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Aufatmen in Redmond


24.12.1999 - 

Windows 2000 geht in Produktion

MÜNCHEN (CW) - Microsofts Windows-2000-Entwickler können sich über die Feiertage entspannt zurücklehnen. Das Final-Release des rund drei Jahre dauernden und grob geschätzt eine Milliarde Dollar teuren Projekts wurde am Mittwoch vergangener Woche in Produktion gegeben.

Sein Team sei erschöpft, das nun fertiggestellte Produkt entspreche jedoch ohne Abstriche den eigenen Vorstellungen, kommentiert Microsoft-President Steve Ballmer den Stapellauf. Die Börse reagierte prompt: Noch am Tag der Ankündigung kletterte der Microsoft-Kurs um 9,75 Dollar (knapp zehn Prozent) auf 108,44 Dollar.

Obwohl die offizielle Markteinführung erst am 17. Februar 2000 erfolgen soll, ließen es sich die Verantwortlichen nicht nehmen, den Produktionsversand mit einem Rückblick auf das mühsame Großprojekt zu feiern. Besonders harte Zeiten gab es demnach vor rund 18 Monaten, als die Arbeitsdisziplin der Involvierten - insgesamt waren 1000 Entwickler, 2400 Softwaretester und 50 Entwicklungspartner beteiligt - an einen Tiefpunkt geriet. Gerade in dieser von Motivationsdefiziten geprägten Phase überschwemmte eine Flut neuer Feature-Forderungen die Labors, berichtet das "Wall Street Journal".

Projektleiter ausgetauscht

Druck kam vor allem von Microsofts Großkunden, die eine im Vergleich zu NT geringere Störanfälligkeit des neuen Betriebssystems verlangten sowie ein deutlich leichteres Netzwerk-Management. "Die Entwicklung gestaltete sich wie ein riesiger Krater, dessen Tiefe wir nicht mehr abschätzen konnten", erinnert sich Microsofts Plattformchef James Allchin. Auch die Frage nach dem Sinn, ein Desktop- und Server-Betriebssystem zu verschmelzen, wurde damals wieder diskutiert.

Neuer Schwung kam in das Team nicht zuletzt durch den Austausch des laut Ballmer "ausgebrannten" Projektleiters Moshe Dunie gegen Brian Valentine im vergangenen Dezember.

Zudem konnte Microsoft auf seine Marktmacht vertrauen, als es um die Beseitigung der Unverträglichkeiten zwischen Betriebssystem, Anwendungen und Peripherietreibern ging: Die Hersteller akzeptierten schnell die Kompatibilitätsvorgaben des Branchenprimus, um das Windows-2000-Zertifikat zu erhalten. Dennoch gestaltete sich das Zusammenspiel anfangs enttäuschend: Vor vier bis fünf Monaten testete Microsoft 86 Server- und 500 Desktop-Applikationen, wobei 60 Prozent der PC-Anwendungen und nur drei Server-Produkte bestanden. "Die meisten Probleme erwiesen sich zwar als harmlos, trotzdem war es mit der Stimmung bei uns nicht zum besten bestellt", gesteht Microsofts Testleiter Peter Ollodart.

Die jetzt erfolgte Freigabe basiert auch auf dem Einverständnis von 100 der engsten Partner und Kunden Microsofts. Ab Februar wird es zunächst drei Versionen von Windows 2000 geben: "Professional" für Desktops und portable PCs, der "Server" für Kleinunternehmen und Abteilungen, die ihre Konfiguration als symmetrisches Multiprocessing (SMP) mit bis zu vier Knoten ausbauen können, sowie der "Advanced Server", der acht SMP-Knoten verkraftet. Der "Datacenter Server" als vierte und leistungsstärkste Variante soll etwa drei bis vier Monate später fertiggestellt sein. Im Consumer-Markt werden Windows 98 beziehungsweise die in Kürze folgende "Millennium Edition" noch eine Weile das bevorzugte Betriebssystem bleiben.

Daraus wird ersichtlich, daß Windows 2000 in erster Linie für Geschäftskunden konzipiert ist. Deshalb geht Konzern-Manager Ballmer davon aus, daß sich die Umsätze mit der Systemsoftware erst in einigen Quartalen in der Bilanz niederschlagen werden.