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13.12.1991 - 

Noch eine Zusammenarbeit: DEC und Microsoft

Windows 3.0 wird in digitales Pathworks-Umgebung eingebunden

MAYNARD/MÜNCHEN (CW) - Die Digital Equipment Corp. und Microsoft wollen an einem Strang ziehen und die DEC-Office-Automation- und Netzwelt stärker an Windows 3.0 anbinden. Außerdem wird die Olsen-Company in Zukunft weltweit den Vertrieb und Support von Microsoft-Windows-Produkten übernehmen.

Neben der DEC mitgetroffenen Distributions-Übereinkunft deckt die angekündigte Vereinbarung vor allem zwei Aspekte ab: Zum einen soll Windows 3.0 in die "Pathworks"-Umgebung von DEC eingebunden und zu einer Client-Server-Funktionalität verschmolzen werden. Pathworks ist Digitals Set von PC-Integrationswerkzeugen, um PCs und Macintosh-Rechner in die VAX/VMS- beziehungsweise Ultrix-Welt einzubinden. Pathworks lief bei DEC ursprünglich unter der Bezeichnung Personal Computing Systems Architecture (PCSA) und enthält sowohl Software-Tools wie das Network Integration Kit als auch Hardware wie Ethernet-PC-Controller-Karten.

Der andere besonders für DEC-Anwender interessante Aspekt betrifft die All-in-1-User: Mit dem Microsoft-DEC-Deal sollen die nach Analysen des Marktforschungsinstituts Dataquest fünf Millionen Benutzer der DEC-Office-Automation-Umgebung (OA) eine Migrationsoption von ihren Terminal-Anwendungen auf PCs unter Windwos 3.0 erhalten.

DEC hat natürlich auch eine Rechnung für die eigene Kasse aufgemacht: Immerhin sind nach Hochrechnungen von DEC-Manager John Rose etwa 18 Millionen PCs in DEC-Umgebungen installiert. Ausgehend von Dataquest-Zahlen, wonach heute erst 25 Prozent, bis 1995 jedoch etwa 70 Prozent aller PCs vernetzt sind, möchte der Minicomputer-Marktführer, jetzt schon die Weichen stellen, um in zukünftigen vernetzten Client-Server-Welten ebenfalls sein Schäflein ins trockene zu bringen. Die Allianz mit Microsoft und die offensichtliche Marktattraktivität von Windows sollen DECs Vorhaben, mit Software und Software-Integrations-Dienstleistungen Geld zu verdienen, entscheidend unterstützen.

DEC hat deshalb unter anderem angekündigt, man werde in den kommenden Monaten die Funktionalität von Pathworks auf alle Windows-3.0-Anwender erweitern. Dies schließt die Unterstützung der Connectivity-Optionen durch Decnet sowie Filesharing, E-Mail-Dienste und die Nutzung von VAX- und Druckerressourcen ein.

"Pathworks for Windows" in der Version 1.0 liefert DEC nach Aussagen des Unternehmens in einem Bündel mit einer neuen "All-in-1-Mail-for-Windows" unter einer X.400-basierten Mail-Software ans.

Letztere versetzt Windows-3.0-Anwender in die Lage, sich mit anderen Teilnehmern per elektronischer Post auszutauschen, sofern diese X.400-konforme Kommunikationsdienste benutzen.

Bei vielen der Applikationen, die in dem Pathworks-Connectivity- und Kommunikationsverbund genutzt werden können, handelt es sich um bereits existierende und für den Windows-Einsatz modifizierte Applikationen: Hierzu gehören etwa das Videotext-Bulletin-Board "DEC VTX" in der Version 5.0, "Decwrite" in der Windows-Version 2.0 oder "Decquery".

Mit Decquery und der Hilfe von NAS können Windows-Anwendungen auf Daten verschiedener Datenbanken zugreifen. Hierzu gehören nicht nur DEC-eigene RDB- und RMS-Dateien auf VAX/VMS-Servern, sondern auch Big Blues IMS-, VSAM- und DB2-Daten sowie verschiedene SQL-kompatible Datenbanken.

Das Schlüsselelement für die Integration der Pathwork-Client-Server-Plattform mit Windows 3.0 stellt "Teamlinks" dar. Über diese Software haben Benutzer von Windows-Anwendungen Zugriff nicht nur auf besagte Kommunikationsdienste und Datenbanken, sondern es eröffnet sich ihnen die Möglichkeit, gegebenenfalls weltweite Arbeitsgruppen-Konzepte ß la "Notes" von Lotus zu verwirklichen. Im Hintergrund dieses Softwarekonzeptes wird NAS als Träger der Verbindung zwischen Client-Applikationen und Server-Dienstleistungen fungieren.

"Decreport" für Windows gestattet Anwendern, unter Rückgriff auf Microsoft-Excel- oder Borland/Ashton-Tate-Dbase-Daten Reports zu generieren. Alle diese neuen Windows-Anwendungen sind nach Digital-Angaben auch einzeln beziehbar oder in drei verschieden geschnürten Paketen.

Über Pathworks steht für Windows-Anwendungen der Weg offen zu -diversen LAN-SQL-Serverprodukten wie etwa dem SQL-Server von Microsoft und Sybase sowie zu SQL-Datenbanken wie Dbase IV und Novells Netware SQL.

Wermutstropfen in der Connectivity-Offensive von DEC, Ressourcen unter Windows-, DOS- und Apple-Clients aufzuteilen: Nach wie vor benötigt der Anwender hierzu die Dienste von DECs OA-Produkt Allin-1. Hierzu wiederum braucht es einen VAX/VMS-Host, der Anwender ist somit wieder bei Kosten von 200 000 Dollar angelangt.

Was für angestammte DEC-Anwender als Zugewinn an Produktivität angesehen werden kann, wird der Anwender, der neu in die PC-LAN-Vernetzung zur Installierung einer Client Server-Lösung einsteigt, also ganz anders sehen - zumindest wenn er an Netztopologien interessiert ist, die etwa unter Novell laufen oder SQL-Technologien von Gupta Technologie nutzen.

Teil der Microsoft-DEC-Vereinbarung ist auch, daß Olsens Leute zukünftige DEC-optimierte Windows-Produkte von Microsoft produzieren, vertreiben und unterstützen.

Hierzu gehören das Präsentationsprogramm "Powerpoint" die Tabellenkalkulation "Excel" die Textverarbeitung "Word" sowie das Entwicklungspaket "Visual Basic".