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27.02.1976 - 

Exportinformation per EDV

Wien ist den Brüsselern voraus

WIEN - "Da die Zahl der auf der Welt gehandelten Waren mindestens sechsstellig ist und jede Ware in jeder Sprache meist mehrere Bezeichnungen haben kann, herrscht hier eine babylonische Verwirrung", stellte die österreichische Bundeswirtschaftskammer fest. Einige Jahre früher als andere Länder, die ähnliche Pläne verfolgen, schufen die Österreicher Abhilfe mittels Computer: Seit Januar ist ein österreichischer Warenkatalog mit rund 16 000 Stichworten fertig, der einen integralen Bestandteil des EDV-Informationssystems "HA-Teleselekt" bildet.

Da außerdem die Anschriften und Lieferprogramme der rund 4800 österreichischen Exportfirmen gespeichert sind, kann sofort die Frage beispielsweise nach österreichischen Lieferanten von Lederhosen oder Holzschrauben beantwortet werden. Die 75 österreichischen Außenhandelsstellen in aller Welt haben über Telex direkten Zugriff zu den in Wien gespeicherten Daten. Die Speicherung der Importwünsche österreichischer Firmen und die automatische, selektive Verteilung von Marktinformationen an interessierte Kammer-Mitglieder, sind als nächste Schritte geplant.

Ohne Systematik geht's nicht

Beim Anlegen des Warenkataloges hatte sich schnell gezeigt, daß ohne eine starre Systematik nicht auszukommen ist: die Firmen hatten ursprünglich insgesamt 32 000 Warenbezeichnungen gemeldet, als sie nach ihren Lieferprogrammen gefragt wurden. Diese Bezeichnungen allein alphabetisch zu ordnen, erwies sich sich unzweckmäßig: Es gab Ober- und Detailbegriffe, Sammelbezeichnungen und Spezifikationen, Einteilungen nach Material und Verwendungszweck.

Die Österreicher, hielten sich zunächst an die Brüsseler Zoll-Nomenklatur, ein weitgehend ausgereiftes, organisatorisch zuverlässig betreutes und in 150 Ländern der Welt angewandtes Schema. Diese Nomenklatur hat aber einen Nachteil - sie ist auf den Bedarf der Zollbehörden zugeschnitten und weicht teilweise stark von der handelsüblichen Terminologie ab. Beispielsweise werden Herrenhemden im Brüsseler Schema geführt als "Unterbekleidung (einschließlich Leibwäsche) für Männer und Knaben, auch Kragen, Vorhemden und Manschetten aus a.) Seide, b.) kontinuierlichen synthetischen Spinnstoff en usw. "

16 000 Stichworte blieben übrig

Die Österreicher suchten und fanden eine Verbindung zwischen den handelsüblichen Namen und dem Brüsselei, Schema. Die vorhandene Sammlung von Bezeichnungen wurde "eine Sisyphusarbeit" - durchforstet. Die verbliebenen 16 000 Stichworte wurden, als Standardbezeichnungen so klassifiziert, daß eine eindeutige Zuordnung zu den Positionen der Brüsseler Nomenklatur, und damit gleichzeitig zu den jeweiligen Tarifnummern von Außenhandelsstatistik und Zolltarif gegeben ist. Jährlich einmal werden künftig die Exportfirmen Gelegenheit haben, anzugeben, welche der 16 000 Standardbezeichnungen für ihr Lieferprogramm zutreffen. Neu auf den Markt kommende Produkte werden permanent durch Updating in den Katalog eingearbeitet.

Die Österreicher hoffen, daß sie nicht allein bleiben: der volle Nutzen eines solchen Verfahrens ist erst dann erzielt, wenn bei anderen Ländern fremdsprachige Kataloge geführt werden.