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07.06.1996 - 

Compunet baut State-of-the-art-Systemlandschaft

Windows NT Server machte als bester Kompromiß das Rennen

Mit der neuen Systemlandschaft wollte das Unternehmen eine Informationsverarbeitung aufbauen, die sich an die permanent verändernden organisatorischen Anforderungen rasch anpassen läßt. Die Mühe hat sich gelohnt: "Compunet hat jetzt ein State-of-the-Art-Umfeld", freut sich Michael Prost, der für das Projekt verantwortliche Compunet-Partner.

Vor der Umstellung war jede der Compunet-Geschäftsstellen für Planung, Installation und Betrieb des eigenen LANs zuständig. Dies hatte zur Folge, daß sich zwischen den Standorten eine heterogene Systemlandschaft mit 40 Prozent OS/2-LAN-Servern und 60 Prozent Netware-Netzwerken entwickelte. Zusätzlich war eine SAP-R/2-Anwendungsumgebung über alle Standorte hinweg mit einer Notes- und SQL-Server-basierten Vorgangsbearbeitung aus eigener Entwicklung gekoppelt. DV-technisch erfüllte diese Architektur die bestehenden Anforderungen problemlos.

"Doch der Aufwand für den Betrieb und die Weiterentwicklung der vielen verschiedenen Netze war zu groß, und die Implementierung von Business-Critical-Applikationen wurde immer schwieriger", so Prosts Beurteilung der alten DV-Landschaft. Compunet tat dann genau das, was das Unternehmen seinen Kunden empfiehlt: Re-Engineering der gesamten Infrastruktur, Standardisierung und weitestgehende Automatisierung des Netzbetriebes.

Anfangs stellten sich die Systemintegratoren die neue DV-Struktur als große, leere Schachtel vor. In diese packten dann zunächst alle Anwender hinein, was sie an ihrem Arbeitsplatz brauchten. Anhand dieser Wunschliste entstand ein sehr genaues Anforderungsprofil. Anschließend wurde ein Client gesucht, der die von den Anwendern gewünschten Funktionen in möglichst einfacher Form bereitstellt, um die Kosten für den System-Betrieb auf einem niedrigen Niveau zu halten.

Zur Erfüllung dieser Aufgabe setzt Compunet auf "Fat Clients". Großzügig ausgestattete Arbeitsplatz- und Mobil-Rechner tragen alle Anwendungsfunktionen und mehrere Netzwerkprotokolle unter Windows 95 mit sich. "Windows 95 hat besonders für unsere 800 Mobil-Rechner in ihren wechselnden Umgebungen den geringsten Supportaufwand", begründet Peter Ulrich Kopper, verantwortlicher Berater für das Design der Compunet-Infrastruktur die Entscheidung zugunsten Windows 95.

Die Wahl einer geeigneten Server-Plattform für die Client-Server-Anwendungen machte sich der auf Großkunden spezialisierte DV-Dienstleister ebenfalls nicht leicht. In der alten Systemlandschaft leistete OS/2 gute Dienste als Plattform für Notes, DB2 und SNA-Gateway. Das neue System sollte aber besser skalierbar sein und alle Funktionen und Dienste einschließlich Datei- und Druckservice übernehmen.

In einer umfangreichen Bewertungs-Matrix wurden OS/2 in der SMP-Variante, AIX beziehungsweise HP Unix, Netware 4.1 im Verbund mit UnixWare sowie Windows NT gegenübergestellt. "Jedes System hatte spezifische Vor- und Nachteile", führt Kopper aus. Novell wies mit der Kombination aus zwei Serverbetriebssystemen verlockende Eigenschaften für den zentralen Betrieb (Directory Services) auf - aber es waren eben zwei Systeme. Außerdem war SAP R/3 nicht für diese Plattform zertifiziert. Auch für den OS/2-LAN-Server von IBM war der fehlende R/3-Support das Ausschlußkriterium, zumal ein Windows-95-Requester 1995 noch nicht zur Verfügung stand. Eine reine Unix-Umgebung war ohne Remote-Access- und File- and-Print-Service für die Windows-95-Clients funktional im Nachteil. "Eine Mischung aus all diesen Servern konnten wir unserem Rechenzentrum als Betreiber nicht zumuten", sagt Kopper.

Schließlich entschied sich Compunet für den Windows NT Server als beste Kompromißlösung. Bisher bereut man bei dem Systemintegrator die Entscheidung nicht: In dieser Umgebung ist NT so stabil und gut skalierbar wie Unix-Server und unterstützt zudem die Windows-95-Anwender optimal. Auch das Master-Domain-Konzept, das viele Experten als unakzeptabel für den Aufbau großer Netze bezeichnen, schätzen die Kerpener wegen seiner guten zentralen Administrierbarkeit. Das System-Management ist unter Hewlett-Packards Openview und Microsofts SMS realisiert. Die NT Server, die Router und die Hubs generieren ihre Fehlermeldungen, aus denen Trouble Tickets erzeugt werden. Für die Behebung von Störungen ist ein Experten-Team mit zentralen Konsolen für die Server ausgerüstet.

Für Compunet ist die neue Systemlandschaft eine wichtige Voraussetzung für die schnelle Einführung und den sicheren Betrieb einer neuen Generation von bahnbrechenden eigenentwickelten Client-Server-Anwendungen. Im Januar 1996 ging das Service-Managementsystem "Call AS 2.0" in die Pilotphase. Es bildet den gesamten Workflow der Störfallbeseitigung sowie der Reklamationsabwicklung ab und unterstützt dabei zentrale wie dezentrale Serviceorganisationen. Seit März wird es bei Compunet in der Fläche eingesetzt. Das nächste Migrationsprojekt ist bereits geplant: Lotus Notes 4.0 steht auf dem Wunschzettel der Anwender.

*Harald Lindlar ist bei Compunet für den Bereich Unternehmenskommunikation zuständig.