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26.02.1993 - 

Server-Funktionen werden vor 1996 kaum erwartet

Windows NT: Steiniger Weg hin zu einem Server-Betriebssystem

"NT liegt als Server-Betriebssystem noch einige Jahre hinter Unix zurueck", urteilt Rich Sevcik, General Mangager bei HPs Systems- und Server-Gruppe. Das liegt nach seiner Aussage schon daran, dass das fuer Ende dieses Jahres angekuendigte Windows NT eine reine Desktop-Version sein wird. Die Fileserver-Funktion soll, wenn Microsoft den Zeitplan einhalten kann, erst in der zweiten Haelfte des naechsten Jahres hinzukommen.

Microsoft ungenuegend auf Server-Markt vorbereitet

Aehnlich kritisch aeusserten sich gegenueber der CW- Schwesterpublikation "Computerworld" auch NT-Spezialisten von Pyramid. Nach professionellen Massstaeben, wie sie ausserhalb der PC- Landschaft nun einmal gelten wuerden, habe Microsoft noch einiges nachzuholen. Das betreffe vor allem die Unterstuetzung von Terminals unterschiedlicher Datenbanksysteme sowie die Moeglichkeiten fuer Online-Backups und den gesamten Netzwerkbereich. Ausserdem stuende Microsoft die im Unix-Umfeld gerade erst ausgestandene Sicherheitsdiskussion noch bevor.

Auch Michael Goulde, Analyst der Patricia Seybold Office Computing Group, kommt zu dem Schluss, dass "es Windows NT nicht gelingen wird, den High-end-Server-Markt im Sturm zu erobern". Er begruendet seine Einschaetzung damit, dass durch den Einstieg in die unternehmensweite DV Microsoft mit Kundenwuenschen konfrontiert wuerde, die dem Desktop-Spezialisten in dieser Auspraegung bisher voellig unbekannt waren. Konkret nennt Goulde Bereiche wie das System-Management und das Job Scheduling.

Versaeumnisse werfen Hersteller und Analysten dem PC-Kroesus nicht einmal vor. Mit den erwaehnten Problemen habe jeder Hersteller zu rechnen, der sich als Neuling im Markt fuer kommerzielle Datenverarbeitung etablieren wolle.

Als positiv bezeichnet HP-Manager Goulde die Abschottung des Betriebssystems von der Hardware. Dadurch lasse sich Windows NT relativ einfach auf beliebige Prozessortypen portieren. Goulde weiss, wovon er spricht: Hewlett-Packard beschaeftigt in Fort Collins, Colorado, eine eigene Windows-NT-Entwicklermannschaft.

Dwayne Walker, verantwortlicher Direktor fuer den Bereich Netzwerke bei Microsoft und Windows-NT-Projektleiter, raeumt ein, dass das Produkt in der Einfuehrungsphase noch einige Schwaechen aufweise. Deshalb rechnet auch die Bill-Gates-Company selbst nicht mit einem raschen Erfolg des Betriebssystems fuer den unternehmensweiten Einsatz. Allerdings weist er den haeufig geaeusserten Vorwurf zurueck, es fehle dem System an den noetigen Netzwerk-Features. Windows NT, so Walker, werde den Uebertragungsstandard TCP/IP ebenso unterstuetzen wie das File Transport Protocol, Telnet, File- und Print-Services sowie Remote Procedure Calls (RPC). Weitere Moeglichkeiten kommen durch die Unterstuetzung von IBMs SNA- Netzarchitektur hinzu. Suns Network File System (NFS) und der Netware-Client-Support von Novell werden jeweils vom Hersteller angeboten.