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22.10.2004 - 

Kolumne

Wieder mehr Jobs in der IT?

Christoph Witte Chefredakteur CW

Hand aufs Herz: Würden Sie Ihren Kindern heute eine Karriere in der IT empfehlen? Vor vier, fünf Jahren hätten das nicht nur Angehörige der IT-Szene enthusiastisch getan, sondern auch viele Mütter und Väter aus anderen Industrien hätten zu einem Job in der IT geraten. Doch heute? Die Karriere-Aussichten sind nicht mehr so glänzend und die Anforderungen für die wenigen Jobs extrem gestiegen. Speziell Berufseinsteiger bekommen bei guten Arbeitgebern nur schwer einen Fuß in die Tür. Selbst Arbeitslosigkeit ist für IT-Spezialisten kein Fremdwort mehr. Stand September 2004 zählte die Bundesagentur für Arbeit 86 329 arbeitslose IT-Spezialisten in Deutschland.

Doch das ist noch nicht alles. Zusätzlich zur schleppenden Konjunktur verschlechtern die zunehmenden Off- und Nearshore-Aktivitäten - also die Auslagerung von IT-Arbeiten nach Indien oder ins benachbarte Osteuropa - die Berufsaussichten von IT-Spezialisten. Das Know-how selbst für komplexe Aufgaben ist dort vorhanden, und das Engagement der Mitarbeiter ist auch aufgrund der großen sozialen Gegensätze und der fehlenden Absicherung enorm. Wie stark die Nachfrage nach den indischen IT-Services ist, belegen die Zuwachsraten der großen Anbieter. Die Belegschaft von Infosys wuchs allein in den vergangenen drei Monaten um 18 Prozent, und Tata Consultancy meldete in der gleichen Zeit einen Personalanstieg von immerhin zwölf Prozent auf knapp 41 000 Mitarbeiter. Im Juni letzten Jahres hatte die IT-Tochter des Tata-Konzerns erst rund 24 000 Leute auf der Gehaltsliste. Und die Aktivitäten werden weiter zunehmen. Alle großen Marktforscher prognostizieren dem Offshore-Markt in den nächsten Jahren hohe Zuwachsraten.

Wenn man allerdings dem Bitkom Glauben schenken darf, dann können Eltern ihren Sprösslingen ruhigen Gewissens eine IT-Karriere ans Herz legen. Der Geschäftsführer des Branchenverbandes, Bernhard Rohleder, erklärte zum Systems-Auftakt, dass sich der deutsche IT-Arbeitsmarkt erholen werde und 2005 mit 10 000 offenen Stellen zu rechnen sei, die aufgrund des Fachkräftemangels wahrscheinlich nicht besetzt werden könnten. Donnerwetter! Doch angesichts der sich belebenden IT-Stellenmärkte in anderen europäischen Ländern liegt Rohleder vielleicht gar nicht so falsch.

Aber gleichgültig, ob Sie als Elternteil diese frohe Botschaft glauben oder nicht: Die Berufs- aussichten sind mit einem Studium der Informatik oder Wirtschaftsinformatik allemal noch weit besser als mit Theaterwissenschaft oder Amerikanistik. Deshalb nicken Sie begeistert, wenn Ihr Kind so etwas Handfestes wie Informatik studieren will. Zukunftssicherheit gibt es ohnehin nirgends mehr.