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16.06.1983 - 

Polizeiliches Personenidentifikationssystem mit "Stairs" realisiert

Wiener Kripo greift künftig mit Sigma zu

WIEN (bi) - Den "halbfertigen Prototyp" eines rechnerunterstützten Systems zur Personenidentifikation stellte jetzt das österreichische Bundesministerium für Inneres der Fachpresse von: "Sigma". Das für die Kriminalpolizei bestimmte und auf der IBM-Hardware des Ministeriums realisierte Fahndungssystem verarbeitet verbale und grafische Information auf der Basis des Dokumentationssystems "Stairs". Nach den Worten von Ministerialrat Herbert Zima wird Sigma ab 1. Januar 1984 in Osterreich eingesetzt werden.

Sigma ist ein Produkt der Zusammenarbeit der Polizei mit IBM. Drei Mitarbeiter der Sicherheitsverwaltung und zwei der IBM haben diese Fahndungshilfe auf den Weg gebracht. So wie sich Sigma heute präsentiert, dürfte es nach Ansicht seiner Entwickler das erste Personenidentifikationssystem seiner Art weltweit sein.

Auch herkömmliche Suchsysteme der Polizei basieren auf verbalen und/oder grafischen Informationen. Das Neue des an der Donau ersonnenen Produktes ist eine entscheidende Modifikation und Ergänzung des bekannten Phantombildverfahrens, wie es ohne Grafikbildschirm und ohne entsprechende DB/DC-Software nicht möglich wäre. Sigma verknüpft nämlich nicht nur visuelle Ähnlichkeiten einer gesuchten Person zu einem Bild, das schließlich zur Identifikation führen kann - die Wiener sprechen hier von einem Typus. Dieser Typus ist darüber hinaus Grundlage für eine durch das System erstellte Formel zur Durchsuchung des Datenbestandes der gespeicherten Personenbeschreibungen. Konstruiert wird die grafische Darstellung der gesuchten Person Schritt für Schritt im ständigen Dialog mit dem Zeugen, bis eine optimale Annäherung an sein Erinnerungsbild erreicht ist.

Mit dieser Recherche-Methode könnten irreführende psychologische Effekte des Phantombildverfahrens vermieden werden, darüber hinaus sei es nicht mehr notwendig, den Zeugen viel zu viele Bilder vorzulegen, was auch aus datenschutzrechtlichen Gründen neben den psychologischen zweifelhaft beziehungsweise bedenklich sei, referierten die Kriminalisten.

Sigma sieht folgenden Arbeitsablauf vor: Dem Terminalbediener werden für die "erkennungsdienstliche Behandlung auf dem Bildschirm" für jedes Merkmal des Gesichts (Gesichtsform, Nase, Lippen, Ohren etc.)