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05.02.1999 - 

"Windows würde 2000 Dollar kosten"

Wie verhält sich ein Monopolist?

MÜNCHEN (CW) - Microsoft ist kein Monopolist, weil sich das Unternehmen nicht entsprechend verhält. Mit dieser Argumentation wollte der MIT-Professor Richard Schmalensee begründen, warum die Gates-Company entgegen der Darstellung der Anklage keine marktbeherrschende Stellung innehat.

"Microsoft müßte 2000 Dollar für eine Windows-Lizenz verlangen, um als Monopolist zu gelten", erklärte der Wirtschaftsexperte Schmalensee, der als Zeuge der Verteidigung vernommen wurde. Eine von ihm erarbeitete Studie, die auf gängigen ökonomischen Modellen beruhe, habe dies gezeigt. Gegenwärtig veranschlage die Gates-Company aber nur etwa 50 Dollar für das Produkt. Angesichts des langfristig drohenden Wettbewerbsdrucks könne sich der Konzern überteuerte Produkte gar nicht leisten.

Chefankläger David Boies hielt dem entgegen, die Tatsache, daßMicrosoft gegenwärtig keinen Monopolpreis für Windows verlange, sei "irrelevant". "Die Abwesenheit von Marktmacht läßt sich nicht damit belegen, daß man nur auf den Preis achte. Der Gewinn muß ebenso berücksichtigt werden."

Als erster von neun hochrangigen Vertretern der Gates-Company hat unterdessen Paul Maritz, Group Vice-President und oberster Produktstratege Microsofts, seine schriftliche Aussage beim Washingtoner Bezirksgericht eingereicht. Würde der Konzern daran gehindert, die Weiterentwicklung des Windows-Betriebssystems selbst zu bestimmen, könne dies zu Lasten der Verbraucher gehen, argumentierte der Manager. Die Industrie würde fragmentiert und Microsoft letztlich in seiner Existenz bedroht.

In seinen Einlassungen bestreitet Maritz außerdem, daß der Softwarekonzern massiven Druck auf andere Hersteller ausgeübt habe, um deren Produktpläne für mit Windows konkurrierende Systeme zu stoppen. Insbesondere kritisiert er, wie die Ankläger ein Treffen zwischen Microsoft- und Netscape-Vertretern im Juni 1995 bewerten. Anders als von der Staatsanwaltschaft dargestellt sei es nicht darum gegangen, Netscape von bestimmten Software-Entwicklungen abzuhalten. Vielmehr habe es sich um ein in der Branche übliches Meeting gehandelt. Ziel solcher Absprachen sei es gewöhnlich, die Kompatibilität unterschiedlicher Produkte sicherzustellen.