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14.02.1975

Wie sind lhre Erfahrungen mit Mixed Hardware?

"Mit Mixed Hardware Kosten sparen!" Wieder und wieder versichern das die Mixed Hardware-Anbieter. Und die Anwender wären nur zu gerne bereit, sich "zwischen 20 und 40 Prozent Kosteneinsparungen" zu bestellen. Nur - wer übernimmt die Verantwortung, wenn's schief geht? Schuld hat doch immer der EDV-Leiter, der - wenn's gut geht - auf der anderen Seite aber auch das Lob für sich beanspruchen kann.

Wo liegen nun die Schwierigkeiten oder die Vorteile beim Einsatz von Mixed Hardware? CW befragte EDV-Leiter, die schon länger "mixen" und solche, die sich jetzt damit beschäftigen müssen - die allgemeine Wirtschaftssituation drängt zu dieser Alternative.

Peter Bacher

Leiter der EDV-Abteilung der Iduna-Gruppe, Hamburg

Mit Mixed Hardware habe ich schlechte Erfahrungen gemacht, - besonders in Bezug auf die Wartung und Sicherheit der Systeme. Bei der Iduna haben wir zweimal Mixed Hardware installiert. Einmal einen Telex-Drucker, der - solange er gemietet war - ganz gut gewartet wurde. Seit dem Kauf haben wir enorme Schwierigkeiten damit. Die Ausfallquote liegt ganz deutlich höher als bei vergleichbaren IBM-Druckern, obwohl das Gerät in einer klimatisch optimalen Umgebung steht. Der Drucker ist jetzt ein knappes dreiviertel Jahr installiert. Damals haben uns die preislichen Vorteile, die der Hersteller anbieten konnte, beeindruckt, sowie die Leistungsfähigkeit. Wenn er läuft, ist er eindeutig schneller als die IBM-Drucker. Inzwischen wurde vom Hersteller die gesamte Elektronik ausgewechselt. Ärger gibt es immer wieder mit den langen Wartezeiten, bis der technische Service da ist. Teilweise hat der Drucker bei uns drei und vier Schichten stillgestanden.

Die zweite Mixed Hardware-lnstallation in unserem Hause war eine 3704-kompatible Memorex 1270-Steuereinheit. Wir arbeiten für einen großen Hamburger Verlag im Service-Betrieb und brauchten für eine neu anlaufende Anwendung dringend eine Steuereinheit. Wir hatten zwar bereits eine IBM 3704 bestellt, aber durch die kurzen Lieferzeiten von Memorex konnte diese Anwendung so kurzfristig anlaufen. Am Anfang lief alles gut, dann gab es auch mit der. Memorex-lnstallation Probleme. Gerade beim Einsatz von Datenfernverarbeitung stört es, daß das ganze System nicht on line vom Rechner aus durchgecheckt werden kann. Für uns ist es aber ganz wichtig, daß wir bei einer Remote-lnstallation mit den Ketten-Routinen der IBM bis zum letzten Terminal durchgreifen können. Nach vier Monaten hat die IBM dann innerhalb von sieben Stunden die 3704 betriebsfertig installiert und die läuft heute noch.

Ich bin kein begeisterter Mixed-Hardware-Anhänger, aber der Optimismus siegt immer wieder über die Erfahrungen. Mixed Hardware ist zwar billiger, aber ob sie letztlich preiswerter ist, das weiß ich noch nicht. Vor allem, wenn zeitkritisch gearbeitet werden muß und man auf die Wartungshilfen angewiesen ist, wenn Probleme an den jeweiligen Schnittstellen auftauchen. Wir haben jedoch vor, demnächst Bildschirme der GTE Information Systems einzusetzen und auszutesten. Diese Geräte werden dann gemietet.

Helmut Coenen

Verwaltungsdirektor und Leiter der EDV des Kommunalen Rechenzentrums Niederrhein in Moers

Wir sind ein regionales Rechenzentrum und arbeiten für 1,152 Millionen Einwohner. Bearbeitet wird zum Beispiel das gesamte Einwohnerwesen, 23 Krankenkassen, 18 Versorgungsunternehmen sowie 15 nicht zur Region gehörende Gemeinden, Städte und sonstige Anwender. Bei uns ist derzeit installiert ein IBM System 370/145 mit 512 K, zwei Drucker 1403, ein Lesestanzer 2540 und ein Seitenleser 1288. An Mixed Hardware haben wir eingesetzt acht Platten-Laufwerke BASF 6230, neun Platten-Laufwerke 6214 und drei Magnetbandeinheiten 6345, für unsere Datenfernübertragung eine Memorex-Steuereinheit 1270. Zur Zeit betreiben wir im off line-Betrieb Stapelfernverarbeitung mit 727- und 710-Terminals von Nixdorf. Mit der Installation von Mixed Hardware haben wir am 1. 1.1973 begonnen. Zunächst einmal mit den Platten BASF 6214. Nachdem wir hiermit sehr gute Erfahrungen machen konnten, wurde im Oktober 74 die gesamte Peripherie ausgetauscht: die IBM Platten 3330 gegen die BASF 6230 und die Bandeinheiten IBM 3420 gegen BASF 6345. Auch mit diesen weiteren Installationen sind wir sehr zufrieden. Wir haben einen Rund-um-die-Uhr-Service-Betrieb, auch an Sonn- und Feiertagen, da wir in drei Schichten arbeiten. Aufgehorcht haben wir zum ersten Mal, als wir uns die Kosten einmal durchrechneten: der Austausch der Peripherie bringt uns heute jährlich eine Einsparung von 93 960 Mark.

Auch mit der Memorex-Steuereinheit sind wir sehr zufrieden. Ich bin der Meinung, daß der Erfolg oder Nichterfolg beim Einsatz von Mixed Hardware zum großen Teil vom regionalen Techniker abhängt. Wir haben bei beiden Herstellern großes Glück gehabt: Bei uns kommen die Leute innerhalb von maximal einer Stunde.

Dr. Dönges

Leiter des Zentralbereichs for Organisation und Datenverarbeitung des T & N-Konzerns in Frankfurt

Zur Zeit haben wir in unserem Rechenzentrum eine IBM 370/145 installiert. Im Mai dieses Jahres wird das System gegen eine 370/158 mit 1024 K ausgetauscht. Das ist unsere künftige Dimension, mit der wir für die nächsten Jahre auskommen werden. Der Einsatz von Mixed Hardware steht in unserem Haus kurz bevor. Da wir uns schon länger mit diesem Gedanken beschäftigen, haben wir einen Teil unserer umfangreichen Peripherie - wir verarbeiten zentral auch für unsere Niederlassungen - kurzfristig kündbar von der IB angemietet. Dieser eine Teil wurde bereits ordnungsgemäß bei der IBM gekündigt und wir sind gerade dabei, einen geeigneten Anbieter von Mixed Hardware auszusuchen. Für den anderen Teil gibt es längerfristige Mietverträge, um auf eine günstigere Miet zu kommen. Gerade jetzt allerdings kündigt die IBM einen Alternativvorschlag an, mit dem wir kostengünstiger arbeiten können als bisher. Eine konkrete Alternative liegt uns jedoch noch nicht vor. Wir sind im Augenblick dabei, unser Budget zu straffen und gehen dabei primär von der Maxime der wirtschaftlichen Ausnutzung des Rechenzentrums aus. Mein Ziel ist, durch den Einsatz von Mixed Hardware die Preiserhöhungen der IBM wenigstens einigermaßen zu kompensieren. Nach unseren Berechnungen können wir durch die Umstellung von IBM-Peripherie auf einen Mixed-Hardware-Anbieter monatlich ca. 10 000 Mark einsparen. Wir rechnen jetzt nach ganz sturen wirtschaftlichen Maßstäben. Ich bin nicht von der EDV-Seite in diese Position hineingekommen sondern von der rein kaufmännischen. Wir hatten bereits im vergangenen Jahr eine Umstellung zugunsten eines besseren Preis/Leistungsverhältnisses: von zwei IBM-Systemen - eine 360 und eine 370/145 - haben wir die 360 abgemietet und arbeiten jetzt auf der 370 im Dreischicht-Betrieb.

Gustav Knörzer

Leiter der Hauptabteilung Datenverarbeitung/Organisation und Prokurist im Hause WMF, Geislingen, Steige

Unter dem steigenden Kostendruck der Hardware haben wir in

der WMF schon relativ früh - nämlich Anfang 1971 - Fremdperipherie an unserem EDV-System zum Einsatz gebracht. Unser erster Versuch, die Magnetplatteneinheiten IBM 2314 durch entsprechende Memorex-Einheiten sukzessive abzulösen, brachte auf Anhieb damals eine sechsstellige Kostensenkung der Jahresmiete mit sich. Der problemlose Übergang und die guten Erfahrungen mit dem technischen Service ermunterten uns, nach weiteren Möglichkeiten des Einsatzes kostengünstigerer Fremdperipherie zu suchen. Dabei kamen wir auch mit Leasing-Firmen ins Gespräch. Bereits im September 1971 übernahmen wir anstelle der gemieteten Zentraleinheit IBM /360 Modell 50 mit 512 K eine gebrauchte Einheit in gleicher Ausstattung, die uns einschileßlich der Schichtmiete zu einer weiteren sechsstelligen Kostensenkung pro Jahr verhalf.

Es war klar, daß wir auf dem einmal beschrittenen Weg nicht stehen blieben. Im Rahmen dieser Blitzumfrage wollen wir nicht alle Einzelaktionen bis zum heutigen Tag hier aufführen. Heute verfügt die WMF dank ihrer konsequenten Mixed-Hardware-Politik für ihr derzeitiges EDV-System über ein - wie wir meinen - ausgezeichnetes Preis-/Leistungsverhältnis. Die heute im Mehrschichtenbetrieb eingesetzte Konfiguration setzt sich wie folgt zusammen:

Zentraleinheit IBM /370-158 mit 1025 K (geleast), Memorex-Magnetplatteneinheiten 36070 mit 1,4 Milliarden Bytes und zwei Memorex-Steuereinheiten 3671: acht Telex-Bandeinheiten 6420 (120 KB) mit Steuereinheit Telex 5803; drei Telex-Drucker 5403 (72 000 Zeilen/Std.) mit Telex-Steuereinheiten 5821; IBM-Karteneinheiten 3505 und 3525, Lochstreifenleser IBM 2671- Bildschirm Equipment IBM 3270 mit 28 Datensichtgeräten; Mikrofilmdrucker Memorex 1603.

Die Kosteneinsparnis gegenüber einem reinen IBM-System liegt mittlerweile auf der Basis einer Jahresmiete bei rund einer Million Mark.