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12.07.2016 - 

Microsoft WPC 2016 in Toronto

Willkommen im Digitalisierungs-Dschungel

Alexander Roth leitet als Geschäftsführer die Geschicke und die Redaktion von Evernine. Der mit Prädikatsdiplom ausgestattete Volkswirt wechselte 2004 in die Medienbranche, wo er zuerst beim Wirtschafts- und Polittalksender Air America Radio in New York City in der Recherche tätig war und in einem weiteren Schritt, wieder zurück in Deutschland, eine zweijährige Festanstellung beim Computerzeitschriftenverlag IDG (u.a. PC Welt, Computerwoche, ChannelPartner) inklusive Volontariat absolvierte. Auch ein Besuch der Akademie der Bayerischen Presse (ABP) gehörte zu seiner Ausbildung. 2007 gründete der heute 36-jährige Münchner das Redaktionsbüro Alexander Roth, das er zwischen 2010 und 2011 in die Evernine GmbH umwandelte.

CP ist live dabei: Klare Channel-Bekenntnisse und viele eindrucksvolle Visionen, aber auch offene Fragen auf Microsofts Hausmesse in Toronto.

Microsoft will groß hinaus: "Transforming the world together" - und das auf jeder denkbaren privaten und Business-Ebene (auch wenn dabei noch einige Fragen offen bleiben) - so lautet das Motto, dem Microsoft den ersten Tag seiner jährlichen Weltpartnerkonferenz (WPC) ausrief. CP ist auch in diesem Jahr wieder für Sie live dabei, diesmal aus dem Austragungsort Toronto.

Passend zum hochtragenden Slogan ist es diesmal nach Konzernangaben eine Konferenz der Rekorde, mit 16.000 Besuchern sei das Event zum ersten Mal vollständig ausgebucht, so Microsoft. Das ist zwar schwer nachzuvollziehen, auch in den vergangenen Jahren wurde immer wieder von ähnlichen Größenordnungen berichtet. Transparent ist dagegen stets die Publikumsstimmung bei der Keynote, die traditionell bei dieser Goliath-Veranstatltung - alleine die deutsche Fraktion zählt über 500 Teilnehmer - auch als Gradmesser für die Stimmung des weltweiten ITK-Channels dient. Und diese war an diesem ersten Konferenztag rekordverdächtig positiv, wenn nicht gar euphorisch.

Teilnehmerzusammensetzung des Microsoft Weltpartnerkongresses
Teilnehmerzusammensetzung des Microsoft Weltpartnerkongresses
Foto: Microsoft

Liveübersetzungen im Schnellrestaurant

CEO Satya Nadella stellte, bereits auch mit großen Jubel begrüßt, die wichtigsten Herausforderungen der Digitalisierung vor, und schaffte es dabei auch, Microsofts Antworten hierauf fast schon epochal erscheinen zu lassen: Die Welt werde immer vernetzter, und dabei gehe es, so ging aus seiner Rede deutlich heraus, schon lange nicht mehr um die Cloud selbst als darum, was darauf basierend möglich ist. Und genau hier liege das Geschäftspotential: für die Partner in ihren Ideen, Visionen und Kernkompetenzen und für Microsoft als dahinterstehenden, "zuhörenden Technologiepartner", so Nadella.

CEO Nadella betonte in seiner Rede, wie wichtig die Vernetzung in Zeiten der Digitalisierung ist - sowohl für Microsoft als auch für die Partner.
CEO Nadella betonte in seiner Rede, wie wichtig die Vernetzung in Zeiten der Digitalisierung ist - sowohl für Microsoft als auch für die Partner.
Foto: Microsoft

Der Manager stellt klar: Die Vernetzung betrifft die private und die Geschäftswelt gleichermaßen. Als Beispiel zeigte Nadella spektakuläre Entwicklungen mit der Hololens, die interaktives Lernen im 3D-Raum ermöglicht und berichtete von so genannten Chatbots als Basis für zahlreiche neue Technologien, die Microsoft und seine Partner entwickeln. Diese Bots ermöglichen es, via Sprachchat in Verbindung mit intelligenter Cloud-Technologie relevante Informationen in Echtzeit direkt aus enormen Datenbanken zu fischen. Ob bei Übersetzungen, am Point Of Sale oder bei der Entwicklung neuer Softwarecodes - diese Bots, die auch der Cortana-Welt zum Einsatz kommen, seien praktische Beispiele dafür, wie stark bereits die nächste Stufe der Digitalisierung bereits im Gange ist. Nadella stellte hierfür ein IT-Testszenario vor, dass es Schnellrestaurants ermöglicht, per Liveübersetzung und Headset internationale Bestellungen in der jeweiligen Muttersprache live an den Mitarbeiter übersetzt weiterzugeben und die Inhalte automatisch direkt in das Bestellsystem eingeben zu lassen.

Viele Versprechen für den Channel

Nadella zufolge gebe sogar keinen einzigen Bestandteil im gesamten weltweiten Bruttosozialprodukt, der mittel- und langfristig nicht von der digitalen Transformation betroffen sei. Es war glaubhaft, wie der Manager und sein Keynote-Team für die Umsetzung dabei die Partner in den Fokus stellten. Die Manager versäumten es nicht, nachhaltige und zahlreiche Bekenntnisse für das indirekte Geschäftsmodell auszurufen. "We are and will be a partnerdriven company", so der Microsoft CEO unter großem Applaus.

Auch Microsofts neue Channel-Chefin, Gavriella Schuster, meldete sich auf der WPC 2016 zu Wort.
Auch Microsofts neue Channel-Chefin, Gavriella Schuster, meldete sich auf der WPC 2016 zu Wort.
Foto: Microsoft

So war es ein Tag der großen Worte und Demos, produktspezifische Aussagen gab es indes weniger. Die kürzlich bekannt gewordene Verschmelzung von Dynamics ERP und CRM zu Dynamics 365 begründete Microsoft damit, dass sich das Lizenzmodell der Redmonder immer stärker von einer "Suite-basierten" Abrechnung wegbewegen soll hin zu einem rollenbasierten Billing - Endkunden sollen demnach eher modulare Lizenzbundles aus dem gesamten Cloud-Portfolio zusammenstellen können, als Pakete erwerben zu müssen, die auf einzelnen Produktlinien basieren.

Weitere Produktnews waren weitgehend Fehlanzeige, was ungewöhnlich ist für den ersten Tag der WPC. Auch kein Wort zum Erwerb von LinkedIn, Neuheiten zum viel angepriesenen CSP-Programm oder gar Ankündigungen zu möglichen neuen Cloudprodukten, die sich laut Social Web nicht wenige erhofft hatten. Denn die leise Kritik im Vorfeld der Veranstaltung lautete an mancher Stelle, das Cloud-Produktportfolio von Microsoft, mit dem vor allem kleine Partner Geschäfte machen können, sei insgesamt etwas zu dünn.

Stattdessen besann sich der Konzern eher darauf, Innovationskraft zu demonstrieren. Die vielen Demos rund um VR und Augmented Reality machten es deutlich: Microsoft hat sich ernsthaft vorgenommen, immer schneller zu entwickeln und die weltweite Vernetzung aktiv voranzutreiben. Und immerhin: Dass die Partner dabei mitgenommen werden sollen, daran zweifelt hier in Toronto keiner mehr. Offen bleibt allerdings die Frage, wie die Partnerwelt das alles auch in der neuen Geschwindigkeit von Microsoft adaptieren soll.

Wir freuen uns auf weitere Meldungen und die Stimmen aus Toronto.