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07.05.1976 - 

SCHOLZ REPORT

Wiederholzeitenanalyse (Erfassung/Auswertung)

Im letzten Scholz-Report wurden die unterschiedlichen Fehlerarten behandelt, die zu mehr oder weniger großen Wiederholzeiten im Rechenzentrum führen können. Das Thema soll durch Gedanken zur Erfassung und Auswertung der Wiederholzeiten abgerundet werden.

Erfassungsformular

Es empfiehlt sich, ein spezielles Formular zu entwickeln, um damit alle Zusammenbrüche im Rechenzentrum zu erfassen. Man sollte für jeden auftretenden Fehler grundsätzlich ein separates Formular nehmen (also nicht mehrere Fehler auf einem Blatt), weil dieses Formular dann von den zuständigen Stellen unterschiedlich je Fehlerart bearbeitet wird.

lnformationstiefe

Es kann vorteilhaft sein, alle beteiligten Führungsebenen zusätzlich zu dem verantwortlichen Sachbearbeiter des Fehlers von dem Zusammenbruch zu informieren. Dies gilt um so mehr, je tiefer man im "Sumpf" steckt, weil sich dann das gesamte Management des Unternehmens einschaltet und von den Führungskräften erwartet, daß sie über jeden einzelne Ausfall Bescheid wissen.

Laufweg des Formulars

Es erweist sich als praktisch, daß die Arbeitsvorbereitung des Rechenzentrums damit beauftragt wird, die Ausfallmeldungen an die einzelnen Beteiligten weiterzugeben. Zunächst einmal ist die Arbeitsvorbereitung lediglich in der Lage, folgende Daten zu einem Ausfall zusammenzutragen.

1. Uhrzeit des Ausfalls

2. Jobnummer und Jobname des ausgefallenen Jobs

3. Stepname des abgebrochenen Steps oder Stepnummer oder beides

4. Laufzeit des Jobs/Steps bis zum Abbruch

5. Detaillierte Fehlermeldung aufgrund des Konsolprotokolls

Die Fehlerursache kann die Arbeitsvorbereitung meistens nur vermuten, da sie das detaillierte Problem nicht kennt. Sie wird daher entsprechend der Fehlermeldung das Formular zur weiteren Bearbeitung an die Stelle senden, von der sie vermutet, daß sie für das Problem zuständig ist.

Die Arbeitsvorbereitung erstellt von jeder Ausfallmeldung eine Kopie, damit sie den Rücklauf mit der Bestätigung der Fehlerursache überwachen kann.

Als Fehlerbearbeiter kämen folgende Stellen in Frage:

1. Die Organisation, falls ein Analysefehler oder ein Fehler des Fachbereichs vermutet wird.

2. Die Programmierung, falls ein Programmfehler besteht, der aus einem Anwendungsprogramm resultiert.

3. Die Systemprogrammierung wird eingeschaltet, wenn die Fehlerursache unklar ist oder wenn sich offensichtlich ein Systemfehler herausstellt

4. Bei Handlingsfehlern geht die Fehlermeldung an das Operating.

5. Bei Fehlern der Datenerfassung wird diese eingeschaltet.

6. Die Arbeitsvorbereitung behält ihre Meldung gleich selbst, wenn sie den Fehler verursacht hat.

Jede der Stellen ist nun unverzüglich verpflichtet, die Fehlerursache so schnell wie möglich zu klären und dafür zu sorgen, daß der Fehler bereinigt und eventuell auch vorbeugend behoben wird.

Klärung der Fehlerursache

Wenn der zuständige Sachbearbeiter den Fehler gefunden hat gibt er die genaue

Fehlerursache auf dem Ausfallmeldungsformular an. Die einzelnen Fehlerursachen wie Hardwarefehler, Softwarefehler, Fehler aus integrierten Läufen, Programmierfehler, Organisationsfehler, Handlingsfehler oder Datenfehler wurden schon behandelt.

Zusätzlich kann es sinnvoll sein, folgende ergänzende Angaben auf dem Ausfallmeldungsformular zu machen:

1. Lag eine Programmänderung vor?

2. Handelte es sich um eine Neukonzeption?

3. Handelte es sich um ein Einmalprogramm oder ein Programm zur Fehlerbereinigung?

4. Lag eine Änderung der Software oder Hardware vor?

5. War das Programm oder der Modul längere Zeit im Einsatz und ist nun plötzlich zusammengebrochen?

6. Ist ein umfangreicher Test durch die Programmierung erfolgt?

7. Wurde ein Abnahmetest mit repräsentativen Testdaten durchgeführt?

8. Wurde das Programm nach den geltenden Richtlinien an die Arbeitsvorbereitung übergeben?

Auswertung

Wenn man eine derart umfangreiche Erfassung der Fehlerursachen betreibt, kann man diese gezielt auswerten. Es sollte nicht das Ziel dieser Untersuchungen sein, die Schuldigen zu suchen, sondern den Ursachen gezielt auf den Grund zu kommen.

Das konzentrierte Nachgehen hinsichtlich der Ausfallursachen führt binnen kürzester Zeit dazu, daß die Ausfälle und Zusammenbrüche zurückgehen, weil sich die einzelnen Mitarbeiter zusätzlich noch mehr zusammennehmen. Hinzu kommt der Beobachtungseffekt, der jedoch nicht das Primärziel der Analyse ist.