Zukunftsaussichten

Der Wandel zum Mobile Enterprise vollzieht sich schnell - extrem schnell und wird in absehbarer Zeit im Mittelstand ankommen. Systemhäuser und IT Abteilungen, die sich als klassischer Infrastrukturdienstleister verstehen, werden noch austauschbarer und unter verstärkten Preisdruck leiden. Am Geschäft ihrer Kunden orientierte IT-Abteilungen und Systemhäuser oder neue Beratungsunternehmen werden sich hochprofitabel etablieren - Technologie wird sich dem Nutzen unterordnen. Die Verknüpfung der klassischen IT Applikationen wie ERP, DMS, CRM u.a. sowie der neuen, agilen, mobilen Businessprozesswelt bietet viele Chancen - und die wollen genutzt werden. Wenn nicht von Systemhäusern und IT-Abteilungen, dann eben von neuen Dienstleistern.

Blühende Startup-Szene

Die Gründerszene im dynamischen Leipzig, die mittlerweile sogar die NY Times beeindruckt hat, zeigt immer wieder spannende Unternehmen mit viel Potenzial auf.
Akademisch ausgebildet, engagiert und erfolgshungrig finden sich hier Vorreiter für mobile Technologien - und ich darf das junge, aber professionelle Unternehmen Apinauten GmbH begleiten. Jeden Tag lerne ich eine ganze Menge - und schwanke zwischen Freude über die Dynamik und bin geschockt über die Geschwindigkeit des Strukturwandels, der die IT und vor allen auch die Systemhauswelt verändern wird.

Das Produkt, das die Apinauten GmbH anbietet, apiOmat Enterprise ist schnell erklärt: Eine sogenannte Mobile Middleware, die ganzheitliche Geschäftsprozesse und deren bestehende Anwendungen und Infrastrukturen wie SAP, Microsoft usw. sicher mobil abbildet- und die Entwicklung von individuellen Enterprise Apps signifikant beschleunigt. apiOmat Enterprise ist das Verbindungsstück von "klassischer" IT und mobiler IT.

Es handelt sich um Mobile Middleware, das heißt auf der einen Seite eine klassische Middleware, die bestehende Daten aus verschiedenen Systemen - unter anderem SAP und Microsoft - konsolidiert, harmonisiert und über eine zentrale Schnittstelle bereitstellt. Das "Mobile" zur Middleware ist die Technologie, diese Daten für mobile Geschäftsprozesse spezifisch anzureichern, Sicherheitsrelevantes wie Verschlüsselung, Authentifizierung und Anbindung an MDM Systeme standardisiert und zentral zur Verfügung zu stellen und zusätzlich die Entwicklung von individuellen Unternehmens-Apps signifikant zu beschleunigen. Letzteres unterscheidet die Software von Enterprise-Bus-Ansätzen, die eben genau diese Problemstellung nicht lösen. (rb)