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21.05.1993 - 

Wabi tritt gegen MS-Windows an, doch

Windows-Interface von Sun laesst noch viele Wuensche offen

Bevor Wabi - wie geplant - in Unix-Betriebssysteme wie Solaris 386 von Sunsoft integriert und von der COSE-Initiative fuer eine einheitliche Unix-Umgebung als Standard aufgenommen wird, sind noch einige Hindernisse zu ueberwinden. Wie der britische Brancheninformationsdienst "Computergram" meldet, wurde naemlich erst rund ein Dutzend Windows-Anwendungen unter Wabi getestet, und bei keiner funktionierte das Ausdrucken von Dateien. Nach Informationen der Briten soll auch die rechtliche Situation von Wabi noch unklar sein. Zwar habe Sunselect vom urspruenglichen Lizenzgeber alle Rechte fuer die Sparc-Systeme uebernommen, nicht aber fuer andere Plattformen. Sun-Marketing-Manager Donatus Schmidt bestreitet jedoch die von "Computergram" kolportierten Maengel. Daher koenne Wabi schon im Juni sowohl auf Sparc- als auch auf Intel-Rechnern fuer Solaris 2 und Interactive Unix ausgeliefert werden.

Zu den Windows-Anwendungen, die schon jetzt mit Wabi laufen, zaehlen laut Sun Microsystems die Lotus-Produkte 1-2-3 und Amipro sowie Excel, Word, Powerpoint und Poject for Windows von Microsoft. Hinzu kommen Harvard Graphics, Aldus Pagemaker, Corel Draw und Paradox. Bei den Tests mit Wabi, so Sun Microsystems, sind diese Programme schneller gelaufen als in der Windows- Umgebung.

Wichtiger als diese technischen Details ist jedoch die gegen Microsoft gerichtete Strategie, die Sun mit Wabi verfolgt. Die Ankuendigung bildete den Auftakt fuer eine Initiative, die Microsoft das Recht auf Veraenderungen am Windows-API streitig macht. Nach den Vorstellungen von Sun, einigen Anwendern und Unix-Anbietern soll die Programmier-Schnittstelle unter der Bezeichnung Public Windows Interface (PWIals offener Standard in die Haende einer herstellerunabhaengigen Organisation gelegt werden (vgl. CW Nr. 20, vom 14. Mai 1993, S. 1: "Sun und Microsoft konkurrieren ..."). Sun vermarktet Wabi schon jetzt als "eine Implementation von PWI".