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03.04.2014 - 

Build 2014

Windows bekommt Universal Apps

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Microsoft macht seine Entwickler glücklich: Mit ganz viel gemeinsamen Code können sie ein Programm auf PC, Tablet und Smartphone unter Windows laufen lassen.

Die sogenannten Universal Windows Apps waren wohl das Highlight einer ganzen Flut von Ankündigungen am ersten Tag der Windows-Entwicklerkonferenz Build 2014 in San Francisco. Schreiben kann man solche Windows-universellen Projekte in unterschiedlichsten Programmiersprachen mit Visual Studio 2013 Update 2 Release Candidate. Entwickler können dabei laut Microsoft rund 90 Prozent identischen Code, ein Packaging-System und ein gemeinsames User Interface verwenden, um Apps für Smartphone, Tablet und PC unter Windows zu schreiben.

Auch das Web-basierte "Windows App Studio" für Nicht-Entwickler wird so angepasst, dass man damit Universal Windows Apps erzeugen kann. Universal Apps sind freilich nicht nur für Entwickler interessant, sondern auch für die Nutzer - die müssen eine App nur noch einmal kaufen und können sie dann auf all ihren Windows-Geräten nutzen (das übergreifende Kaufen funktioniert sogar für In-App-Käufe). Den Windows Store will Microsoft sowohl für seine Developer als auch für Verbraucher besser und effizienter machen.

Visual Studio mit Universal Project
Visual Studio mit Universal Project
Foto: Microsoft

Um seinen Marktanteil bei mobilen Geräten auszubauen (Windows Phone ist aktuell abgeschlagener Dritter hinter Android und Apples iOS) macht Microsoft sein Windows für Geräte mit Bildschirmdiagonalen unter 9 Zoll - also Smartphones, sogenannte Phablets und kleinere Tablets - künftig kostenlos. Vice President Joe Belfiore demonstrierte auf der Build die nächste Windows-Phone-Version 8.1, deren Windows Runtime (WinRT) die technische Grundlage für die Universal Windows Apps bildet.

Windows Phone 8.1

Die für Windows-Phone-Nutzer wichtigste Neuerung ist eine "persönliche digitale Assistentin", die nun tatsächlich so wie eine KI-Figur aus der Spieleserie "Halo" heißt - "Cortana". Cortana wird über Sprache gesteuert, "lernt" immer mehr über ihre Chefin oder ihren Chef und begleitet sie oder ihn hilfreich durch den Tag. Cortana greift für ihre Dienste im Hintergrund auf Microsofts Bing-Suchtechnologie zurück - das könnte ihr in Deutschland zum Nachteil gereichen, denn hierzulande hat Microsoft bei Bing viel weniger interessante Partnerschaften und Inhalte zu bieten als beispielsweise in den USA. Cortana wird, so wie seinerzeit auch ihr Apple-Pendant Siri, zunächst als Beta und zuerst nur in den Staaten starten. Im zweiten Halbjahr sollen Großbritannien und China folgen, weitere Länder erst 2015.

Ansonsten reicht Microsoft mit Windows Phone 8.1 vor allem überfällige Features nach, die andere Plattformen längst haben, beispielsweise eine Nachrichtenzentrale ("Action Center"), eine Wochenansicht in der Kalender-App, Tastatureingaben ohne Absetzen, eine leserlichere Ansicht im mobilen Browser oder Unterstützung für Unternehmensfunktionen wie VPN, S/MIME und MDM/Enrollment. Dazu kommen verbesserte und erweiterte Einstellungsmöglichkeiten für Daten-, Speicher- und Akkuverbrauch über die "Senses"-Einstellungen, engere Verzahnung mit Skype und allerlei neue Customizing-Optionen für den Sperr- und Startbildschirm. Registrierte Entwickler können ihre Windows Phones noch diesen Monat mit Windows Phone 8.1 bestücken. Für Endkunden und auf neuen Geräten - Devices-Chef Stephen Elop hatte unter anderem das neue High-End-Smartphone "Lumia 930" im Keynote-Gepäck - erscheint das aktualisierte Mobilsystem im Laufe der nächsten Monate.

Windows 8.1 Update

Auch beim "großen" Windows gibt es demnächst, genauer am 8. April zeitgleich mit dem Support-Ende (EoS) für Windows XP, einige Änderungen und Neuerungen. Insgesamt rudert Microsoft mit dem neuen "Windows 8.1 Update" - ein Stück zurück von seinem relativ gewagten Ausfallschritt in Richtung Touch-Bedienung und erleichtert die Bedienung der "Modern"-Oberfläche auch für Benutzer mit Maus und Tastatur. So ist die Taskleiste nun überall erreichbar, Modern-Apps lassen sich daran anpinnen und mit der Maus über ein Kreuz rechts oben beenden.

Windows-8.1-Nutzern in Unternehmen kommt Microsoft mit Änderungen am Internet Explorer 11 entgegen. Der bekommt einen neuen Enterprise Mode mit verbesserter Kompatibilität zum alten IE8 in der Hoffnung, dass inhouse mit früher von Microsoft propagierten proprietären Technologien entwickelte Firmenanwendungen damit besser funktionieren. In Sachen Hardware begnügt sich Windows 8.1 Update mit geringeren Ressourcen und ermöglicht damit günstigere Geräte mit beispielsweise 1 Gigabyte Arbeits- und 16 GB Massenspeicher.

Der IE11 kommt für alle Plattformen vom Smartphone bis zum PC.
Der IE11 kommt für alle Plattformen vom Smartphone bis zum PC.
Foto: Microsoft

Mit einem weiteren Update, für das allerdings noch kein Termin genannt wurde, will Microsoft dann sogar das von vielen Windows-Nutzern seit Windows 8 schmerzlich vermisste Startmenü zurückbringen. In dieses werden sich dann sogar Live-Kacheln aus der Modern-Oberfläche integrieren lassen. Und Universal Windows Apps aus dem Store können dann in einem Fenster auf dem Desktop laufen.

Kommt irgendwann: Windows 8.1 mit Startmenü und Modern-App im Fenster
Kommt irgendwann: Windows 8.1 mit Startmenü und Modern-App im Fenster
Foto: Microsoft

Apropos Universal Apps: Microsoft arbeitet auch schon daran, sein Office-Paket entsprechend zu modernisieren und (dann endlich touch-optimiert) mit einer Codebasis für PCs, Tablets und Windows Phones anzubieten. Eine frühe Vorabversion von Powerpoint wurde in der Build-Keynote gestern bereits gezeigt, allerdings ohne einen auch nur noch so vagen Erscheinungstermin.

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