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23.07.1976

Wie reagiert die Konkurrenz auf IBM's 138148-Preise?

Dipl.-Ing. Friedrich-Karl Behrens, Leiter des Vertriebes des Geschäftsbereiches Datenverarbeitung, Siemens AG, München

Die Ankündigungen der IBM kommen für uns nicht unerwartet. Sie tragen den aktuellen Trends Rechnung.

Wir werden daher schon in Kürze für unser Produktspektrum entsprechende Maßnahmen bekanntgeben. Wir setzen damit unsere bisherige erfolgreiche Politik kontinuierlich fort, unseren Kunden technisch fortschrittliche Geräte und Systeme mit Leistungs-Preis-Relationen anzubieten, die sich durch Wettbewerbsfähigkeit auszeichnen. (Siehe Seite 1!)

Klaus Richter, Geschäftsführer, ICL Deutschland GmbH, Düsseldorf

Die Geschäftsleitung von ICL Deutschland gibt zum jetzigen Zeitpunkt die Preis- und Produktstrategie der entsprechenden ICL-Systeme noch nicht bekannt.

Eine Information für die Öffentlichkeit wird zu einem angemessenen Termin erfolgen.

Dr. Gert Bindels, Leiter des Geschäftsbereichs Vertrieb und Generalbevollmächtigter der Honeywell Bull GmbH, Köln

Wenn man die Entwicklung des Preis-/Leistungsverhältnisses seit Ankündigung des Systems /370 auf dem Computer-Markt genau analysiert, war die jetzt erfolgte Verbesserung für die Modelle 135/145 längst überfällig. Diese Systeme wurden von der IBM bei kaum einem Kunden mehr angeboten, wenn damit zu rechnen war, daß detaillierte Analysen und Leistungstests durchgeführt wurden. In diesem Fall versuchte man auf andere Modelle (zum Beispiel /370-125.2) auszuweichen. Alle anderen Modelle des Systems /370 hatte die IBM nach deren Ankündigung schon den veränderten Marktverhältnissen angepaßt. Daß die jetzige Anpassung hauptsächlich über den Kaufpreis erfolgt - auf die Zentraleinheit bezogen rund 40 Prozent, auf das Gesamtsystem bezogen rund 21 Prozent -, läßt darauf schließen, daß IBM Wert darauf legt, möglichst viele der neu abgeschlossenen Systeme zu verkaufen, nicht zu vermieten. Könnte es sein, daß in nicht allzu ferner Zukunft eine neue Serie angekündigt wird und man die gerade ausgelieferten 138/148 nicht auf Lager nehmen will? Auch HB hatte sechs Jahre nach Ankündigung der Serie 100 deren Prozessorgeschwindigkeit bei günstigerem Kaufpreis erheblich erhöht, eine Maßnahme, die im Computermarkt das Ende des Lebenszyklus einer Serie andeutet. Die Mietpreisveränderungen sind bei weitem nicht so ausgeprägt. Auf das Gesamtsystem bezogen dürfte die Reduzierung ca. 11 Prozent ausmachen, eine Größenordnung, die noch nicht einmal den Vorsprung der anderen Hersteller ausgleicht.

HB analysiert, detailliert, sorgfältig und realistisch, welche Verbesserungen die Erhöhung der Prozessorleistung bei den Modellen 138/148 in der Praxis bringt. Diese Beschleunigung wird bekanntlich nur dann in eine Verbesserung des Durchsatzes umgesetzt, wenn der Prozessor bisher die "Bremse" im System war. In den meisten Fällen ist die Art der Verwirklichung des Virtual-Memory-Konzeptes verantwortlich für den langsamen Durchlauf. Erste Ergebnisse zeigen, daß zum Beispiel bei OS/VS1 der Geschwindigkeitsgewinn in der Praxis zwischen 5 und 14 Prozent liegt.

Im Rahmen der bestehenden Produktplanung von HB sind laufend Verbesserungen im Preis-/Leistungsverhältnis unserer Serien vorgesehen, die die Ankündigungen anderer Hersteller antizipieren.

Sollte sich bei der Detailanalyse der IBM-Ankündigung herausstellen, daß unsere Produktplanung die IBM-Produktpolitik nicht in vollem Umfang berücksichtigt, werden wir unsere Produktplanung zur Wahrung unseres Vorsprunges anpassen.

Im übrigen noch ein Zitat aus der Auerbach-Analyse der 370: "The most overwhelming feature of system /370 is that it is vended by IBM."

Robert Kobler, Vertriebsdirektor, Sperry Univac, Sulzbach, TS

Die bislang verfügbaren Informationen lassen noch keine abschließende Bewertung zu. Zweifellos haben die Neuankündigungen die Preisstruktur für den IBM-Anwender im mittleren Leistungsbereich auf eine neue Basis gestellt, während in bezug auf System-Architektur und Software praktisch nichts Neues geboten wurde.

Die Maßnahme zielt darauf ab, Rückläufe der ältesten Modelle der IBM-Serie 370 zu unterbinden.

Sperry Univac wird, wie auch bisher, Preisvorteile aufgrund technologischer Fortschritte an seine Kunden weitergeben und möglicherweise geplante Maßnahmen zeitlich vorziehen.