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Absatzzahlen werden hochgesteckten Erwartungen nicht gerecht

Windows-Erfolg wirft sämtliche OS/2-Prognosen über den Haufen

07.12.1990

CAMBRIDGE (CW) - Der Erfolg von Windows 3.0 beim Anwender zwingt immer mehr Marktforschungs-Unternehmen zur Revision ihrer Vorhersagen über die OS/2-Zukunft.

So sah sich das amerikanische Marktforschungsinstitut Forrester Research aufgrund der großen Akzeptanz der DOS-Erweiterung sowohl bei Entwicklern als auch bei Anwendern genötigt, alle bisherigen OS/2-Hochrechnungen über den Haufen zu werfen. In ihrer aktuellen Einschätzung der Erfolgsaussichten beider Betriebssystem-Plattformen reduzieren die US-Analysten die von ihnen erwarteten Verkaufszahlen bis 1994 für OS/2-Kopien von 3,3 Millionen auf etwa 915 000.

Daß der designierte DOS-Nachfolger OS/2 in der Gunst der Anwender recht drastisch gefallen ist, belegt auch eine Marktstudie des amerikanischen Fachblattes "Datamation". In einer Gegenüberstellung der von Anwendern erwarteten Marktanteile von PC- und Workstation-Betriebssystemen für die Jahre 1988, 1989 und 1990 spiegelt sich die Talfahrt von OS/2 wider: 1988 glaubten von den Befragten noch 18,1 Prozent, OS/2 in seinen verschiedenen Varianten werde das favorisierte Betriebssystem für die Jahre ab 1991 sein, 1989 reduzierte sich dieser Anteil bereits auf 16,7 Prozent (Grafik).

Der Einbruch kam in der diesjährigen Meinungserhebung:

Von 4062 Befragten gingen nur noch 8,5 Prozent davon aus, daß OS/2 die Zukunft gehört. Knapp 23 von hundert sind hingegen der Überzeugung, Windows unter das sei das Wunsch-Betriebssystem des Anwenders.

Sollten sich die von Forrester für den Zeitraum bis 1994 prognostizierten Stückzahlen für Windows bestätigen, kann Microsoft mit vier statt der erwarteten 2,7 Millionen verkaufter Versionen rechnen.

"Die Rolle von Windows wird mit Client-Server-Applikationen noch gewichtiger werden", glaub John McCarthy, Direktor von Forrester.

Bei der Harris & Paulson Inc. aus Englewood in Colorado bewertet man die Funktion von Windows als Front-end in einer Client-Server-Struktur ähnlich. President David Stalker zu den verdeckten Möglichkeiten des Software-Senkrechtstarters: "Mit Client-Server-Architekturen macht Windows erst richtig Sinn, denn es ist wenig sinnvoll, komplette grafische Oberflächen über ein Netz zu schicken." In der Logik verteilter Windows-Applikationen läge es deshalb, zunächst eine ebensolche Hardwaretopologie zu installieren.

Auch anders herum wird laut Stalker ein Schuh daraus: "Gerade durch den visuellen Appeal von Windows-Anwendungen wird der Anwender in der Praxis viel eher Verständnis für Client-Server-Architekturen entwickeln können."

Es sei sehr schwer, nur theoretisch die Unterschiede herkömmlicher DV-Strukturen gegenüber verteiltem IS-Management zu erklären. Hier könne Windows Hilfestellung leisten. "Mit Windows", so der Chef von Harris & Paulson "werden die Leute schnell begreifen, daß Client-Server die überlegene Architektur ist."