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12.11.1993

Windows fuer Waschmaschinen? Microsoft at Work: Ein Konzept soll Massenmaerkte erschliessen

MUENCHEN (CW) - Noch Mitte dieses Jahres hatte Bill Gates mit seiner Vision, eine einheitliche Betriebssystem-Plattform inklusive grafischer Benutzeroberflaeche in verschiedene DV- unspezifische Elektrogeraete zu integrieren, Skepsis bei den Kritikern hervorgerufen. Im stillen Kaemmerlein konzipiert, steht "Microsoft at Work" jetzt fuer den Buerogeraetemarkt zur Verfuegung.

Neben den Plaenen mit Windows NT und Windows for Workgroups hat die Gates-Company derzeit offensichtlich einen neuen Massenmarkt im Visier. Ob Faxgeraet, Kopierer oder Telefonanlage - das als De- facto-Standard propagierte Betriebssystem fuer die Buerokommunikation Microsoft at Work soll kuenftig, so die Vorstellungen der Redmonder, in saemtlichen Geschaeftsraeumen Einzug halten (siehe auch CW Nr. 25 vom 18. Juni 1993: "Microsoft kuendigt Architektur fuer die Buerokommunikation an").

Microsoft at Work basiert auf einer preemtiven, programmierbaren und Multitasking-faehigen Windows-Betriebssystem-Architektur, die in Verbindung mit Intel-Prozessoren auf speziell fuer diese Anforderungen konzipierten Bueroprodukten einsetzbar sein soll, verkuendet Karen Hargrove, Senior General Manager fuer Digital Office Systems der Microsoft Corp. At-Work-Produkte - dabei handelt es sich zunaechst um Drucker, Kopierer, Faxgeraete, Telefone und natuerlich PCs - koennen dabei ueber Local Area Networks (LANs), Telefonleitungen oder kabellose Verbindungen miteinander kommunizieren. Um dies zu ermoeglichen, enthaelt das Betriebssystem- Paket die unternehmenseigenen API-Schnittstellen. Die Benutzereingaben koennen auf zwei verschiedenen Wegen erfolgen: Einerseits lassen sich Befehle an die Buerogeraete via PC absetzen.

Dabei erscheint jede Funktion nur dann, wenn sie bei einem Vorgang moeglich ist. So werden beispielsweise waehrend eines Telefongespraechs grafische Symbole fuer das Stummschalten, Weitergeben, Sprechen und Trennen von Anrufen auf dem Bildschirm dargestellt.

Andererseits soll es moeglich sein, saemtliche Geraete der digitalen Buerotechnologie auch separat und unabhaengig vom PC zu bedienen. Unternehmensangaben zufolge enthalten die Microsoft-at-Work- Produkte einen einfachen grafischen Bildschirm, der es Benutzern erlaubt, Arbeitsschritte im Touchscreen-Verfahren durchzufuehren.

Die Buerogeraete werden derzeit, so Hargrove, von diversen Herstellern speziell fuer diese Anforderungen entwickelt. Somit sei in Zukunft ein multifunktionales Faxgeraet, das kopieren, drucken, faxen oder scannen kann, ebensowenig illusionaer wie ein Telefon, mit dem der Benutzer per Touch-Button auf dem Mini-Monitor einen Anruf taetigt. Voraussetzung fuer den Erfolg der At-Work-Strategie waren Kooperationen mit zahlreichen Geraeteherstellern. Waehrend bisher ausnahmslos Intel fuer die Bereitstellung der Mikroprozessoren zustaendig ist, sollen Unternehmen wie Ericsson, Motorola, oder Northern Telecom einheitliche kabellose Infrastrukturen beisteuern. Fax-Chip-Hersteller wie Exar, Rockwell oder Yamaha liefern die Faxbausteine, Wordperfect, Delrina oder Calera entwickeln die dazu passende Faxsoftware. Um im At-work- Telefonmarkt erfolgreich zu sein, kooperiert Microsoft mit Herstellern wie Bell Atlantic, AT&T, British Telecom oder US-West. Nach Angaben von Thomas Baumgaertner, Pressereferent fuer Systemsoftware der Microsoft GmbH, sind insgesamt rund 70 Unternehmen am At-Work-Konzept beteiligt.

Mit Microsoft at Work will der Windows-Anbieter jedoch nicht nur den Massenmarkt Buerokommunikation ansprechen. Wie Bernhard Grander, Pressereferent der Muenchner Microsoft-Niederlassung, mitteilt, ist eine Integration von Microsoft at Work in verschiedenste Geraete der Unterhaltungselektronik und des Haushalts im Gespraech. "Ich koennte mir in Zukunft einen Videorekorder vorstellen, der eine Microsoft-Oberflaeche besitzt", konstatiert Grander. Ziel sei, so Grander weiter, einen Standard zu setzen, um die Bedienung und Programmierung diverser Geraetetypen zu vereinheitlichen.