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23.02.1979 - 

Datensafes halten drei Tage lang stand:

Wie Phönix aus der Asche

HAMBURG-GLINDE (pi) - Nach Weihnachten und Silvester hatten in Hamburg offenbar Brandstifter immer noch nicht genug brennende Kerzen und strahlendes Feuerwerk gesehen, sie "stifteten" einen Feuerzauber, wie Hamburg ihn lange nicht mehr sah. Sinnigerweise eine Kerzenfabrik, die Gies GmbH & Co. KG, verwandelte sich zunächst in ein explodierendes Flammenmeer, dann in Schutt und Asche. Es entstand ein Schaden von zirka 20 Millionen Mark.

40 000 Liter Paraffin und ebensoviel Heizöl brannten und wüteten drei Tage lang. Das Feuer griff von den Fertigungsgebäuden auf das Verwaltungsgebäude über, die EDV-Anlage, eine IBM 3/12, war nicht zu retten, aber zwei Data-Safes von Lampertz hielten stand. Erst drei Tage nach Abflauen der Hitze konnten die 14 IBM Winchester-Platten den Safes entnommen werden. Der Probelauf bestätigte die Erwartungen: Sämtliche Informationen unversehrt.

"Der Traum ist schnell geträumt. Wo man hinsieht, Flammen. Eine einzige, brodelnde Feuerwand. Und mittendrin Ihre EDV. Mit allen lebenswichtigen Unterlagen, die Sie gespeichert haben. Auf Magnetbändern, Platten, Lochstreifen und Lochkarten. Auf Mikrofilm oder einfach auf Papier.

Sicher, die Feuerwehr ist unheimlich schnell. Und sie leistet gute Arbeit. Aber ist sie schnell genug? Kann sie die Flammen rechtzeitig ersticken? Kann sie das Gebäude vor dem Einsturz retten? Richtet das Löschwässer großen Schaden an? Was dann? Das alles war und ist Realität. Gestern. Heute. Und morgen."

Soweit der Originaltext im Prospekt der Lampertz GmbH & Co. KG, Berlin/ Betzdorf. Ein Text als Hypothese?

Dieter Justin, EDV-Leiter der Gies GmbH & Co. KG, ist da anderer Meinung: "Wir haben das alles erlebt. Drei Tage lang sah ich zu, wie das Verwaltungsgebäude abbrannte. Wir hatten bezüglich der Datensicherung vorgebaut, indem wir unsere Magnetplatten in zwei Lampertz Data-Safes aufbewahrten. Klar, daß unsere IBM 3/12 im Eimer war. Klar auch, daß alles verbrannt ist: Akten in Stahlschränken, Lochkarten, Karteien etc. Für mich gab es nur eine Frage: Überstehen unsere Platten in den Safes das Inferno. Dienstag nacht hatte ich Gewißheit. So lange mußte ich warten, bis wir an die glühenden Safes heran konnten. Ich schnappte mir die Platten mit einer Information von etwa 700 Millionen Bytes und fuhr ins IBM-Zentrum nach Hamburg. Wir legten die Platten auf, und als auf dem Bildschirm "ready" erschien, wußte ich, daß die für uns lebensnotwendigen Informationen das Feuer überstanden hatten."

Die lebensnotwendigen Informationen waren insbesondere die Debitoren und die Kundenanschriften, die gesamte Finanzbuchhaltung. Gies ist optimal organisiert. Und darum waren diese Daten ohne Ausnahme auf EDV gespeichert.