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13.08.1999 - 

Software-Imperium gegen Online-Supermacht

Will Microsoft mit kostenlosem Web-Zugang gegen AOL antreten?

MÜNCHEN (CW) - Offenbar trägt sich Microsoft mit dem Gedanken, in den USA einen kostenlosen Internet-Zugang anzubieten. Auf diese Weise will der im Online-Geschäft wenig erfolgreiche Softwarekonzern Boden gutmachen gegenüber dem Marktführer America Online.

Fast 18 Millionen Abonnenten zählt AOL mittlerweile, "Microsoft Network" ("Msn") bringt es auf etwa zwei Millionen - genauere Zahlen kennt niemand, da das Unternehmen seit geraumer Zeit keine Nutzerzahlen mehr veröffentlicht. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, will Microsoft mit starken Preisnachlässen und kostenlosen Internet-Zugängen Neukunden gewinnen. Nach Angaben der Finanzzeitung sinniert der Softwarekonzern über einen Monatstarif von 9,95 Dollar; zur Zeit liegt er bei 19,99 Dollar. Möglicherweise bekommen Kunden sogar freien Netzzutritt, falls sie sich verpflichten, für einen bestimmten Betrag bei E-Commerce-Partnern einzukaufen. Als Kooperationspartner haben die Microsoft-Manager angeblich sowohl amerikanische Internet-Service-Provider als auch Computerhersteller wie Compaq und Dell im Visier, die ebenfalls im Netzgeschäft sind.

AOL bietet gebührenfreien Service

Mit kostenlosen Zugängen läßt sich selbst Online-Gigant AOL in die Knie zwingen. Angesichts der zunehmenden Zahl gebührenfreier Web-Dienste in Großbritannien sah sich AOL UK genötigt, selbst einen solchen Service anzubieten. Mitte August geht der Internet-Platzhirsch dort mit "Netscape Online" an den Start.

In die gleiche Kerbe will offenbar Microsoft schlagen. Bisher hatte der Softwarekonzern in Sachen Online-Dienste jedoch wenig Glück. Mit Msn rief die Gates-Company vor vier Jahren einen Service ins Leben, der den Kunden sowohl die Inhalte als auch den Zugang lieferte. Schon damals wollte Microsoft dem Konkurrenten America Online das Leben schwermachen. Der Erfolg blieb jedoch aus: Mittlerweile hat der Anbieter seinen Online-Service fast vollständig eingestellt. Nur noch Anwender in Großbritannien, Japan und den USA wählen sich über Msn ins Netz. Nunmehr betreibt der Softwarekonzern unter dem Msn-Logo in 27 Ländern ein Internet-Portal.

Somit dürften hiesige Nutzer vorerst kaum in den Genuß der kostenlosen Internet-Zugänge aus Redmond kommen, sollten diese je Realität werden. Konkrete Pläne, einen gebührenfreien Internet-Zugang in Kooperation mit einer Telekommunikationsgesellschaft über die Msn-Site anzubieten, wie es Yahoo und der PC-Hersteller Dell hierzulande bereits tun, gibt es nicht, sagte Gregory Gordon, Direktor der Consumer and Commerce Group bei Microsoft Deutschland.

Mit allen Mitteln kämpft Microsoft um eine führende Marktposition im Internet-Geschäft. So übernahm der Softwarehersteller vergangenes Jahr den Web-basierten E-Mail-Dienst "Hotmail" für etwa 630 Millionen Mark und integrierte ihn in sein Portal. Vergangenen Monat startete die Windows-Company mit "Msn Messenger" verspätet in den boomenden Internet-Messaging-Markt. Das Tool erlaubte es dem Anwender zunächst, mit den 25 Millionen Usern des "AOL Instant Messenger" (AIM) zu kommunizieren. Doch offenbar wollte AOL Microsoft nicht ohne weiteres am Erfolg seines Chat-Dienstes profitieren lassen: Der Anbieter änderte die Konfiguration seines AIM und sperrte die Benutzer des Microsoft-Programms kurzerhand aus.