Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

29.05.1998 - 

Microsoft drängt mit aller Macht in den Kabelmarkt

Windows CE und Suns Java konkurrieren in Millionen Set-top-Boxen

Der amerikanische Kabelnetzgigant Tele-Communications Inc. (TCI) hat den Wettstreit der beiden Erzrivalen Microsoft und Sun um das künftige Betriebssystem seiner Set-top-Boxen salomonisch beendet: Beide bekamen den Zuschlag, die für Anfang 1999 geplanten fünf Millionen Kabelzugangsgeräte mit Basissoftware auszurüsten.

David Beddow, Senior Vice-President bei TCI, lehnt sich gelassen zurück und meint, beide Hersteller müßten sich nun beweisen. Letztlich werde die Entwicklergemeinde über den Erfolg von Java oder CE entscheiden. Für manche Anwendungen wie beispielsweise die Telefonie über das Internet-Protokoll TCP/IP sei CE besser geeignet, für andere dagegen Suns Programmiersprache Java.

Betriebssysteme für Kabel-Endgeräte

Microsoft sieht in dem stark wachsenden Kabelnetz-Markt ähnlich wie Sun die entscheidende Basis für die Vorherrschaft eines Betriebssystems im Bereich der sogenannten schlanken Kommunikationsgeräte wie Handys, Personal Digital Assistants (PDAs) oder eben Set-top-Boxen.

Dabei spielt der Softwaregigant mit zwei Trümpfen. Zum einen beteiligt er sich an Kabelnetzbetreibern selbst, zum anderen verkauft er das Betriebssystem CE an konkurrierende Anbieter wie TCI. Microsoft hat sich bereits mit einer Milliarde Dollar in den viertgrößten US-Kabelbetreiber Comcast eingekauft und plant nach Berichten des "Wall Street Journal" eine 20prozentige Beteiligung an Road Runner, der Kabeltochter des Medienkonzerns Time Warner Inc.

Auch im eigenen Haus schwenkt Gates auf die Kabellösung um: künftig werden die Set-top-Boxen des Microsoft-Ablegers Web-TV vom Hersteller General Instruments Corp. hergestellt und mit schnellen Kabelmodem-Zugängen ausgerüstet.

Die bisherige proprietäre Lösung via Telefonleitung erschien den Redmonder Strategen offenbar nicht als zukunftstauglich. Eine Einschätzung, die IDC-Analyst Sean Kaldor teilt: Zwar habe Web-TV nach dem Zusammenbruch des Konkurrenten Netchannel (siehe CW 20/98, Seite 29) nun einen besseren Stand, allerdings sei die Integration von Internet-Fernsehdiensten in Kabel-Set-top-Boxen weitaus erfolgversprechender.